Kanton zahlte Bauunternehmen Millionen zu viel
Neue Panne bei der Walliser Chaos-Autobahn A9

Wieder ein neues Debakel um die Pannen-Autobahn A9. Wie sich bei einer internen Astra-Untersuchung herausstellte, bezahlte der Kanton Wallis jahrelang zu viel an die Bauunternehmen. Es geht um Millionen. Jetzt drohen dem Bund teure Gerichtsverfahren und hohe Verluste.
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Die Pannen-Autobahn A9 sorgt regelmässig für Aufregung. Nun decken interne Berichte auf, dass den Bauunternehmen teils Millionensummen zu viel bezahlt wurden.
Foto: Andrea Soltermann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Autobahn A9 im Wallis kostet seit 1999 doppelt so viel wie ursprünglich gedacht
  • Mindestens 12 Mio. Franken wurden laut Astra für Tunnelbau überbezahlt
  • Der Bund könnte 21 Mio. Franken zurückgewinnen
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Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Der Bau der Walliser Autobahn A9 verschlingt Milliarden. Seit Baubeginn 1999 hat sich das Budget bereits verdoppelt. Aber damit nicht genug: Jahrelange Überbezahlung der Baufirmen und teure Rechtsstreits treiben die Kosten weiter in die Höhe.

Die Rollenverteilung ist simpel: Der Kanton Wallis baut und der Bund bezahlt. Nun zeigt eine interne Untersuchung des Bundesamts für Strassen (Astra), dass die Walliser Behörden mehrere Millionen Franken zu viel an die Bauunternehmen zahlten. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, ist der unfertige Riedbergtunnel in der Nähe von Gampel ein besonderer Dorn im Auge der Astra-Revisoren. 

Die Bauleitung stellte sich auf die Seite der Unternehmer

Allein für das Tunnelprojekt prüfte das Astra Forderungen der Unternehmen im Umfang von 35,5 Millionen Franken. Das schockierende Ergebnis: Fast 12 Millionen Franken wurden zu viel verrechnet. Dazu kommt, dass die Dunkelziffer noch höher sein dürfte.

Laut Astra stellte sich die Walliser Bauleitung seit 2011 systematisch auf die Seite der Auftragnehmer. Ob die hohen Rechnungen und Nachforderungen gerechtfertigt waren, ist im Nachhinein schwierig zu prüfen. Lückenhafte Bauberichte und unterschiedliche Resultate von Gutachten machen die Sache komplex.

Bund hat Chance auf 21 Millionen Franken

Sobald sich das Astra einschaltet, wird es teuer: Die Aufklärungsprozesse sowie Verhandlungen vor Gericht führten laut Astra-Papier schon zu «erheblichen Ausgaben öffentlicher Gelder».

Unterdessen geben hängige Verfahren wegen bereits fertiggestellter Autobahnabschnitte einen kleinen Lichtblick. Ein Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle zeigt, dass der Bund 21 Millionen Franken zurückgewinnen könnte. Auf der anderen Seite droht dem Bund laut dem Bericht wiederum ein Verlust von 59,5 Millionen Franken.

Die Geschichte der A9 ist um ein unrühmliches Kapitel reicher. Blick zeigt, was in der Vergangenheit bereits für Aufregung sorgte. 

Autobahn wurde 50 Zentimeter zu schmal gebaut

500 Meter der A9 wurden 2022 etwa 50 Zentimeter zu schmal gebaut. Der Grund: Die Bauleitung vergass das Bankett für die Verkehrssignale. Martin Hutter, Chef der Dienststelle für Nationalstrassenbau (DNSB), räumte gegenüber Blick damals ein, dass der Fehler mehrere 10'000 Franken gekostet hat. 

Bei dieser Teilstrecke wurde 2022 nicht ans Bankett gedacht.

Rückbau wegen schlechter Betonqualität

2023 mussten 32 Meter der Auffahrtsrampe Ost wegen mangelnder Betonqualität zurückgebaut werden. Bezahlt wurden die zusätzlichen 400'000 Franken vom Bauunternehmen. Glücklicherweise machte sich die schlechte Qualität nicht erst nach der Inbetriebnahme bemerkbar – dann wäre es laut Martin Hutter noch teurer geworden. 

Martin Hutter war froh, dass ein Mangel an der Betonqualität früh genug aufgedeckt wurde.

Versprechen an Fussgänger gebrochen

Weil die Autobahn durch den Pfynwald führt, musste die Burgschaft Salgesch 300'000 Quadratmeter des Bodens zur Verfügung stellen. Als Gegenleistung wurde der Gemeinde eine Fussgängerbrücke über die Rhone versprochen, die sie mit dem Pfynwald verbunden hätte. Dass das Bundesgericht 2024 das Projekt aufgrund des Naturschutzes stoppte, sorgte für mächtig Aufregung in der Gemeinde.

An dieser Stelle hätte eine Fussgängerbrücke entstehen sollen.
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