Schob die Schuld von sich
Ex-FC-Präsident zwackte über 56'000 Franken Klubgelder ab

Ein früherer Präsident des FC Adliswil hat Vereinsgelder von über 56'000 Franken veruntreut und zwei Vorstandsmitglieder fälschlich beschuldigt. Er wurde per Strafbefehl zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt und muss 30'000 Franken zurückzahlen.
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Ein Ex-Präsident des FC Adliswil zwackte 56'000 Franken aus der Vereinskasse ab.
Foto: Instagram (@brandbachcenter)

Darum gehts

  • Ex-Präsident des FC Adliswil veruntreute über 56'000 Franken aus der Vereinskasse und ist geständig
  • Die Staatsanwaltschaft verhängte sechs Monate bedingt
  • Zur Ablenkung zeigte er zwei unschuldige Vorstände wegen angeblicher Überweisungen fälschlich an
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Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Finanzielle Probleme verleiteten einen ehemaligen Präsidenten des FC Adliswil mehrfach zum Griff in die Vereinskasse. Auf eine erste Überweisung im Juli 2023 von 9500 Franken folgten wenige Wochen später weitere Transaktionen. Auch private Essen und Einkäufe bezahlte der beruflich als Berater tätige Mann mit Vereinsgeldern.

Wie die «Neue Zürcher Zeitung» mit Verweis auf einen Strafbefehl der Zürcher Staatsanwaltschaft berichtet, entstand dem FC Adliswil durch die Veruntreuung ein Schaden von über 56'000 Franken. Während der Verein unter anderem aufgrund eines missglückten Oktoberfests im Herbst zunehmend auf seine Finanzen aufmerksam wurde, geriet der Verantwortliche immer mehr in Bedrängnis. Mitte November 2023 zeigte er als dreistes Ablenkungsmanöver zwei völlig unschuldige Vorstandsmitglieder bei der Staatsanwaltschaft an und behauptete, diese hätten unrechtmässige Überweisungen vorgenommen.

Er muss 30'000 Franken zurückbezahlen

Das Manöver hatte jedoch nicht die gewünschte Wirkung: Am 5. Dezember 2023 berief der Klub eine Generalversammlung ein, um ihn abzusetzen. Auch weitere Versuche des Ex-Präsidenten, sich herauszureden, änderten daran nichts. Die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft sind unterdessen abgeschlossen – der Mann zeigte sich geständig. Verurteilt wurde er zu einer sechsmonatigen bedingten Freiheitsstrafe. Zudem muss er 30'000 Franken an den FC Adliswil zurückzahlen. Der Klub gibt gegenüber der «NZZ» an, dass er bereits 26'000 Franken zurückerhalten habe und die Sache intern abgeschlossen sei.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Kassierer eigenhändig an dem Vermögen seines Vereins bereichert. Andere hatten damit sogar noch wesentlich länger Erfolg.

173'296 Franken für Onlyfans und Pornoseiten?

Anfang Jahr sorgte ein Fall aus dem ESC Erstfeld im Kanton Uri für Wirbel. Der Kassierer des Vereins zwackte zwischen Januar 2024 und November 2025 insgesamt 173'296 Franken für persönliche Zwecke ab. Besonders skurril: Ein Informant teilte gegenüber Blick mit, dass der Mann das Geld für Onlyfans und Pornoseiten hinterzogen hatte.

Kassierer hinterlässt 100'000 Franken Loch

Im Jahr 2023 stand der Quartierverein von Zürich-Witikon vor praktisch leeren Konten. Bemerkt wurde das erst nach dem Tod des Kassierers. Interne Recherchen des Vereins hatten ergeben, dass dieser bereits jahrelang nicht korrekt gearbeitet hatte. «Er hat Geldbeträge von unserem Vereinskonto abgehoben oder sich selbst überwiesen, hat Bankbelege gefälscht und auch die Jahresrechnung manipuliert», sagte der Präsident des Vereins damals zu Blick. Insgesamt sollen sich die Beträge auf rund 100'000 Franken summiert haben.

Wie können sich Vereine schützen?

Die Treuhandgesellschaft BDO Schweiz rät auf ihrer Website zur Prävention. Dabei würden Zahlungsfreigaben im Vier-Augen-Prinzip sowie Kollektivunterschriften bei Verträgen und Aufträgen zum absoluten Minimum gehören. Die BDO betont, dass auch sehr vertrauenswürdige Personen unter bestimmten Umständen den Griff in die Vereinskasse wagen können – daher müssen interne Kontrollmechanismen jederzeit greifen.

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