Darum gehts
- Der vierjährige Matteo hat zum dritten Mal innert zwei Jahren einen Hirntumor
- Die Ursache der wiederkehrenden Tumore ist unklar
- Die Krankheit belastet die Familie auch finanziell stark
Matteo aus Glis VS ist erst vier Jahre alt – und hatte schon drei Hirntumore. Seine Mutter Catia Carbone (30) sagt, die medizinische Prognose für ihren Sohn Matteo sei mehr als ungewiss. Aber: «Er ist mein kleiner Kämpfer.»
Zum dritten Mal einen Hirntumor
Matteo sitzt auf dem Schoss seiner Mutter, ein Verband bedeckt seine linke Kopfhälfte. Es sind die Spuren seiner letzten grossen Operation. Anfang September musste ihm am Unispital in Basel ein Tumor entfernt werden. «Es war die dritte schwere Operation an seinem Gehirn innert zwei Jahren», sagt Mutter Catia Carbone. Ihre Stimme klingt gefasst, so viel hat sie zusammen mit ihrem Sohn durchstehen müssen. «Ich habe eine Mauer um mich gebaut, damit ich funktionieren kann. Matteo kämpft, also kämpfe ich auch», sagt die 30-Jährige.
Der Leidensweg des Jungen beginnt im Sommer 2024. Eines Tages hat er Fieber und Gleichgewichtsstörungen. Plötzlich kann Matteo auch nicht mehr richtig laufen. Und die Symptome werden schlimmer. Seine Mutter bringt Matteo auf die Notfallstation im Spital, aber dort habe man den Ernst der Lage unterschätzt.
Catia Carbone erzählt: «Ich bestand auf einer Untersuchung durch einen Spezialisten. Doch weil kein Krankentransport nach Basel verfügbar war, fuhren meine Mutter und ich selbst mit Matteo ins dortige Unispital.»
Während der Fahrt droht Matteo immer wieder einzuschlafen. Instinktiv spürt seine Mutter, dass das nicht passieren darf. «Wir haben ihn mit allen Mitteln wachgehalten», sagt sie. In Basel angekommen, erfahren sie, wie wichtig dieser Effort war. «Wäre Matteo eingeschlafen, wäre er wohl ins Koma gefallen», sagt Carbone.
Operationen und Strahlentherapie
Die anschliessende Untersuchung ist ein Schock. Am Kleinhirn von Matteo befindet sich ein tennisballgrosser Tumor! Es folgt eine Notoperation, am nächsten Tag wird der Tumor in einer siebenstündigen OP entfernt. «Von dieser Zeit habe ich ein Black-out. Die Ärzte wussten nicht, ob mein Sohn die Nacht übersteht», sagt die Mutter.
Dann kommt die Strahlentherapie. Der Junge verliert sämtliche Haare, doch die Behandlung scheint zu wirken. «Wir waren optimistisch», erinnert sich die Mutter.
Im Mai 2025 dann aber der erneute Rückschlag: Bei einer Kontrolle wird ein neuer Tumor im Hirn von Matteo entdeckt. «Es hat mir den Boden unter den Füssen weggezogen», sagt Catia Carbone. Wieder OP, wieder Strahlentherapie. Der kleine Körper leidet. Bis heute schielt Matteo auf einem Auge, die Funktionen seiner linken Körperhälfte sind beeinträchtigt. Der «Walliser Bote» schreibt über den Fall, Matteos Schicksal bewegt das Oberwallis.
Die Familie hat die Hoffnung, dass nun alles überstanden ist. Ab Februar 2026 wachsen auch Matteos Haare wieder. «Wir waren überzeugt, dass wir es geschafft hatten. Es gab keine Metastasen, alles sah gut aus», sagt die Mutter. Sie hat sich geirrt.
Matteo muss wieder kämpfen
Im vergangenen Juni wird erneut ein MRT gemacht – und wieder wartet eine böse Überraschung. Die Ärzte entdecken Flecken auf dem Gehirn von Matteo, es sind wieder Tumore.
Anfang September wird Matteo operiert, die Tumore werden entfernt. Der Schädelknochen muss mit Zement verstärkt werden. «Etwas vom Schwersten ist, Matteo zu erklären, warum er das immer wieder durchmachen muss», sagt seine Mutter. Denn ausgestanden ist die Sache noch nicht. Kommende Woche geht es für sieben Wochen zur Bestrahlung nach Basel.
Medizinisch stehen die Ärzte vor einem Rätsel. «Niemand weiss, warum mein Sohn immer wieder Tumore bekommt, so einen Fall hatten sie noch nie», sagt Catia Carbone. Damit bleibt nur die klassische Behandlung aus Operation und Strahlentherapie. Wie lange das gut geht, weiss niemand. «Die Ärzte haben uns erklärt, dass das Risiko, dass der Tumor erneut zurückkommt, leider sehr gross ist. Trotzdem geben wir die Hoffnung nicht auf und kämpfen gemeinsam mit Matteo weiter.»
Die Situation belastet die Familie schwer. Für Mutter Catia Carbone ist es eine Art Funktionieren. «Ich weine nur, wenn ich allein bin», sagt sie und fügt an: «Ich will Matteo und seinem Bruder Giovanni (2) eine möglichst normale Kindheit bieten.»
Finanziell ist es eng
Doch das ist schwierig. Denn zu den Sorgen um das Leben von Matteo kommen auch noch die finanziellen Belastungen. Ihr Mann arbeitet zwar, doch selbst Catia Carbone kann nicht mehr arbeiten, ist bei ihrem Job krankgeschrieben. Entsprechend ist ihr Lohn gekürzt.
Wegen der vielen und langen Aufenthalte in Basel muss die Familie praktisch zwei Haushalte führen. Dazu kommen die Reisekosten nach Basel. «Das sind hohe Kosten, die von den Versicherungen nicht oder nur teilweise übernommen werden», erklärt Carbone.
Ausserdem: Als Mutter belastet es sie sehr, dass sie aufgrund des Geldmangels ihrem Sohn Wünsche verwehren muss. «Er musste schon so viel durchmachen, da will ich ihm nicht auch noch Wünsche abschlagen müssen, weil das Geld fehlt», sagt Carbone.
Die Ersparnisse der Familie sind inzwischen aufgebraucht, Catia Carbone hat sich entschieden, im Internet um Spenden zu bitten. «Ich muss einfach alles versuchen. Zum Glück gibt Matteo uns die Kraft, die wir nicht mehr haben.»