Darum gehts
- Im Brandbachcenter Dietlikon sollten zehn Hunderter locken.
- Nach Instagram-Hinweisen rannten Gruppen los; der Event stoppte.
- Leser Matthias kritisiert Chaos; 200 Franken werden verlost.
«Mach dich bereit für das Cash Catch Game!»: So warb das Brandbachcenter in Dietlikon ZH für einen Event, der am Samstag über die Bühne gehen sollte.
Das Spiel funktionierte so: Ab 14 Uhr wurden zehn 100-Franken-Noten im Einkaufszentrum versteckt. Auf Instagram veröffentlichten das Brandbachcenter sowie der für den Event beauftragte Influencer «Mejorfrancisco» dann laufend Hinweise darüber, wo das Geld versteckt ist. Wer das Hunderternötli als Erstes findet, darf es behalten.
«Alle rannten gleichzeitig los»
Matthias (38) aus dem Zürcher Unterland wollte auf Geldjagd gehen und reiste mit seiner Schwester zum Einkaufszentrum. «Wir wollten einfach mal vorbeischauen», erzählt er gegenüber Blick.
Vor Ort wurde er dann jedoch enttäuscht. «Schon eine halbe Stunde vor dem Start des Spiels hatten erste Gruppen Geld gefunden. Und sobald die ersten Hinweise gepostet wurden, brach das völlige Chaos aus. Alle rannten gleichzeitig an den gleichen Ort.»
200 Franken werden verlost
Der Event sei schlecht organisiert gewesen und man habe den Sicherheitskräften die Überforderung angesehen. «Es war einfach ein riesiges Chaos!»
So kam es, dass das Einkaufszentrum die Aktion vorzeitig abbrechen musste. «Es wurde zu wild», erklärt Influencer Mejorfrancisco den Entscheid in seiner Instagram-Story. «Ihr seid absolut crazy gegangen!» Daraufhin bedankt er sich bei allen, die teilgenommen haben, und erklärt, dass die restlichen 200 Franken, die nicht gefunden werden konnten, heute auf seiner Story verlost werden.
Die Organisatoren des Events waren für Blick am Samstag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.
«Haben sich in Gruppen organisiert»
Was Leser Matthias am meisten stört: Die Teilnahme am Event war erst ab 16 Jahren erlaubt, jüngere Teilnehmende durften das Geld laut Webseite nur in Begleitung eines gesetzlichen Vertreters behalten. Dem Blick-Leser zufolge war die Mehrheit der Jugendlichen aber klar noch nicht 16-jährig.
«Sie haben sich in Gruppen organisiert und keine Rücksicht genommen. Meine Schwester wurde angerempelt», so der 38-Jährige. «Warum wirbt man mit einem Influencer mit einer so jungen Zielgruppe, wenn diese Personen gar nicht am Event teilnehmen sollen?»