Zoff im Moretti-Verfahren
Ex-Constellation-Anwalt vertritt jetzt Opferfamilien

Im Verfahren zur Brandkatastrophe von Crans-Montana gibt es Streit um Opferanwalt Alain V. Andere Anwälte werfen ihm laut einem Medienbericht einen Interessenkonflikt vor, weil er 2015 beim Verkauf der Bar involviert war. Was V. dazu sagt.
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Zoff zwischen mehreren Anwälten im Crans-Montana-Verfahren.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • «Le Temps» meldet Zoff um möglichen Konflikt bei Anwalt.
  • 2015 entwarf er den Kaufvorvertrag für das Le Constellation, beim Umbau kam Schaumstoff zum Einsatz
  • Über 40 Tote bei Brandkatastrophe, Opferanwalt sieht keinen Konflikt
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Mattia JutzelerRedaktor News

Neuer Ärger im Verfahren rund um die Brandkatastrophe in Crans-Montana VS? Wie die Westschweizer Zeitung «Le Temps» berichtet, gibt es jetzt Zoff zwischen mehreren beteiligten Anwälten. Grund dafür ist ein angeblicher Interessenskonflikt.

Auslöser für den Streit ist laut der Zeitung Alain V.*, ein Anwalt aus Crans-Montana. Er habe bereits 2015, also mehr als zehn Jahre vor der Brandkatastrophe in der Silvesternacht, mit dem Betreiberpaar der Inferno-Bar Le Constellation, Jessica und Jacques Moretti, zu tun gehabt. Das gehe aus den Akten des Verfahrens hervor.

Anwalt arbeitete Mietvertrag aus

So habe V. damals die ursprünglichen Besitzer des Constellation vertreten, als diese mit den Morettis die Vermietung der Bar verhandelten. Der Anwalt soll damals einen fünfseitigen Vertrag entworfen haben. Das Dokument umfasste laut «Le Temps» auch Punkte wie die in der Bar anstehenden Arbeiten und die Kostenverteilung der geplanten Renovation.

Genau diese Renovation ist nun Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Im Zuge dieser Arbeiten wurde nämlich unter anderem der Schaumstoff eingebaut, der die Brandkatastrophe in der Silvesternacht 2026 auslösen sollte. Über 40 Menschen verloren ihr Leben, mehr als 100 weitere wurden verletzt. Auch die unzureichenden Notausgänge im Le Constellation werden aktuell von den Ermittlern untersucht.

Involvierung sei «schockierend»

Was hat die Rolle von V. in der ursprünglichen Vermietung der Inferno-Bar aber mit dem aktuellen Strafverfahren zu tun? Der Anwalt aus Crans-Montana ist auch in diesen Prozess involviert – als Verteidiger der Opferfamilien. Andere Anwälte würden V.s Rolle im Moretti-Verfahren aufgrund von dessen Vorgeschichte nun kritisieren.

So hätten sich etwa die zwei Anwälte des aktuellen Sicherheitsvorstehers der Gemeinde bei der Staatsanwaltschaft beschwert. Es sei «gelinde gesagt schockierend», dass V. jetzt die Opfer in diesem Fall verteidige. Auch andere Verteidiger würden dem Anwalt aus Crans-Montana einen Interessenskonflikt unterstellen.

V. selbst verteidigte sich in einem Schreiben, das ebenfalls «Le Temps» vorliegt. Er habe 2015 nur einen vorläufigen Vertrag ausgearbeitet und die beiden Parteien lediglich beraten. Die endgültige, überarbeitete und korrigierte Fassung des Vertrags habe er erst 2026 in der Strafakte entdeckt. Dementsprechend bestehe auch kein Interessenskonflikt.

* Name bekannt

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