«Sie haben mich verfolgt und an die Wand gedrückt»
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Rentner landet im Spital:«Sie haben mich verfolgt und an die Wand gedrückt»

Feuchtfröhlicher Abend endet mit saftiger Rechnung
«Sie brachten mich gegen meinen Willen ins Spital – jetzt muss ich zahlen»

Für Bruno Troller (79) aus Fiesch VS endet ein Barbesuch mit einem Rettungseinsatz. Am Schluss steht er in Unterhosen und mit einer saftigen Rechnung da. Troller versteht bis heute nicht, warum er gegen seinen Willen ins Spital gebracht wurde.
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Bruno Troller aus Fiesch VS ist gegen seinen Willen in die Notaufnahme gebracht worden.
Foto: Devin Schürch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Rentner Bruno Troller wird gegen seinen Willen ins Spital gebracht
  • Blutalkoholwert bei 1,3 Promille, Diagnose: leichtes Schädel-Hirn-Trauma
  • Kosten von 1400 Franken, Zahlung trotz drohender Betreibung verweigert

Nach einem feuchtfröhlichen Abend im September 2025 wollte Bruno Troller (79) aus Fiesch VS eigentlich nur noch ins Bett. Was er da noch nicht weiss: Die Nacht hat erst begonnen. Polizisten holen den Senior aus dem Bett und schaffen ihn gegen seinen Willen ins Spital. Die Rechnung dafür geht an Troller: 1400 Franken.

Aber von vorne: An jenem Abend hat der Walliser Senior «sicher genug gesoffen», wie er auch gegenüber Blick zugibt. Später sollten im Spital 1,3 Promille Alkohol im Blut gemessen werden. «Hier im Wallis ist das normal», meint Troller dazu salopp.

Kurz vor 20 Uhr macht sich der Alkohol bemerkbar. Als Troller aufstehen will, kippt sein Barhocker um. Der Rentner stürzt und landet auf dem Bauch. Ein anderer Gast alarmiert daraufhin den Rettungsdienst. «Ich habe gesagt, mir gehe es gut und das sei nicht nötig», erinnert sich der 79-Jährige.

Ambulanz begleitet ihn nach Hause

Trotzdem trifft wenig später eine Ambulanz ein. Die Sanitäter wollen Troller untersuchen, doch dieser lehnt ab.

«Von der Bar bis zu meiner Wohnung sind es nur ein paar Hundert Meter», sagt der 79-Jährige. Also macht er sich zu Fuss auf den Heimweg. «Der Krankenwagen fuhr hinter mir her. Die dachten wohl, ich würde nochmals stürzen.»

Unbeschadet kommt Troller zu Hause an, legt sich schlafen. Und denkt, die Sache sei damit abgeschlossen.

«Wurde gegen Wand gedrückt»

Rund eine Stunde später klingelt es. «Ich hatte nur eine Unterhose und ein T-Shirt an und ging so zur Tür», sagt Troller. Vor der Tür steht ein ganzes Ensemble von Einsatzkräften. «Da waren zwei Polizisten, vier Sanitäter, ein Notarzt und zwei Krankenwagen.» Die Einsatzkräfte sagen ihm, er solle sich sofort auf die Tragbahre legen – für ihn gehe es in den Notfall. Troller weigert sich: «Ich sagte, das könnten sie vergessen, mir gehe es gut.» Troller räumt ein, dabei nicht besonders kooperativ gewesen zu sein. «Beleidigt oder bedroht habe ich bei dem Vorfall aber niemanden.»

Als er wieder in seine Wohnung zurückgehen will, greifen die Polizisten ein.

«Ein Polizist drückte mich von hinten gegen die Wand und legte mir Handschellen an», sagt Troller. «Danach legten mich vier Personen mit Gewalt auf den Schragen.»

Die Kantonspolizei bestätigt den Einsatz, äussert sich aber nicht zu Details. Fest steht: Strafrechtlich wird dem Senior nichts vorgeworfen.

Der zuständige Rettungsdienst antwortet auf Blick-Anfrage: «Wenn eine akute medizinische Notlage oder eine erhebliche Eigengefährdung vorliegt und der Patient gleichzeitig die Tragweite der Situation nicht mehr realistisch einschätzen kann, sind Notärzte und Rettungskräfte gesetzlich verpflichtet, im mutmasslichen Willen des Patienten zu handeln.»

Laut Troller erklärte ihm eine Ärztin im Spital, dass der Wirt der Bar ausgesagt habe, er sei viermal gestürzt und sogar ohnmächtig gewesen. Der 79-Jährige widerspricht: «Das stimmt nicht!»

Mehrere Rechnungen

Laut Austrittsbericht diagnostizierten die Ärzte ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma vom Sturz. Am nächsten Morgen wird sein Kopf gescannt, dort gibt es keine Hinweise auf weitere Verletzungen, und Troller darf gehen.

Als er das Spital verlassen will, steht er aber vor einem weiteren Problem: «Ich hatte ja nur Unterhose und T-Shirt an», sagt er. «Deshalb bekam ich Kleidung und 50 Franken für das Taxi zum Bahnhof.» Das Geld habe er noch in der gleichen Woche zurückgebracht.

Einige Tage später folgt die Überraschung. Für den Spitalaufenthalt, den Notarzt und den Rettungstransport erhält Troller mehrere Rechnungen. Einen Teil übernimmt seine Krankenkasse. Trotzdem bleiben Kosten von rund 1400 Franken übrig.

Diese hat er bis heute nicht bezahlt – und das hat er auch in Zukunft nicht vor, trotz Betreibungen. Troller sagt bestimmt: «Wenn ich vor Gericht muss, dann gehe ich vor Gericht. Aber für einen Einsatz, den ich nie wollte, zahle ich keinen Franken!»

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