Nun äussert sich der Influencer
Jetzt kommt Mirco Casorelli zu Wort. Als erstes sagt er: «Entschuldigen Sie das Gelächter.» Dann fügt er an, dass dieses doch aber deutlich zeige, dass es sich dabei um Comedy handle. Seine Äusserungen habe er nicht ernst gemeint. «Auch den Spruch mit der Joghurt-Sauce kann man doch nicht ernst nehmen», so Casorelli.
Er betont, dass er kein Rassist sei. Schliesslich habe er selbst Migrationshintergrund. Zudem streitet er ab, Fussballer mit dunkler Hautfarbe diskriminierend angegriffen zu haben.
«Ich heisse Bireweich auf Social Media», sagt er und fügt an: «Nur schon, wenn man diesen Namen sieht, ist der Unterschied doch klar. Es wäre anderst, wenn ich beispielsweise Urs Hugentobler heissen würde», sagt er.
Publikum lacht, beim Vorlesen der Vorwürfen
Nun geht es um die heutigen Vorwürfe. Der SFV zeigte den Influencer an, weil er in einem Video über die Spieler der Schweizer Fussball Nationalmannschaft her zog. Dabei bezeichnete er unter anderem Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka als «Schachtelgrinde», Murat Yakin als «Kebab-Verkäufer» und den schwarzen Jordan Lotomba als «gefürchige Gestalt».
Als das Gericht die konkreten Bezeichnungen aus Bireweichs-Video vorliest, ertönt lautes Gelächter aus den Zuschauerreihen. Dies scheint dem Influencer Bestätigung zu geben. Er erhebt die Hände im Gerichtssaal, muss selber lachen und dreht sich dabei um zu den Zuschauenden.
Bireweich hat drei Vorstrafen
Die Richterin befragt den Influencer zu seinen drei Vorstrafen, die er habe. Zwei Vergehen gegen das Waffengesetz und ein Vergehen gegen das Betäubingsmittelgesetz. Er betont, dass er seit acht Jahren nicht mehr kiffe. In den anderen Fällen habe er einmal unerlaubt eine Schreckschusspistole besessen – und einmal sei er mit einem «Butterfly Messer» erwischt worden. Er betont, dass dies doch bereits verjährt sei.
Influencer wird befragt
Nun wird Mirco Casorelli von der Richterin befragt. Auf die Frage, was er beruflich mache, betont er, dass er als Video Creator witzigen Content erstelle. «Wohl aber doch nicht so witzig, sonst wäre ich heute nicht hier», sagt Casorelli.
Richterin weist Zuschauende an
Zum Start spricht die Richterin zu den Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich zahlreich im Gerichtssaal eingefunden haben: «Das heute ist eine Gerichtsverhandlung und kein Theater und kein Zirkus.» Wenn sich jemand nicht daran halte, drohen Konsequenzen.
Verhandlung startet
Mit über zehn Minuten Verspätung beginnt die Verhandlung am Kantonsgericht Schaffhausen. Die Staatsanwaltschaft nimmt an der heutigen Verhandlung nicht teil. Im Gerichtssaal sitzen nur der Beschuldigte Influencer Bireweich und sein Verteidiger.
Anwalt muss Bireweich reinholen
Der Verteidiger von Influencer Bireweich aka Mirco Casorelli wurde soeben vom Gericht angewiesen, dass er seinen Mandanten von draussen hereinholen müsse, weil sich Casorelli noch nicht im Gebäude befindet.
Prozess beginnt nicht pünktlich
Die Verhandlung vor dem Kantonsgericht Schaffhausen sollte eigentlich um 08.30 Uhr starten. Bisher ist der Gerichtssaal allerdings noch leer. Der Beginn verzögert sich.
Bireweich weist Vorwürfe von sich
«Ich lass mich überraschen»: Influencer Bireweich aka Mirco Casorelli zeigt sich vor Prozessbeginn in Schaffhausen entspannt. «Alles andere als ein Freispruch macht für mich keinen Sinn», sagt er zu Blick.
Auch er bestätigt, dass ein möglicher Schuldspruch von ihm weitergezogen wird. Die Rassismusvorwürfe weist er ganz klar von sich. Und sagt: «Ich weiss, dass die einen Spieler das lustig finden. Andere halt nicht.» Sein Humor werde einfach nicht verstanden, das Video sei nur eine Parodie eines anderen gewesen – und der habe es wirklich ernst gemeint.
Während des Interviews ruft Eric Weber lachend dazwischen: «Du wirst verurteilt heute!»
Eric Weber: «Er wird ganz klar verurteilt»
Kurz vor Prozessbeginn trifft Grossrat Eric Weber vor dem Gerichtsgebäude ein. Erfahrungen mit der Justiz hat er bereits genug gesammelt. «Ich bin der Schweizer Politiker, der am meisten im Gefängnis ist – ich bin ständig im Gefängnis.», sagt er zu Blick.
Seine Prognose für den Prozess gegen Mirco Casorelli (40): «Er wird ganz klar verurteilt.» Aber nicht etwa, weil er sich strafbar gemacht hat – sondern, weil das Gericht keinen Mut hat, sagt Weber. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, wird der Fall laut Weber von Bireweichs Anwälten bis vor Bundesgericht gezogen.