Darum gehts
- Frau verliert Handy im Zürichsee, ein Tag vor Australienreise
- Wespe verursachte Panik, wodurch das Handy ins Wasser glitt
- Wasserschutzpolizei konnte das Handy bergen, Gerät funktioniert einwandfrei
Diesen Tag wird sie so schnell nicht vergessen. Voller Vorfreude setzte sich Julia M.* (22) am Samstagnachmittag ans Ufer des Zürichsees. Mit einer Kollegin war die Bernerin für das Zürich Open Air angereist, am folgenden Tag sollte sie nach Australien fliegen.
Sie wollte einfach mit schöner Seesicht am Bellevue entspannen und die Sonnenstrahlen geniessen. Ihr Handy hatte sie in den Schoss gelegt und hielt es mit einer Hand fest, damit es nicht herunterfiel. Doch dann passierte es: Eine Wespe landete auf ihrer Sonnenbrille und krabbelte zwischen Brille und Auge.
«Alle Daten waren versenkt»
«Ich bekam Panik, stand auf und benutzte meine Hände, um die Brille abzuziehen. Dadurch hatte mein Handy keinen Halt mehr und fiel in den See», schildert Julia M. die Situation. Erst habe sie gar nicht richtig realisiert, was passiert war, doch dann setzte noch grössere Panik ein: «Am Tag drauf hatte ich meinen Flug nach Australien. Alle Daten waren natürlich auf dem Handy, und nun hatte ich alles wortwörtlich versenkt.»
Was macht man in dieser Situation? «Zuerst wollte ich selbst in den See, um danach zu suchen, doch meine Kollegin hielt mich davon ab. Schliesslich konnte man den Boden des Sees nicht einmal sehen, weil das Wasser extrem trüb war», erzählt M. Ihre Kollegin gab ihr daher ihr Handy und empfahl ihr, bei der Wasserschutzpolizei anzurufen.
Erfolgreiche Rettung durch die Wasserschutzpolizei
Am Telefon bat die Polizei die junge Frau, sich durch Winken bemerkbar zu machen, damit sie mit einem Boot zu ihr fahren konnten. Ein Polizist stieg im Taucheranzug schliesslich ins Wasser, während die jungen Frauen ihm die Richtung wiesen. «Der erste Tauchgang ging wirklich lange, ohne Erfolg. Der Polizist sah selbst fast nichts und eine Unterwasserströmung trieb ihn immer wieder weg», beschreibt M. die Rettungsaktion.
Fast hatte sie die Hoffnung verloren, ihr Smartphone jemals wiederzusehen, doch dann tauchte der Polizist erneut auf. In seiner Hand: der verlorene Schatz. Endlich. «Ich fühlte sofort Erleichterung. Der Polizist sagte auch gleich, dass das Handy noch funktioniere, was mich noch mehr beruhigte», sagt Julia M.
Trotz Tauchgang funktioniert das Handy einwandfrei
Tatsächlich ist die Handyrettung ein offizieller Service der Wasserschutzpolizei – und kostet exakt 130.25 Franken. Günstiger als ein neues Handy und ein absoluter Glücksgriff für Julia M. Denn das Handy funktioniert einwandfrei – «als wäre es gar nie im Wasser gewesen», meint die junge Frau. Nur der Lautsprecher habe zunächst nicht richtig mitgemacht, konnte jedoch dank einer speziellen App mittels Vibrationen ausgespült und gerettet werden.
Aus dem Vorfall hat Julia M. eine Lektion gelernt: «Wenn ich das nächste Mal am See bin, werde ich mein Handy definitiv in meine Tasche packen. Oder ich platziere es so neben mir, dass es auf keinen Fall einen erneuten Tauchgang macht.»
* Name bekannt