Darum gehts
- Trump veröffentlicht private Nachrichten vor WEF in Davos
- Er droht Frankreich mit 200 Prozent Strafzoll auf Wein
- Macron spricht am Dienstag um 14 Uhr vor der Weltpresse
Die wichtigsten Aussagen im Überblick
Seine Rede wurde mit Spannung erwartet. Am Dienstag trat Emmanuel Macron auf die WEF-Bühne und zeigte deutlich, was er von der aktuellen Weltordnung hält. Das waren die zentralsten Aussagen Macrons:
- «Das Völkerrecht wird mit Füssen getreten»: Macron führte aus, dass aus seiner Sicht derzeit das Recht des Stärkeren dominiert. Europa dürfe sich davon nicht unterkriegen lassen
- Zölle: Zölle dürfen aus der Sicht Macrons nicht als Druckmittel eingesetzt werden um die territoriale Integrität eines Landes zu untergraben.
- Europa muss seine wirtschaftliche Unabhängigkeit stärken: «Wir müssen auf Diversifikation setzen und die Vorzüge der Rechtsstaatlichkeit herausheben. «Rechtsstaatlichkeit ist wichtiger als Brutalität»
- Durch gleiche Spielregeln für alle sollen Investitionen gesichert werden
- Zwischen Verbündeten dürfen keine Zölle bestehen. «Das ist unnütze Aggressivität»
Finde Macron!
Der französische Präsident in Davos – begehrt wie ein Hollywoodstar, nicht nur wegen seiner Piloten-Sonnenbrille. Nach seiner WEF-Rede mit einigen Spitzen gegen Trump (ohne ihn zu nennen) wird Macron von einem riesigen Medientross hinausbegleitet.
Wer findet ihn auf dem Wimmelbild? Blick-Reporter Samuel Schumacher fragt ihn beim Rausgehen, warum er die ganze Zeit über eine Sonnenbrille trage. Macron wurde ja erst kürzlich vor laufender Kamera von seiner Ehefrau geohrfeigt. Setzte es kurz vor der Davos-Reise wieder eins ab? Nichts dergleichen, laut Macron. Seine Erklärung (mit einem Lächeln): «Das mache ich, um meine Augen zu schützen.»
«Keine Zeit für neuen Imperialismus»
Macron betont nochmals, wie wichtig es sei, die wirtschaftlichen Herausforderungen zu lösen und sich auf die wahren Schwierigkeiten und nachhaltige die Herstellung von Frieden zu konzentrieren. «Wir haben keine Zeit für neuen Imperialismus», sagt er zum Schluss. Damit endet Macrons Auftritt am WEF. Vielen Dank fürs Mitlesen!
«Das ist völlig verrückt»: Macron über Zölle
Nun geht es in die Diskussion. Blackrock-CEO Larry Fink sagt lachend: «Ich will eigentlich am liebsten von Ihnen wissen, wie Ihre letzten Tage waren?» – in Anspielung an die Äusserungen Trumps über Macron der letzten Stunden. Schliesslich entscheiden sich die beiden jedoch, auf wirtschaftliche Fragen einzugehen.
Macron erklärt nochmals seine Vision für die Wirtschaft Europas. Ein Punkt davon: Das Abbauen der Zölle zwischen den USA und Europa. «Zölle zwischen Verbündeten machen keinen Sinn. Da zerteilt man sich unnötig.» Dann geht Macron auf mögliche Vergeltungsmassnahmen gegen die USA ein. «Wir wurden in eine Situation gebracht, wo wir das möglicherweise einsetzen müssen. Diese unnütze Aggressivität ist völlig verrückt.»
Was Macron meint: US-Präsident Donald Trump hatte angedroht, acht europäische Staaten mit zusätzlichen Zöllen zu belegen, solle der US-Kauf von Grönland nicht voranschreiten. Die EU bereitet deswegen Vergeltungsmassnahmen in einer Höhe von bis zu 86 Milliarden Franken vor.
Macron wirbt für Diversifikation und Rechtsstaatlichkeit
Europa müsse sich diversifizieren. Dabei müssten auch die Firmen mithelfen. «Sie müssen helfen, wo Vereinfachungen erforderlich sind. Wir müssen nicht nur in den Dialog treten, sondern gemeinsam Dinge umsetzen.» Frankreich habe sich diesem Prinzip verschrieben und arbeitet kontinuierlich an der Umsetzung.
«Wir sind ein äusserst erfolgreiches Land und haben ein stabiles Umfeld für Unternehmen.» In Europa herrsche grosse Rechtsstaatlichkeit und Zuverlässigkeit für Unternehmen. Dies sei ein Vorteil, der noch gezielter ausgespielt werden muss. «Das ist ein gutes Umfeld», betont der Präsident. «Rechtsstaatlichkeit ist wichtiger als Brutalität.»
