Darum gehts
- Beschuldigte Jessica Moretti könnte Taggeld erhalten.
- Die Zurich prüft offenbar Erwerbsausfall, die Justiz soll nichts dagegen haben.
- 41 Menschen starben, über 100 wurden bei Brandkatastrophe im Le Constellation verletzt.
Ausgerechnet Jessica Moretti (39), Mitinhaberin der Unglücksbar Le Constellation und Beschuldigte im Strafverfahren um die Brandkatastrophe von Crans-Montana VS, könnte wegen des Feuers Geld von ihrer Unfallversicherung erhalten. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, prüft die Zurich Versicherung eine Taggeldleistung wegen eines gesundheitlich bedingten Erwerbsausfalls. Die Walliser Staatsanwaltschaft hat laut Ansa ihr Einverständnis erklärt, dass die Versicherung eine allfällige Leistung auszahlen darf. Ob und wie viel Geld Moretti tatsächlich erhält, ist damit allerdings noch nicht entschieden.
Der Fall sorgt für eine bemerkenswerte Konstellation: Moretti macht gesundheitliche Folgen jenes Brandes geltend, für den sie sich zugleich wegen einer möglichen strafrechtlichen Mitverantwortung vor der Justiz verantworten muss.
Für die Morettis gilt die Unschuldsvermutung
Jessica und Jacques Moretti betrieben gemeinsam die Bar Le Constellation in Crans-Montana. Beim verheerenden Feuer in der Neujahrsnacht kamen 41 Menschen ums Leben, mehr als 100 weitere wurden verletzt.
Die Walliser Staatsanwaltschaft untersucht unter anderem, welche Verantwortung das Betreiberpaar für die Katastrophe trägt. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für beide die Unschuldsvermutung.
Jessica Moretti fürchtet den Jahrestag
Jessica muss sich regelmässig bei den Behörden melden. Ihr Ehemann sitzt seit dem 11. August wegen eines mutmasslichen Falls von Körperverletzung an ihr in Untersuchungshaft und bleibt mindestens bis zum 11. November in Haft. Konkret soll Jacques Jessica Moretti geschlagen haben.
In einem Bericht der Kantonspolizei, die mit der Überwachung der Einhaltung der Beschränkungen beauftragt ist, soll zudem stehen, Moretti habe angesichts der bevorstehenden Feiertage zum Jahresende und des Jahrestages des Brandes «Ängste» geäussert. Sie gehe davon aus, dass die Medien «in dieser Angelegenheit wieder aktiv sein werden», und fürchte «mögliche Einzelaktionen von Angehörigen der Opfer».