Seit Samstag wurde auf der Haute Route zwischen Zermatt und Arolla in den Walliser Alpen aktiv nach sechs vermissten Personen gesucht. Dann am Montag die traurige Nachricht: Fünf Skitourengänger wurden tot aufgefunden.
Am Sonntag, 10. März, gegen 19.30 Uhr, wurde eine Gruppe bestehend aus drei Rettern und einem Polizisten in der Nähe der Dent Blanche abgesetzt, wie die Polizei in einer Mitteilung schreibt. Gegen 21.20 Uhr erreichte sie das Gebiet Tête Blanche, wo sie schnell fünf der vermissten Personen ohne Lebenszeichen entdeckte.
Besorgtes Familienmitglied informierte Polizei
Die Skitouren-Gruppe startete am Samstag in Zermatt und wurde seither im Gebiet Tête Blanche vermisst. Bei den vermissten Personen handelte es sich um fünf Walliser sowie eine Person aus dem Kanton Freiburg im Alter zwischen 21 und 58 Jahren. Die Personen aus dem Wallis waren laut dem «Nouvelliste» eine Familie. Bei der Gruppe handelt es sich um fünf Mitglieder derselben Familie aus dem Val d'Hérens, drei Brüder, darunter ein Mitglied eines Gemeindevorstands, ihr Onkel, ihr Cousin und der Freiburger Freund eines der Brüder. Welche Person noch nicht gefunden wurde, ist noch unklar. Am Montagvormittag wollen die Behörden im Rahmen einer Pressekonferenz weiter informieren.
Am Samstag gegen 16 Uhr kontaktierte ein besorgtes Familienmitglied die Kantonspolizei und die Rettungsorganisation KWRO, nachdem die Gruppe nicht wie vereinbart in Arolla eingetroffen war. Um 17.19 Uhr gelang es einem Mitglied der Gruppe, die Rettungskräfte zu erreichen. Dieser Anruf führte zu seiner Lokalisierung im Bereich des Col de Tête Blanche auf rund 3500 Meter über Meer.
«Die schlechten Bedingungen waren bekannt»
Der Sturm auf der Alpensüdseite und die Lawinengefahr verhinderten zunächst, dass sich Helikopter und Rettungskolonnen dem Gebiet nähern konnten. Der Leiter des Rettungsdienstes von Zermatt, Anjan Truffer, war seit Samstag an der Suche nach den sechs verschollenen Skitourengängern beteiligt. Verschiedene Gruppen aus Kantonspolizei, Armee sowie der kantonalen Rettungsorganisation versuchten seit Samstag alles, um die Vermissten zu finden. Die Walliser Polizei betonte, dass sie «nicht aufgebe».
Als erfahrener Bergführer kennt Truffer die Gegend wie seine Westentasche. Gegenüber Blick gab er an, dass die Gruppe aufbrach, als die schlechter werdenden Bedingungen bereits bekannt waren. Am Samstag tagsüber sei das Wetter gut gewesen, «aber wir wussten, dass es sich in der Nacht und am Sonntag verschlechtern würden. Sie gerieten in den Sturm».
Rettungsversuch zu Fuss wurde abgebrochen
Zuvor wurde nachts von fünf erfahrenen Rettungskräften ein Versuch, sich von Zermatt aus auf dem Landweg in das betreffende Gebiet zu begeben, unternommen. Aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse mussten diese auf über 3000 Metern Höhe abbrechen. «Es ist zu gefährlich für die Retter, zu Fuss nach oben zu kommen», sagte Truffer weiter. Er erklärte, dass es in der Schweiz zwar nicht verboten sei, ausserhalb der Saison zu einer Tour aufzubrechen. Skitouren wie diese würden jedoch eher im Frühling unternommen werden, die Hütten seien geschlossen.
Am Sonntag standen, neben den Rettungskräften der KWRO und der Luftwaffe der Armee, die verschiedenen Spezialeinheiten der Kantonspolizei, insbesondere die Agenten der Berggruppe und der Technik und Telekommunikation im Einsatz.