Darum gehts
- Finnischer Bergsteiger seit 31. Juli 2026 am Matterhorn vermisst
- Jacke und Ausrüstung des Mannes wurden von Schweizer Rettern gefunden
- Schlechtes Wetter: Gewitter tobte in der Region während seines Abstiegs
Eine Person wird seit Freitag am Matterhorn vermisst. Das bestätigt die Kantonspolizei Wallis am Dienstag. Was ist zum Vermissten und seinem Verschwinden bekannt?
Offenbar handelt es sich um einen Bergsteiger aus Finnland. Der Mann wollte laut dem finnischen Newsportal MTV Uutiset den Gipfel des Matterhorns im Alleingang bezwingen. Ein fataler Entscheid?
Zu diesem Zeitpunkt tobte ein schweres Gewitter in der Grenzregion zwischen der Schweiz und Italien. Als seine Ehefrau nichts mehr von ihm hörte, schlug sie sofort Alarm.
Botschaften wurden informiert
Augenzeugen berichten, der Finne habe den Gipfel noch erreicht. Das Drama spielte sich offenbar beim Abstieg über die Westwand auf der Schweizer Seite ab. Derzeit vermutet man, dass er während eines Unwetters, das an dem Abend über die Region zog, in die Tiefe stürzte.
Schweizer Retter sollen bereits eine traurige Entdeckung gemacht haben. Sie sollen eine Jacke und weitere Ausrüstungsgegenstände am Berg gefunden haben. Diese gehören wohl dem Vermissten. Das war am Sonntagmorgen
Die finnischen Botschaften in Bern und Rom sind eingeschaltet und stehen mit den lokalen Behörden in Kontakt. «Der Fall wird von beiden Seiten bearbeitet», heisst es in einer kurzen Stellungnahme. Ob das Wetter beim mutmasslichen Unfall die entscheidende Rolle spielte, ist noch unklar. Die Suche nach dem Mann geht weiter.
Menschliche Spuren gefunden?
Die Einheit Kommunikation & Prävention der Kantonspolizei Wallis bestätigt am Dienstag, dass eine Suchaktion stattgefunden hat. Der Finne wurde aber noch nicht gefunden. «Der Kantonspolizei wurde eine vermisste Person am Matterhorn gemeldet. Die bisherigen Suchaktionen führten nicht zum Auffinden der Person», heisst es auf Blick-Anfrage.
Auf Anfrage des «Walliser Boten» bleibt die Kantonspolizei Wallis auch am Donnerstag bei dieser Version der Ereignisse. Die Zeitung berichtet aber, dass der Mann an der Westseite des Berges abgestürzt sein könnte. Neben der Ausrüstung sollen demnach im Absturzgebiet auch menschliche Spuren gefunden worden sein, die auf ein tödliches Ende schliessen lassen. Offiziell bestätigt ist das nicht.
Bergretter rät vom Aufstieg ab
«Ohne Steigeisen und im T-Shirt könntest du jetzt auf das Matterhorn», erklärte der Zermatter Bergführer und Rettungschef Anjan Truffer (52) Mitte Juli gegenüber Blick. Doch das bedeutet nicht, dass der Aufstieg einfacher ist – die extreme Hitze macht den berühmten Gipfel gefährlich. «Wer den Berg nicht kennt, hat nichts am Matterhorn verloren – es ist zu gefährlich!»
Das lokale Bergführer-Büro Zermatters empfiehlt sogar, ganz auf Bergtouren verzichten. Man solle «bis auf Weiteres auf eine Besteigung des Matterhorns zu verzichten», heisst es in einem Schreiben, das Blick vorliegt.