Darum gehts
- Kellerbar «Le Constellation» in Crans-Montana brannte am 1. Januar völlig aus
- Partyfontänen entzündeten Schaumstoffdecke durch DIY-Umbau.
- Einsatz von 70 Feuerwehrleuten, 150 Sanitätern, 42 Ambulanzen und 13 Helikoptern
Nur fünf Minuten dauerte es, bis die Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS in Vollbrand stand. Anhand von Videos und Bildern ist es möglich, die Zeit zwischen dem Ausbruch im Untergeschoss und Eskalation der Feuersbrunst minutengenau zu rekonstruieren. Das Video-Protokoll der verheerenden Silvesternacht.
Die Stimmung ist ausgelassen. Hunderte Jugendliche drängen sich in der Bar Schulter an Schulter, um gemeinsam ins neue Jahr zu rutschen. Es wird getanzt und getrunken, der Champagner fliesst in Strömen. Dieser wird im «Le Constellation» mit sogenannten Partyfontänen serviert, wie ein älteres Werbevideo der Bar zeigt.
Um Punkt 1:26 Uhr hält eine Kellnerin mit Helm zwei solcher Flaschen zu nahe an die Decke der Bar. Dokumentiert ist dieser Zeitpunkt genau, weil das iPhone im Bild (unten) die Zeit anzeigt. Die Frau sitzt dabei auf der Schulter eines weiteren Kellners mit Guy-Fawkes-Maske. Die Decke ist mit Schaumstoff ausgekleidet. Dieser fängt sofort Feuer.
Das erste Video wird direkt danach, gegen 1:27 Uhr aufgenommen. Im Hintergrund läuft der Song «A.W.A.» des französischen Rappers Lacrime, welcher 2:42 Minuten lang ist. Zunächst ist der Brandherd noch vergleichsweise klein. Die Besucher sind weiterhin euphorisch, filmen das Feuer und singen dabei. Ein Jugendlicher versucht, den Brandherd mit einem weissen Tuch «auszupeitschen».
In einem weiteren Video sieht man, dass sich der Brand bereits bedrohlich ausgebreitet hat. Den Jugendlichen, die noch immer filmen, ist die Todesgefahr, in der sie schweben, weiter nicht bewusst.
Immer noch läuft der Song «A.W.A.», als die Ersten die Flucht ergreifen. Auf einem weiteren Video ist der Brand aus einer anderen Perspektive zu sehen. Eine Frauenstimme ist zu hören. Sie sagt «Sortie», also Ausgang. Mehrere Menschen begeben sich zur Treppe und wollen raus. Das Feuer breitet sich aus.
Um 1:30 Uhr alarmiert eine Drittperson den Notruf, weil Rauch aus der Beiz aufsteigt. Zwischen 1:30 und 1:32 Uhr steht der Keller bereits in Vollbrand, wie Videos zeigen. Die Flammen sind bis ins Erdgeschoss vorgedrungen. Menschenmassen versuchen, sich aus der Ausgangstür herauszuquetschen, schlagen Scheiben ein.
Als diese Bilder aufgenommen werden, sind die Einsatzkräfte noch nicht vor Ort.
Diese treffen nach eigenen Angaben um 1:32 Uhr ein. Bald wird eine Grosslage ausgerufen. Insgesamt 70 Feuerwehrleute, 150 Sanitäter, 42 Ambulanzen und 13 Helikopter eilen zur Hilfe, unterstützt von 90 Polizeikräften. Die Feuerwehr bringt den Brand unter Kontrolle, die Sanitäter versorgen die Verwundeten. Um 4:14 Uhr wird eine Helpline eingerichtet, um 5 Uhr morgens sind nach Polizeiangaben alle Verletzten versorgt. Nach und nach wird danach das Ausmass der Feuerkatastrophe bekannt – und erschüttert die ganze Welt.