Proteine vermindern Stress
Forscher entschlüsseln Blut-Geheimnis für ein langes Leben

Forscher aus Genf und Lausanne haben herausgefunden: Das Blut von Hundertjährigen enthält 37 Proteine, die den Alterungsprozess verlangsamen könnten. Diese Entdeckung könnte neue Therapien gegen Altersgebrechlichkeit ermöglichen, so die Universität Genf.
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Ein hohes Alter zu erreichen, ist möglicherweise eine Frage des Blutes.
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Darum gehts

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  • Forschende aus Genf und Lausanne analysierten Hundertjährige und deren Blutproteine
  • 37 Proteine ähneln Profilen jüngerer Menschen, darunter Schutz gegen oxidativen Stress
  • In der Schweiz sind 0,02 Prozent der Bevölkerung über 100 Jahre alt
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Ein hohes Alter zu erreichen, ist möglicherweise eine Frage des Blutes. Forscher der Universitäten Genf und Lausanne haben entdeckt, dass das Blut von Hundertjährigen 37 Proteine enthält, deren Profil dem von jüngeren Menschen erstaunlich ähnlich ist.

Fünf dieser Proteine stehen im Zusammenhang mit oxidativem Stress, der vermutlich den Alterungsprozess beschleunigt, wie die Universität Genf UNIGE am Dienstag mitteilte.

Der oxidative Stress sei deutlich geringer, sagte Flavien Delhaers, Forscher am Institut für Zellphysiologie und Stoffwechsel der medizinischen Fakultät der UNIGE und Erstautor der Studie, die in der Fachzeitschrift «Aging Cell» veröffentlicht wurde.

Langlebigkeit und Stoffwechsel hängen zusammen

Zu den «überraschend» jungen Proteinen, die im Blut von Hundertjährigen gefunden wurden, gehören solche, die die extrazelluläre Matrix regulieren. Andere Proteine könnten eine Rolle bei der Abwehr von Krebs spielen. Ein weiteres Protein deutet darauf hin, dass Hundertjährige «ein gutes Kohlenhydratgleichgewicht aufrechterhalten».

Die Langlebigkeit scheint somit mit einer fein regulierten Stoffwechselgesundheit zusammenzuhängen, bei der der Stoffwechsel eher optimiert als intensiviert wird, schrieb die UNIGE. Diese Ergebnisse könnten «langfristig» den Weg für neue therapeutische Ansätze zur Bekämpfung der Gebrechlichkeit der älteren Bevölkerung ebnen.

Nicht ausschliesslich Genetik

Die Forscher sagten jedoch, dass die Geheimnisse eines langen Lebens nicht nur auf der Genetik beruhen. Dieser Faktor ist weniger wichtig als eine gesunde Lebensweise. Ernährung, körperliche Aktivität und soziale Kontakte sind wichtige Hebel. Übergewicht zu vermeiden hilft ebenfalls, den Stoffwechsel zu erhalten.

Die Forschung der Universitäten Genf und Lausanne wurde im Rahmen der Studie «Swiss100» durchgeführt, einem Schweizer Forschungsprojekt, das sich mit Hundertjährigen befasst und sich auf vier Bereiche stützt: Soziologie, Psychologie, Medizin und Biologie. In der Schweiz machen Hundertjährige 0,02 Prozent der Bevölkerung aus.

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