Darum gehts
- Ein Brand durch Pyrotechnik legt Zugverkehr Lausanne-Prilly-Malley bis 17. Februar lahm
- 40 beschädigte Kabel erfordern 2000 Verbindungen, Arbeiten dauern 6-8 Stunden pro Kabel
- Im betroffenen Zug waren 750 Fans, Tätersuche bleibt kompliziert
An diesem Montagmorgen, dem Beginn der Schulferien, rennen alle im Bahnhof von Lausanne. Der Zugverkehr zwischen Lausanne und Prilly-Malley steht still und bleibt bis Dienstag, den 17. Februar, auf jeden Fall lahmgelegt. Nach Angaben der SBB verursachte der Brand von etwa 40 Kabeln am Sonntagabend grosse Schäden, die umfangreiche und «sehr komplexe» Arbeiten erforderlich machten.
Ursache des Schadens war ein pyrotechnischer Gegenstand, der vermutlich von einem Fan nach dem Derby zwischen Lausanne-Sport und Servette FC am Sonntagnachmittag mitgeführt wurde.
40 «Mutterkabel» beschädigt
Gegen 20.45 Uhr, wenige Sekunden nach Abfahrt des Sonderzuges, wurde offensichtlich ein Knallkörper aus dem Fenster des Waggons geworfen. Der Sprengkörper, der am Ort des Schadens gefunden wurde, soll auf einem Kabeldurchgang gelandet sein und einen Brand verursacht haben.
Rund 40 «Mutterkabel» waren davon betroffen: «Die Notdienste haben sehr schnell eingegriffen, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen, aber wir haben die gesamte Kontrolle über die Sicherheitsanlagen des Bahnhofs Lausanne in Richtung Renens verloren», sagte David Fattebert, SBB-Regionaldirektor für die Westschweiz, an einer Pressekonferenz. «Die Priorität bestand darin, alle Kunden des Sonntagabends an ihren Bestimmungsort zurückzubringen. Dann wurde ein Krisenstab eingerichtet, um den Verkehr für Montagmorgen zu planen.»
Die Kabel senden Signale aus, die für die Sicherheit des Bahnverkehrs unerlässlich sind. Jedes Kabel enthält mehrere Dutzend Drähte, die nun auf jeder Seite mit ihrem «Bruder» verbunden werden müssen.
Das bedeutet 2000 sehr heikle Neuverbindungen und sechs bis acht Arbeitsstunden pro Kabel. Die Sicherheit der wenigen Züge, die derzeit zwischen Lausanne und Renens verkehren können, wird derzeit vom Personal «manuell» gewährleistet, was erklärt, warum nur wenige Verbindungen bereitgestellt werden können.
«Keine Prognose für eine vollständige Wiederherstellung»
Normalerweise werden diese Kabel unterirdisch gesichert. Da im Bahnhof Lausanne jedoch Bauarbeiten stattfinden, wurden die Kabelkanäle vorübergehend verlegt und unter Schalen versorgt, die als Schutzschild gegen Stösse, Witterungseinflüsse und UV-Strahlung dienen sollten. Leider erwiesen sich diese Massnahmen als unzureichend, um die Flammen zu bekämpfen.
Fattebert fuhr fort: «Wir können derzeit keine Prognose für eine vollständige Wiederherstellung abgeben. Wir hoffen, so schnell wie möglich Teile der Anlagen wieder in Betrieb nehmen zu können, um die Anzahl der Züge, die fahren können, zu erhöhen.»
Schwierige Identifizierung des Täters
«Die SBB warnt schon seit langem vor dem völlig unangemessenen Verhalten der Fans in den öffentlichen Verkehrsmitteln, deshalb gibt es auch Sonderzüge für diese Gruppen», sagt Fattebert und beklagt, dass häufig Flaschen auf die Bahnsteige geworfen oder Pyrotechnik abgebrannt werden. Die Sonderzüge sollen jedoch nicht abgeschafft werden: «Sonst würden die Fans in den normalen Zügen sitzen, und das wäre noch schlimmer.»
Die Ermittlungen laufen, aber es könnte sich als schwierig erweisen, den Täter zu identifizieren: «Der betroffene Zug hatte etwa 750 Fahrgäste, und es kommt vor, dass diese Sticker auf die Überwachungskameras kleben», sagt David Fatteber. Zudem handelte es sich um einen der letzten Züge, dessen Fenster von den Passagieren geöffnet werden können: «Wenn man Fans transportiert, die es gewohnt sind, das Material zu zerstören, bietet man ihnen nicht den modernsten Zug an», fügt der Regionaldirektor der SBB in der Westschweiz hinzu. «Das Problem ist nicht das Fenster, das sich öffnet, sondern die Person, die sich hinter dem Fenster befindet.» Bis Ende 2026 werden alle Züge, die Fans befördern, ebenfalls über verriegelte Fenster verfügen.