Darum gehts
- Im Brandbachcenter Dietlikon endete eine Geldsuche im Chaos.
- 100 bis 200 Teenager rannten laut Verkäuferin wild herum.
- Lampen brachen; Wincasa stoppte den Event und prüft ihn.
Zehn Hunderternötli hat das Brandbachcenter am Samstag im Einkaufszentrum versteckt. Wer das Geld als Erstes findet, darf es behalten. So zumindest die Idee. Denn die Aktion endete im Chaos und musste vorzeitig abgebrochen werden.
Gegenüber Blick meldet sich jetzt eine Verkäuferin, die während des Events in einem der Läden im Shoppingzentrum in Dietlikon ZH arbeitete. Sie berichtet von chaotischen Zuständen und einer riesigen Unordnung, die hinterlassen wurde.
«Einfach nur katastrophal!»
«Es rannten locker 100 bis 200 Teenager im Laden rum, ohne jegliche Rücksicht auf andere Leute, Mitarbeitende oder das Eigentum des Ladens», erzählt die Verkäuferin, die anonym bleiben möchte. «Es war ehrlich gesagt einfach nur katastrophal!»
Die vorwiegend jungen Geldsucher hätten sich so benommen, als wäre der Laden ein grosser Spielplatz. «Es sind Lampen kaputtgegangen und überall lagen Glasscherben rum. Ein ‹Tut uns leid› oder ‹Wir kommen euch helfen› gab es nicht.»
Aufräumen bis 21 Uhr
Die Eventteilnehmer seien teils sogar hinter der Kasse durchgerannt und so laut gewesen, dass man die Kunden «richtig anschreien» musste, damit diese etwa den Einkaufspreis verstanden hätten. Was die Verkäuferin aber am meisten ärgerte: Das Chaos, das die Jugendlichen hinterliessen. «Wer räumt das alles auf? Natürlich wir.» Bis um rund 21 Uhr seien sie und ihre Kollegen mit den Aufräumarbeiten beschäftigt gewesen – und das, obwohl der Event gegen 15 Uhr abgebrochen wurde.
Auf Blick-Anfrage erklärt die Firma Wincasa, die das Brandbachcenter betreibt: «Der ‹Catch Cash Event› sollte den Besucherinnen und Besuchern des Brandbachcenters ein besonderes Einkaufserlebnis bieten und gleichzeitig die teilnehmenden Geschäfte einbeziehen.» Aufgrund der Situation vor Ort habe man allerdings entschieden, die Veranstaltung vorzeitig zu beenden.
«Das war richtig dämlich»
Das Ärgernis der betroffenen Geschäfte nehme man sehr ernst und man werde den Ablauf aufarbeiten, versichert Wincasa. «Für uns ist klar: Aus den Erfahrungen dieses Events werden wir die entsprechenden Schlüsse für zukünftige Veranstaltungen ziehen.»
Für die Verkäuferin ist das ein schwacher Trost. «Wir waren am Schluss nur noch am Zittern. Es war richtig beängstigend. Ich frage mich ehrlich, was man sich bei so einer Veranstaltung denkt», sagt sie. «Das war einfach nur richtig dämlich.»