Darum gehts
- Der Konflikt zwischen Israel, USA und Iran könnte Treibstoffpreise stark erhöhen
- Blockade der Strasse von Hormus bedroht globalen Erdölexport
- Iran gehört zu den zehn grössten Erdölproduzenten weltweit
Der Krieg zwischen Israel, den USA und Iran könnte das Tanken dramatisch verteuern. Teheran ist nicht nur einer der zehn grössten Erdölproduzenten, sondern kontrolliert auch die Strasse von Hormus. Sie ist eine wichtige Route für den weltweiten Erdölexport.
«Im Moment ist es noch schwierig zu sagen, wie sich der Preis entwickelt. Heute und morgen sind keine Einkaufstage», sagt Michael Knobel (45), Inhaber der Tankstellenkette Etzelpark und bekannt für seine Preisbrecher-Aktionen. Dass der Treibstoff teurer wird, glaubt er ebenfalls – nur das Ausmass sei noch sehr unsicher.
Zeichen standen auf Sturm
Er selbst habe für seine fünf Tankstellen am Freitag noch zusätzlich eingekauft, sagt er. «Ich habe das gemacht, obwohl der Preis bereits gestiegen war. Zwei Quellen in Israel hatten mich gewarnt. Sie sagten, dass das Personal in den Spitälern am Wochenende arbeiten muss – ein untrügliches Zeichen, dass ein Angriff kurz bevorsteht.»
Der Geschäftsmann sieht drei mögliche Szenarien: Im ersten ist der Konflikt bereits nach dem Wochenende vorbei. «Das wird das Ziel von Israel und den USA sein. Dann werden sich auch die Preise nicht gross bewegen», sagt er. Beim zweiten Szenario jedoch werde es teuer: «Wenn der Angriff die ganze nächste Woche dauert, steigt die Unsicherheit, und die Preise steigen deutlich an.»
Langer Konflikt – hoher Preis
Die grösste Bedrohung für Verkehr und Wirtschaft sieht er in einem längeren Konflikt. «Es kann sich auch alles über Monate hinziehen, wenn nicht bald eine friedliche Lösung gefunden wird. Dann kommt eine längere Phase, in der Benzin und Diesel richtig teuer werden. Das wirkt sich auf die gesamte Wirtschaft aus.»
Sicher ist für den Geschäftsmann aber nur eines: «Ich rate allen, jetzt am Wochenende vollzutanken. Ich habe keine Glaskugel und bin auch kein Wahrsager, aber damit macht niemand einen Fehler.»