«Wir Europäer sind derzeit zu naiv»
Nun geht Macron darauf ein, was Europa tun kann, um unabhängiger zu werden. «Wir brauchen wirtschaftliche Souveränität.» Es brauche einen funktionierenden Multilaterlismus, um Wachstum zu sichern.
«Wir Europäer sind derzeit zu naiv und müssen an unserer Widerstandsfähigkeit arbeiten.» Europa hinke im Vergleich mit den USA und China hinterher und schütze den Markt zu wenig.
Nun wolle man das mit neuen Initiativen korrigieren. Damit meine er keinen Protektionismus, sondern das Herstellen von gleichen Spielregeln für alle. Es könne nicht nur nach Europa exportiert werden, ohne das Standards eingehalten werden.
«Völkerrecht wird mit Füssen getreten»
«Ich freue mich, heute hier sein zu dürfen», beginnt Macron. «Wir befinden uns ja in einer stabilen, friedlichen und ruhigen Zeit», bemerkt er ironisch. «Nein Spass beiseite: Wir leben in einer Zeit, in dem wir immer mehr einen Wandel zur Autokratie erleben.» Das Völkerrecht werde zunehmend mit Füssen getreten, so Macron. «Imperiale Ambitionen kommen erneut zum Vorschein.» Dabei nennt er den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine als Beispiel.
Die Welt befinde sich in einem Zustand, in dem der Stärkere regiere. Nun spricht Macron den Grönland-Streit an. «Man kann Zölle nicht als Druckmittel einsetzen, um territoriale Integrität zu untergraben.» Ein klarer Seitenhieb gegen US-Präsident Trump. Dies würde offen darauf abzielen, Europa zu schwächen und zu unterwerfen.
Emmanuel Macron betritt WEF-Bühne
Es geht los. Der französische Präsident Emmanuel Macron ist vor Ort eingetroffen und tritt vor die Medien. Er begibt sich mit Sonnenbrille auf die Bühne. Diese trägt er aufgrund eines lädierten Auges.
Beginn verzögert sich
Offenbar verzögert sich Macrons Rede um einige Minuten. Ursprünglich war der Redebeginn für 14 Uhr angesetzt.
Die Ansprache dürfte auf grosses Interesse stossen. Laut unseren Blick-Reportern vor Ort, füllt sich der Saal allmählich. Auch wir sind gespannt.
Macron trägt bei Ankunft am WEF Sonnenbrille
Macron ist im Kongresszentrum angekommen. Dabei trägt er ein besonders lässiges Accessoire. Doch die Sonnenbrille hat nicht nur einen modischen Zweck: Macron hat sich vor ein paar Tagen eine fiese Einblutung im Auge zugezogen. Offenbar ist ein Blutgefäss geplatzt. Um sein Auge zu schützen, trägt er nun die Brille.
Ob er sie auch bei seinem Auftritt auf der WEF-Bühne tragen wird, erfahren wir in wenigen Minuten.
Es war eine ereignisreiche Nacht: Vor dem offiziellen Beginn des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos sorgte US-Präsident Donald Trump (79) dafür, dass das Bündner Dorf in den nächsten Stunden zur Bühne der Weltpolitik werden dürfte.
Auf Truth Social veröffentlichte der US-Präsident mehrere private Textnachrichten zwischen ihm und Nato-Generalsekretär Mark Rutte (58) sowie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48). Letzterer teilte Trump mit, dass er dessen Anspruch auf Grönland nicht verstehen könne, und schlug einen G7-Gipfel nach Ende des WEF vor, um die nächsten politischen Schritte zu klären.
Trump droht Frankreich mit Mega-Zöllen
Am Dienstagmorgen packte Trump dann die Mega-Drohung aus: Er wolle Frankreich mit Strafzöllen von bis zu 200 Prozent auf französischen Wein und Champagner belegen. Dies, weil sich Macron offenbar geweigert habe, einer sogenannten «Gaza-Friedensinitiative» der USA beizutreten. Ausserdem sagte Trump abfällig: «Niemand will ihn, er ist ohnehin bald nicht mehr im Amt.»
Ob es zu einem Treffen kommt, ist noch unklar. Zwar kündigte Trump an, ein «Treffen der verschiedenen Parteien» zu Grönland abzuhalten – wer daran teilnehmen wird und wo es stattfinden wird, ist jedoch noch unklar. Offen ist auch noch, ob Macrons Angebot, ein G7-Treffen am Rande des EU-Gipfels zu organisieren, angenommen wurde.
Macron wird am Dienstagnachmittag (14 Uhr) in Davos vor die Weltpresse treten. Ob er sich zu den Geschehnissen der letzten Stunden äussern wird? Blick berichtet live.