VO Donghi Fussballgeschichte
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Fussballspiel in Schenkon LU:So hitzig ging es auf dem Platz zu und her

Tumult bei Junioren-Fussballspiel in Schenkon LU
«Es sah ziemlich böse aus, war einfach krass und zum Kotzen»

Ist es nur die Spitze des Eisbergs? Sicher ist: Schon wieder kam es bei einem Juniorenfussballspiel zu Tumulten. Diesmal in Schenkon LU. Gegenüber Blick schildert ein Anwohner, was er gesehen hat. Und das ist nichts Schönes.
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Nach dem Siegtor eskalierte die Situation.
Foto: Ralph Donghi

Darum gehts

  • Tumulte bei Juniorenfussballspiel in Schenkon LU
  • Anwohner spricht von «böse, krass und zum Kotzen»
  • Polizei musste vor Ort kommen
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Ralph DonghiReporter News

Roger T.* (67) wohnt beim Sportplatz in Schenkon LU. Dort fand letzten Samstag das C-Junioren-Spitzenspiel des FC Schenkon gegen den SC Kriens statt. Schenkon gewann mit 2:1 und sicherte sich damit den Aufstieg in die Youth League.

Doch das Spiel hatte es in sich. «Es sah ziemlich böse aus, war einfach krass und zum Kotzen», sagt Roger T. zu Blick. «Trainer und Leute auf den Zuschauerplätzen haben einfach wie die Sau getan!»

Die beiden Mannschaften hätten schon gut gespielt. «Doch die Trainer haben die Jungen angeheizt und geflucht. Bei jedem Pfiff des Schiris, der sich nicht beirren liess, stand entweder die eine oder die andere Mannschaft auf und sprang aufs Feld und …» Roger T. fehlen kurz die Worte. «Dieses Verhalten ist unter jedem Hund und kein Sport mehr.»

«Zusammenschiss» statt erklären

Roger T. wird direkt: «Solchen Trainern sollte man gar keine Lizenz mehr geben.» Er sehe vom Fenster aus viele Junioren-Spiele. Aber: «Gewisse Trainer pushen ihre Spieler anders. Da steht der Sieg und der Kampf im Vordergrund – und wenn ein Spieler etwas falsch macht, bekommt er einen Zusammenschiss.» Vielmehr sollte man den Kindern erklären, wie man es besser machen könne.

Was hat sich konkret abgespielt? Das Portal regiofussball.ch berichtet, dass sich die angespannte Stimmung bereits vor der Eskalation nach dem entscheidenden Goal in der 90. Minute aufgebaut habe. Grund: Mehrere harte Fouls, die vom Schiedsrichter nicht ausreichend sanktioniert worden seien. Nach dem 2:1 soll es einen «grösseren Platzsturm» aus dem Schenkoner Umfeld gegeben haben.

Eltern, Jugendliche, Zuschauer und Trainer sollen das Spielfeld betreten haben. Angesichts der rund 500 Menschen, die die Partie verfolgten, entstand unmittelbar nach dem Treffer eine entsprechend «unübersichtliche und aufgeheizte» Situation rund um das Spielfeld, heisst es.

Auch Polizei kam vor Ort

Es sei zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Zuerst verbal zwischen zwei Spielern. Dann sei ein Trainer des SC Kriens dazwischengegangen, um zu beruhigen. Da soll er «von einem Mann aus dem Umfeld des FC Schenkon gezielt geschlagen worden sein». Die Situation habe sich weiter zugespitzt, zu einer «grösseren, körperlichen Auseinandersetzung». Auch die Polizei kam vor Ort – dies bestätigten mehrere Anwohner.

Der Vorstand des FC Schenkon schreibt Blick: «Für uns stehen Fussball, Respekt, Zusammenhalt sowie ein sicheres Umfeld für Kinder und Jugendliche unverhandelbar an erster Stelle. Diese Werte werden vom Vorstand und dem Trainerteam vorgelebt und von allen Mitgliedern sowie Spielereltern konsequent eingefordert.» Für Verstösse gegen ihren Verhaltenskodex und insbesondere für physische oder psychische Gewalt auf oder neben dem Spielfeld herrsche eine Null-Toleranz-Politik, heisst es weiter.

«Nur beschränkte Sicherheits- und Überwachungsmassnahmen»

«Leider lassen die Ressourcen im Bereich des Breitenfussballs nur beschränkte Sicherheits- und Überwachungsmassnahmen zu», so der FC Schenkon. «Aus diesem Grund lässt sich nicht jedes Verhalten von Zuschauern vorhersehen oder verhindern.»

Nach einem solchen Vorfall und unabhängig davon, ob es Fans aus den eigenen Reihen, der Gastmannschaft oder von unbeteiligten Drittvereinen betreffe, sei es entscheidend, den Vorfall aufzuarbeiten und entsprechende Konsequenzen zu ziehen.

Der Vorstand habe eine Taskforce gebildet, «welche minutiös alle Videos, Kommentare, Bilder und Aussagen analysiert». Zudem würden Betroffene angehört, um eine neutrale Sichtweise und ein faires Verfahren zu garantieren. «Nach Abschluss der vereinsinternen Untersuchungen werden die Konsequenzen gezogen, wobei die zur Verfügung stehenden disziplinarischen und rechtlichen Mittel ausgeschöpft werden.»

Und der SC Kriens? Eine Anfrage von Blick bleibt unbeantwortet.

Zuständig für die Untersuchung des Falls und für Massnahmen ist der Innerschweizer Fussballverband (IFV). «Wir wären nur zuständig, falls es zu einer Tätlichkeit gegenüber dem Schiedsrichter gekommen sein sollte, was gemäss unserem Wissensstand nicht der Fall ist und vom IFV bisher auch nicht gemeldet wurde», sagt Adrian Arnold vom Schweizerischen Fussballverband zu Blick. Aber er sagt klar: «Der SFV verurteilt solche Gewaltvorkommnisse.»

* Name geändert

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