Darum gehts
- Frau (56) in Faido angeschossen, später im Spital verstorben
- Explosion in Leontica: 59-Jähriger mutmasslicher Täter stirbt in Trümmern
- Polizei: Sprengkörper und Zünder gefunden, fünf Beamte knapp entkommen
Am Donnerstag wurde eine 56-jährige Frau auf dem Gelände einer Reha-Klinik in Faido TI angeschossen – schwer verletzt und mit einer Schusswunde am Kopf ins Spital gebracht, wo sie kurz darauf verstarb.
In den Abendstunden des nächsten Tags kam es dann in einem Haus in Leontica im Bleniotal zu einer Explosion und einem anschliessenden Brand – zuvor wurden in dem Gebäude Schüsse abgefeuert. Das Haus soll Verwandten eines 59-jährigen Mannes gehören, der im Vorfeld im Zusammenhang mit dem Tod der 56-Jährigen von der Polizei gesucht wurde. Seine Überreste wurden anschliessend aus den Trümmern geborgen.
«Es war eine Frage von Zentimetern»
Bei dem Vorfall wurden auch Beamte verletzt. Wie Andrea Cucchiaro, Leiter der Abteilung für Spezialeinsätze, bei einer Pressekonferenz am Montag laut RSI erklärte, sei es ein Wunder, dass die Einsatzkräfte vor Ort überlebten. «Es war eine Frage von Zentimetern, von Details. Es ist ein Glück, dass diese Polizisten noch am Leben sind.»
Kurz nachdem die Beamten das Haus betreten hätten, sei alles explodiert. Zwei Beamte blieben draussen, einer geriet unter die Trümmer und zwei weitere sassen in einem kleinen Raum fest.
Laut Cucchiaro gehen die Ermittler von einer Falle aus. «Es dauerte zehn Minuten, sie in Sicherheit zu bringen, immer mit der Vorstellung, dass der 59-Jährige noch am Leben war und weitere Aktionen ausführen könnte. Unsere Vermutung ist, dass es sich um eine Falle handelte, dass der Mann mit diesen Schüssen ins Leere jemanden in dieses Haus locken wollte.»
In den Trümmern des Hauses wurden später tatsächlich ein nicht explodierter Sprengkörper und ein Zünder mit einem elektrischen Detonator gefunden.
«Man wollte keine Panik auslösen»
Von einer Warnung an die Bevölkerung des Dorfes wurde gemäss Alberto Marietta, Hauptmann der Kriminalpolizei, abgesehen. «Man wollte keine Panik auslösen. Wir haben die Situation auf der Grundlage der uns zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Informationen abgewogen.»
Wie der Mann an den Sprengstoff gelangte, ist nicht bekannt – klar ist, dass er ordnungsgemäss registrierte Waffen besass.
Auch in den Sozialen Medien würden Spuren verfolgt. Wie tio.ch berichtet, habe die getötete Frau von «Narzissmus» ihres Mannes gesprochen. Sie habe um Hilfe gebeten, aber keine bekommen. Marietta erklärt nun, man werde «auch dieser Spur nachgehen».