«Egal, wie die Richter entscheiden, es wird eine Signalwirkung haben»
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Blick-Reporter vor Prozess:Gibt es jetzt Genugtuung für die Angehörigen?

Urteil im Bondo-Prozess
Alle fünf Beschuldigten freigesprochen

Das Regionalgericht hat alle fünf Angeklagten im Bergsturz-Prozess von Bondo GR freigesprochen. Acht Menschen starben 2017. Die Staatsanwaltschaft forderte bis zu viereinhalb Jahre Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung.
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Fünf Personen, unter anderem der ehemaligen Gemeindepräsidentin von Bondo Anna Giacometti, wurden der Prozess gemacht.
Foto: keystone-sda.ch
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Alle fünf Beschuldigten wurden im Prozess rund um den Bergsturz in Bondo GR freigesprochen. Das hat das Regionalgericht Maloja im Kongresszentrum in Pontresina GR entschieden. Die Staatsanwaltschaft hatte Gefängnisstrafen von bis zu viereinhalb Jahren gefordert.

Acht Menschen verloren beim Bergsturz in Bondo 2017 ihr Leben. Fast zehn Jahre später wurden insgesamt fünf Personen der Prozess gemacht. Im Fokus der Anklage standen die damalige Gemeindepräsidentin Anna Giacometti, ein privater Geologe mit eigener Firma, ein Forstingenieur des Bündner Amtes für Wald und Naturgefahren, ein Geologe und Bereichsleiter desselben Amtes und ein Förster der Gemeinde Bregaglia.

Den Angeklagten wurde mehrfache, fahrlässige Tötung vorgeworfen. Die Behördenvertreter erkannten in den Augen der Staatsanwaltschaft weit vor dem verheerenden Bergsturz nicht an, dass sich die Sicherheits- und Gefahrenlage am Piz Cengalo drastisch verschlechtert hatte.

Massnahmen verschlafen

In der Anklage heisst es: Die Beschuldigten seien verpflichtet gewesen, «Massnahmen zu empfehlen, um die Sicherheit der Wanderer und Berggänger zu gewährleisten». Das hätten sie verschlafen.

Das Verdikt der Anklage: Hätten die fünf beschuldigten Kantons- und Gemeindeverantwortlichen eine «vorsorgliche Sperrung» der Wanderwege umgesetzt, so wäre der Tod der acht Berggängerinnen und Berggänger «mit grösster Wahrscheinlichkeit vermieden worden».

Giacometti verteidigte sich am Prozesstag Ende August. «Ich bin mir keiner Schuld bewusst», sagte sie vor Gericht. Dennoch beteuerte sie unter Tränen: «Meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer, die damals ihr Leben verloren.»

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