«Macht für mich keinen Sinn, dass ich überhaupt da bin»
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Bireweich vor Prozess:«Macht für mich keinen Sinn, dass ich überhaupt da bin»

Nati-Stars beleidigt
Tiktoker Bireweich steht in Schaffhausen vor Gericht

Heute Freitag steht der Influencer Bireweich in Schaffhausen vor Gericht. Der Schweizerische Fussballverband (SFV) hat ihn angezeigt, weil er Nati-Stars mit Migrationshintergrund rassistisch beleidigt haben soll – er sagt, es sei Satire. Blick berichtet live.
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Unterstützt von Influencer-Kollegen: Bireweich (l.) heute Morgen vor Gericht (mit Eric Weber und Rash Junior).
Foto: Raphaël Dupain
vor 1 Minute

Nun äussert sich der Influencer

Jetzt kommt Mirco Casorelli zu Wort. Als erstes sagt er: «Entschuldigen Sie das Gelächter.» Dann fügt er an, dass dieses doch aber deutlich zeige, dass es sich dabei um Comedy handle. Seine Äusserungen habe er nicht ernst gemeint. «Auch den Spruch mit der Joghurt-Sauce kann man doch nicht ernst nehmen», so Casorelli.

Er betont, dass er kein Rassist sei. Schliesslich habe er selbst Migrationshintergrund. Zudem streitet er ab, Fussballer mit dunkler Hautfarbe diskriminierend angegriffen zu haben.

«Ich heisse Bireweich auf Social Media», sagt er und fügt an: «Nur schon, wenn man diesen Namen sieht, ist der Unterschied doch klar. Es wäre anderst, wenn ich beispielsweise Urs Hugentobler heissen würde», sagt er.


vor 6 Minuten

Publikum lacht, beim Vorlesen der Vorwürfen

Nun geht es um die heutigen Vorwürfe. Der SFV zeigte den Influencer an, weil er in einem Video über die Spieler der Schweizer Fussball Nationalmannschaft her zog. Dabei bezeichnete er unter anderem Xherdan Shaqiri und Granit Xhaka als «Schachtelgrinde», Murat Yakin als «Kebab-Verkäufer» und den schwarzen Jordan Lotomba als «gefürchige Gestalt».

Als das Gericht die konkreten Bezeichnungen aus Bireweichs-Video vorliest, ertönt lautes Gelächter aus den Zuschauerreihen. Dies scheint dem Influencer Bestätigung zu geben. Er erhebt die Hände im Gerichtssaal, muss selber lachen und dreht sich dabei um zu den Zuschauenden. 

vor 11 Minuten

Bireweich hat drei Vorstrafen

Die Richterin befragt den Influencer zu seinen drei Vorstrafen, die er habe. Zwei Vergehen gegen das Waffengesetz und ein Vergehen gegen das Betäubingsmittelgesetz. Er betont, dass er seit acht Jahren nicht mehr kiffe. In den anderen Fällen habe er einmal unerlaubt eine Schreckschusspistole besessen – und einmal sei er mit einem «Butterfly Messer» erwischt worden. Er betont, dass dies doch bereits verjährt sei.

vor 14 Minuten

Influencer wird befragt

Nun wird Mirco Casorelli von der Richterin befragt. Auf die Frage, was er beruflich mache, betont er, dass er als Video Creator witzigen Content erstelle. «Wohl aber doch nicht so witzig, sonst wäre ich heute nicht hier», sagt Casorelli. 


vor 16 Minuten

Richterin weist Zuschauende an

Zum Start spricht die Richterin zu den Zuschauerinnen und Zuschauer, die sich zahlreich im Gerichtssaal eingefunden haben: «Das heute ist eine Gerichtsverhandlung und kein Theater und kein Zirkus.» Wenn sich jemand nicht daran halte, drohen Konsequenzen. 

vor 19 Minuten

Verhandlung startet

Mit über zehn Minuten Verspätung beginnt die Verhandlung am Kantonsgericht Schaffhausen. Die Staatsanwaltschaft nimmt an der heutigen Verhandlung nicht teil. Im Gerichtssaal sitzen nur der Beschuldigte Influencer Bireweich und sein Verteidiger. 


vor 29 Minuten

Anwalt muss Bireweich reinholen

Der Verteidiger von Influencer Bireweich aka Mirco Casorelli wurde soeben vom Gericht angewiesen, dass er seinen Mandanten von draussen hereinholen müsse, weil sich Casorelli noch nicht im Gebäude befindet.

vor 31 Minuten

Prozess beginnt nicht pünktlich

Die Verhandlung vor dem Kantonsgericht Schaffhausen sollte eigentlich um 08.30 Uhr starten. Bisher ist der Gerichtssaal allerdings noch leer. Der Beginn verzögert sich.

vor 39 Minuten

Bireweich weist Vorwürfe von sich

«Ich lass mich überraschen»: Influencer Bireweich aka Mirco Casorelli zeigt sich vor Prozessbeginn in Schaffhausen entspannt. «Alles andere als ein Freispruch macht für mich keinen Sinn», sagt er zu Blick. 

Foto: Raphaël Dupain

Auch er bestätigt, dass ein möglicher Schuldspruch von ihm weitergezogen wird. Die Rassismusvorwürfe weist er ganz klar von sich. Und sagt: «Ich weiss, dass die einen Spieler das lustig finden. Andere halt nicht.» Sein Humor werde einfach nicht verstanden, das Video sei nur eine Parodie eines anderen gewesen – und der habe es wirklich ernst gemeint. 

Während des Interviews ruft Eric Weber lachend dazwischen: «Du wirst verurteilt heute!» 

vor 59 Minuten

Eric Weber: «Er wird ganz klar verurteilt»

Kurz vor Prozessbeginn trifft Grossrat Eric Weber vor dem Gerichtsgebäude ein. Erfahrungen mit der Justiz hat er bereits genug gesammelt. «Ich bin der Schweizer Politiker, der am meisten im Gefängnis ist – ich bin ständig im Gefängnis.», sagt er zu Blick. 

«Das Gericht erkennt nicht, dass Bireweich Komiker ist»
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Grossrat Eric Weber vor Ort:«Gericht erkennt nicht, dass Bireweich Komiker ist»

Seine Prognose für den Prozess gegen Mirco Casorelli (40): «Er wird ganz klar verurteilt.» Aber nicht etwa, weil er sich strafbar gemacht hat – sondern, weil das Gericht keinen Mut hat, sagt Weber. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, wird der Fall laut Weber von Bireweichs Anwälten bis vor Bundesgericht gezogen. 

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