Darum gehts
- Schweiz leidet unter Trockenheit trotz Gewittern; Temperaturen von über 35 Grad erwartet
- Starkregen fliesst oft oberirdisch ab, Böden können Wasser nicht aufnehmen
- Sommer 2026 könnte laut Experten Temperaturen von bis 40 Grad bringen
Ein paar Gewitter und Schauer am Wochenende haben die Hoffnung auf eine Entspannung in Sachen Trockenheit geweckt. Doch genau das täuscht: Kurzzeitiger Starkregen ist für ausgedörrte Böden oft kaum mehr als ein Tropfen auf den heissen Stein.
Die Lage bleibt beunruhigend. In der Schweiz und in weiten Teilen Europas ist die Trockenheit weiterhin ausgeprägt. Der lokale Starkregen vom Wochenende schafft kaum Abhilfe. «Die Niederschläge sind insgesamt zu gering. Treten sie in Form von Gewittern auf, sind sie oft so intensiv, dass ein Grossteil des Wassers oberirdisch abfliesst», erklärt Quirin Beck, Meteorologe bei Meteo News, gegenüber Blick.
«Es ist keine Besserung in Sicht»
Der Grund: Durch die Dürre und Trockenheit sind die Böden relativ dicht und hart. Treffen grosse Wassermengen auf diese Fläche, kommt die Flüssigkeit nicht durch und fliesst oberirdisch wieder ab.
Die Situation in der Schweiz und in Europa ist prekär. «Es ist keine Besserung in Sicht», so Beck. «In den kommenden Wochen gibt es praktisch keine Niederschläge, höchstens in den Bergen sind vereinzelt Hitzegewitter möglich.»
Was würde etwas bringen?
Doch welche Regenart bringt bei Trockenheit etwas? Beck erklärt die unterschiedlichen Regenarten und verrät, welche bei Trockenheit wirklich hilft.
Landregen
Was immer mehr fehlt, ist flächiger Landregen – sanft, anhaltend und genau so, dass das Wasser überhaupt in die Böden einsickern kann. «Regnet es über Tage immer wieder ein bisschen und gleichmässig, wird die oberste Schicht angefeuchtet. Das Wasser findet dann problemlos den Weg in tiefere Schichten», so Beck. Dieser Landregen ist diesen Sommer äusserst selten.
«Durch die hohen Temperaturen und die Hitzewellen ist viel mehr Energie im System. Dadurch fallen die Niederschläge kürzer und kräftiger aus.»
Starkregen
Das sind die typischen Platzregen, die wir aus Gewittern kennen. Sie sind stark und heftig. Oft kommen in wenigen Minuten grosse Niederschlagsmengen zusammen. Sie verharren bei trockenen Böden oft an der Oberfläche und fliessen dann ab.
Frontregen
Beim Frontregen treffen verschiedene Luftmassen aufeinander. Diese weisen unterschiedliche Temperaturen auf. Die warme, leichtere Luft wird dabei nach oben gedrückt, kühlt sich ab und der darin enthaltene Wasserdampf kondensiert zu Regenwolken. Der Regen ist oft lang anhaltend und wenig intensiv. Ausnahmen gibt es aber zum Beispiel bei einer Kaltfront. Hier ist die Grenze der Luftmassen schärfer, dadurch können die Regengüsse zum Teil auch kurz und kräftig ausfallen.
Steigungsregen
Diese Regenart entsteht, wenn feuchte Luft an einem Gebirge aufsteigt. Beim Aufsteigen kühlt die Luft ab, wodurch Wolken und Niederschlag entstehen. Hinter dem Gebirge fällt dagegen meist weniger Regen.
Konvektionsregen
Regen durch starke Sonneneinstrahlung und aufsteigende Warmluft wird Konvektionsregen genannt. Er ist grösstenteils kurz, heftig und häufig mit Gewittern verbunden.