Am Montagmorgen, einen Tag nach den tödlichen Schüssen bei der Pferderennbahn im Schachen in Aarau, herrscht im Lager der Fahrenden Aufbruchstimmung. Einige scheinen schon abgereist, die anderen bereiten die Abfahrt vor. Die Befragungen durch die Polizei scheinen beendet zu sein.
Ein Bild, das Blick vorliegt, zeigt, dass auch ein Fahrzeug der Fahrenden durch die Schüsse am Sonntag in Mitleidenschaft gezogen wurde. Berichten zufolge soll sich der Fahrer des getroffenen Fahrzeugs nur durch ein reaktionsschnelles Fluchtmanöver vor den Schüssen gerettet haben.
«Die Schüsse kamen immer näher»
Ein weiterer Fahrender erklärte gegenüber der «Aargauer Zeitung»: «Die Schüsse kamen immer näher. Das waren die Salven von Maschinenpistolen. Als wir alle raus sind, sind sogar Kugeln an meiner Frau vorbeigeflogen.»
Daraufhin seien alle geflüchtet. «Mein Neffe war der Erste, der rausgefahren ist.» Auf einmal habe ein Auto mit Flutlicht vor ihm gestanden. «Dann sah er einen Mann aussteigen, der eine Pistole auf ihn richtete. Er hat dann Gas gegeben, dann ist ein Schuss ins Auto reingegangen.» Glücklicherweise sei niemand verletzt worden.
Polizei meldet Festnahme
Die Schüsse fielen um 2.30 Uhr in der Nacht auf Sonntag zum Schluss des «Aarauer Raves Vol. 7». Eine junge Frau, die 22-jährige Maria S.*, wurde dabei getötet, fünf weitere Personen wurden teils schwer verletzt.
Von der Täterschaft fehlte zunächst jede Spur. Am Montagmittag gab die Kantonspolizei Aargau jedoch eine Festnahme bekannt. Es handelt sich den Angaben zufolge um einen 43-jährigen Schweizer. Er stehe unter dringendem Tatverdacht. Die Festnahme sei um kurz vor 1 Uhr in der Nacht auf Montag erfolgt.
Nächste Information am Mittwoch
Die Ermittlungen zum genauen Tathergang sowie zu den Hintergründen und dem möglichen Motiv sind gemäss Polizei noch im Gang. Die Polizei geht zum aktuellen Zeitpunkt von einem Einzeltäter aus.
Die Kantonspolizei Aargau will am Mittwoch um 14 Uhr an einer Medienkonferenz über die neusten Erkenntnisse informieren. «Bis zu diesem Zeitpunkt werden keine weiteren Informationen herausgegeben.»
* Name bekannt