Darum gehts
- Laeticia P. (17) überlebte die Brandkatastrophe am 1. Januar 2026 in Crans-Montana
- Sie war unter verbrannten Menschen begraben, dachte: «Ich sterbe»
- 41 Menschen starben bei der Tragödie im Club Le Constellation
«Ich habe das Gefühl, dass es nicht wirklich ich war, die das erlebt hat.» So beginnt Laeticia P.* (17) ihre Erinnerung an die Nacht, in der 41 Menschen starben. In einer SRF-Dokumentation spricht die 17-Jährige über den Horror, der sich den Überlebenden in der Nacht auf den 1. Januar 2026 im Le Constellation bot.
Die Jugendliche überlebte ohne Verbrennungen, leidet jedoch bis heute an einem schweren Trauma.
«Sie hat nur geschrien»
Gemeinsam mit ihrer Mutter beschreibt sie, wie um 1.30 Uhr die Hölle losbrach. «Sie rief mich an und schrie», erklärt Mutter Sorina P. «Sie schrie: ‹Mama, komm schnell!› Und dann haben wir sie gefunden – allein ohne Socken und mit zerzausten Haaren.»
Die Jugendliche sei ins Constellation gegangen, um den Abend dort ausklingen zu lassen. «Wir gingen in den unteren Stock zur Bar, und ich sah direkt einen Freund von mir, also haben wir angefangen zu reden. Ich drehte mich um, und plötzlich sah ich das Feuer.» Es habe einen Moment gedauert, bis die Anwesenden den Ernst der Lage realisierten. «In meinem Kopf war es nichts. In meinem Kopf war Feuer, aber niemand reagierte.» In P.s Gedanken war das Feuer in 15 Sekunden gelöscht. «Ich hatte aber trotzdem den Reflex, rauszugehen.» Dann stieg ihr plötzlich viel Rauch in die Augen. «Ich konnte nicht mehr atmen. Mir war klar, dass es ernst war.»
«Verbrannte Menschen lagen auf mir»
Reflexartig habe sie begonnen, Aufnahmen zu machen. Auf den Videos ist zu sehen, wie die junge Frau versucht, aus der Bar zu flüchten. «Ich musste mich blind zurechtfinden und tastete mich vor. Plötzlich fiel ich hin.» P. war unter der Menschenmenge begraben, direkt an der schmalen Treppe. «Menschen lagen auf mir, die bereits verbrannt waren.» In dem Moment habe sie gedacht: «Das ist das Ende, ich sterbe.»
Irgendwie schaffte sie es nach draussen. Die Erinnerungen an diese Nacht begleiten Laeticia P. ständig. Sie befindet sich in psychologischer Betreuung. Gegenüber SRF sagt sie: «Menschen werden irgendwann vergessen. Aber wir, die das erlebt haben, werden nicht so leicht darüber hinwegkommen.»