Darum gehts
- Sturmtief Nils trifft Nachbarländer, Frankreich besonders betroffen, Behörden warnen vor Lebensgefahr
- Lawinengefahr Stufe 4 im Wallis, Skifahrer sollen auf markierten Pisten bleiben
- Windspitzen in der Schweiz bis 60 km/h, Schnee bis ins Flachland Montag
Tote, erste Schäden, Stromausfälle: Sturmtief Nils hat unsere Nachbarländer fest im Griff. Besonders Frankreich ist stark betroffen – die Behörden warnen in mehreren Regionen vor Lebensgefahr. In der spanischen Region Katalonien hat die Regierung ebenfalls Alarmstufe Rot wegen extremen Windes ausgelöst und vorsichtshalber die Schulen geschlossen. Auch auf Mallorca wurden Orkanböen verzeichnet.
Mittlerweile ist das Zentrum von «Nils» Richtung Norddeutschland weitergezogen. Müssen wir uns ebenfalls auf heftige Böen einstellen? Laut Meteorologe Klaus Marquardt von Meteo News spürt man auch hierzulande die Auswirkungen des Tiefs – wenn auch weniger stark. «Am Donnerstagnachmittag wird es windig. Im Flachland rechnen wir mit Windspitzen von 60 bis 80 km/h. In den Bergen wird es deutlich stürmischer.» Auf Böen wie in Frankreich, wo im Südwesten sogar im Flachland die 100-km/h-Marke geknackt wurde, müssen wir uns jedoch nicht einstellen.
Wetter-Achterbahn nimmt Fahrt auf
Parallel zu den Winden gibt es weiteren Regen und in den Bergen fällt Schnee. «Die Schneefallgrenze liegt bei etwa 1200 bis 1300 Metern.»
Am Freitag beruhigt sich die Lage vorerst. Es wird freundlicher und es könnte gar ein Fenster geben, wo sich die Sonne zeigt. «Das ist definitiv die netteste Phase in den nächsten Tagen», erklärt Marquardt.
Anschliessend nimmt die Bewölkung wieder zu und es kommt ab Samstagmittag immer wieder zu Niederschlägen. Ursache dieser Achterbahn ist feuchte Luft, die wie über ein Förderband immer wieder Richtung Schweiz transportiert wird.
«Für Skifahrer ist es nicht ideal»
In den Bergen fällt in den nächsten Tagen viel Schnee. «Die Situation für Skifahrer ist suboptimal», erklärt Marquardt. Zudem sei vor allem im Wallis die Lawinengefahr gross. Der Bund warnt vor Lawinengefahr der Stufe 4. Das heisst: In dieser Lage können bereits einzelne Skifahrer Lawinen auslösen. «Für Wintersportler gilt deshalb: Bleibt auf den gesicherten Pisten!»
In der Nacht auf Montag erreicht der Schnee dann auch das Flachland. «Es schneit bis ganz hinunter. Jedoch regnet es im Verlauf des Montags wieder hinein, die Schneefallgrenze steigt wieder.»
Marquardt fasst zusammen: «Wir werden übers Wochenende keine nachhaltig ruhigere Wetterphase erleben.» Wie es ab Mitte nächster Woche weitergeht, ist noch unklar – erste Modelle deuten aber auf eine weiterhin dynamische Lage hin.