Eine neue Verbindung von Jeffrey Epstein (1953–2019) in die Schweiz kommt ans Licht. Der schwerreiche Sexualstraftäter pflegte eine Beziehung zu einer jungen Balletttänzerin in Genf, wie die Zeitungen von Tamedia berichten.
Der Redaktion liegen E-Mails und eine Excel-Tabelle vor, die Geschenke und Zuwendungen Epsteins an Frauen aus der ganzen Welt auflistet. Daraus gehe hervor, dass der Financier der damals 18-Jährigen über mehrere Jahre Tausende Dollar überwies. Er flog die Frau zudem mindestens dreimal in die USA ein.
Kontakt von 2004 bis 2008
«Ich werde immer für dich da sein», schrieb Epstein in einer Mail an die Frau, die aus dem Baltikum stammt und in Genf eine Karriere als Tänzerin lancieren wollte. Der Mailverkehr zwischen den beiden dauerte von 2004 bis 2008. In dieser Zeit wurde in den USA bereits wegen Sexualdelikten gegen den Multimillionär ermittelt.
Es ist bekannt, dass Epstein seine Opfer teilweise in Tanzschulen rekrutierte. Allerdings gibt es keinen Hinweis auf Missbrauch an der Genfer Tänzerin. Vielmehr scheint die Beziehung einvernehmlich gewesen zu sein. «Lieber Jeffrey, meine Dankbarkeit für dich ist grenzenlos», heisst es in einer Mail. «Ich vermisse es, dir eine Fussmassage zu geben.»
Konten in Genf?
Schon vorher waren Verbindungen Epsteins in die Schweiz bekannt geworden. Laut der «NZZ am Sonntag» hatte er drei Konten bei der HSBC Private Bank in Genf. Ausserdem soll er hierzulande weitere Frauen angeworben haben.
In den USA muss die Regierung demnächst die sogenannten Epstein-Files veröffentlichen. Daraus werden neue Erkenntnisse in dem Fall erwartet.