Darum gehts
- Karies erhöht Schlaganfallrisiko laut US-Studie, veröffentlicht in «Neurology»
- Parodontitis plus Karies steigert Schlaganfallrisiko um 86 Prozent
- 6000 Personen über 21 Jahre untersucht, 10 Prozent erlitten Schlaganfall
Karies erhöhen die Gefahr für das Auftreten eines Schlaganfalls dramatisch. Das hat eine neue US-Studie gezeigt.
Souvik Sen von der Neurologischen Abteilung der Universität des US-Staats South Carolina in Columbia und die Co-Autoren haben ihre Untersuchung vor kurzem in «Neurology» veröffentlicht.
Schlaganfall-Prophylaxe sollte demnach bei weitem nicht nur Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie etwa Bluthochdruck und Cholesterin umfassen, sondern auch zum Zahnarzt führen.
Mehrjährige Studie
Neben Karies wiesen die Forschenden die negativen Effekte auch für die sogenannte Parodontis, eine chronische Entzündung des Zahnfleisches, nach.
Die Experten werten die Daten von rund 6000 Probandinnen und Probanden aus, die zwischen 1996 und 1998 auch zahnmedizinisch untersucht worden waren. Es waren gesunde Personen. Im Mittel wurden sie 21 Jahre lang auf Schlaganfälle und Herzinfarkte beobachtet. Rund 3000 dieser Personen litten an Parodontitis ohne Karies, rund 1200 an Parodontitis plus Karies. Den restlichen Personen war eine gute Zahngesundheit attestiert worden.
Risiko mehrere Prozent erhöht
Die Resultate waren eindeutig. Im Beobachtungszeitraum erlitten 4,1 Prozent der Personen mit guter Zahngesundheit einen sogenannten ischämischen Schlaganfall. Diese Art von Schlaganfall entsteht durch eine plötzliche Minderdurchblutung des Gehirns, meist verursacht durch ein Blutgerinnsel, das ein Gefäss verschliesst. Alleinige Parodontitis steigerte diese Gefährdung auf 6,9 Prozent. Parodontitis plus Karies führten zu einer Häufigkeit solcher schwerwiegender neurologischer Akuterkrankungen von zehn Prozent.
Als die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der statistischen Analyse alle möglichen Störfaktoren ausglichen, war Parodontitis plus Karies mit einem um 86 Prozent erhöhten Risiko für einen Schlaganfall verbunden. Schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse traten insgesamt um 36 Prozent häufiger auf. «Regelmässige Zahnpflege war hingegen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für Parodontitis (minus 19 Prozent) und für Parodontitis plus Karies (minus 81 Prozent) verbunden», stellten die Autoren in der Studie fest.