Nach filmreifer Suche
Zuger Autovermieter findet geklauten Porsche in Berlin wieder

Ein anonymes Netzwerk, ein Musikproduzent und eine Adresse in Berlin: So fand Enea Nosetti aus dem Kanton Zug seinen gestohlenen Porsche GT3 wieder. Die Polizei hat das Auto sichergestellt.
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Der gestohlene Porsche aus dem Kanton Zug wurde in Berlin gefunden.
Foto: En Sportcars / En Wraps Cham GmbH

Darum gehts

  • Der gestohlene Porsche GT3 von Autovermieter Enea Nosetti wurde nach sieben Tagen in Berlin gefunden
  • Hinweise aus der Öffentlichkeit und Kolja Goldsteins Netzwerk führten zur Adresse einer Garage
  • Die Polizei stellte den Wagen mit mazedonischem Kennzeichen sicher, die Weitergaben werden abgeklärt
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Pauline BouillonRedaktorin News Desk

Kanton Zug: Vor über einer Woche vermietete Enea Nosetti (30) seinen blauen Porsche GT3 weiter. Der Chef von En Wraps Cham GmbH / En Sportcars in Cham ZG gab den Wagen an eine Partnerfirma ab. Der angebliche Kunde: ein 24-Jähriger aus Winterthur ZH. Die Papiere des Mannes? Fälschungen. Der Porsche kam nicht zurück. Nosetti schlug Alarm und meldete sich bei Blick. Nun kommt Bewegung in den Fall.

Ein Hinweis führt zum nächsten

Nachdem Blick einen Bericht veröffentlicht hatte, meldeten sich zahlreiche Menschen bei dem jungen Mann. Sie berichteten von möglichen Sichtungen und dubiosen Verkaufsgesprächen. «Jemand hat in Essen mitbekommen, wie über den Porsche verhandelt wurde», sagt Nosetti zu Blick. Parallel aktiviert der 30-Jährige sein persönliches Netzwerk. Über Kontakte kommt er auch mit dem deutschen Rapper und Musikproduzenten Kolja Goldstein (34) in Verbindung. Die beiden arbeiten zusammen. Goldstein mobilisiert weitere Kontakte – und die Suche nimmt Fahrt auf.

Bezahlter Informant liefert die heisse Adresse

«In drei Tagen haben wir das Auto ausfindig gemacht. Über einen Informanten haben wir schliesslich die Adresse in Berlin erhalten», erzählt Nosetti. Für den Hinweis fliesst Geld. Goldstein schickt daraufhin Leute zum angegebenen Standort. Sie bleiben die ganze Nacht vor Ort. Vor Ort lassen sich die Männer die Garage vom Eigentümer öffnen. Drinnen steht der GT3. Als sie den Mieter wegen des Autoschlüssels zur Rede stellen, alarmiert der Hausbesitzer die Polizei.

Nordmazedonisches Kontrollschild

Doch die Geschichte wird immer mysteriöser. Nach Angaben von Nosetti wurde der Porsche seit dem Verschwinden mehrfach weitergegeben oder weiterverkauft. Inzwischen trägt der Wagen sogar ein nordmazedonisches Kontrollschild. Auch eine beschädigte Scheibe und eine abgekratzte Seriennummer werfen Fragen auf. Trotz der Auffälligkeiten scheint sich der Sportwagen insgesamt in einem guten Zustand zu befinden.

Nosetti erhielt zudem Videos, die das Auto mit komplett zerlegtem Armaturenbrett zeigen. «Das ist aber jetzt wieder alles zusammengebaut», erzählt er. Wie der GT3 nach Berlin gelangt ist und wer alles seine Hände im Spiel hat, klärt nun die Polizei ab. Weitere Informationen kann die Polizei auf Nachfrage von Blick nicht geben. Die Ermittlungen laufen.

«Es ist mir sehr wichtig, Danke zu sagen»

Für Nosetti ist der Fund eine enorme Erleichterung. Statt eines möglichen Totalverlusts von 180'000 Franken besteht nun die Hoffnung, den Porsche bald wieder in die Schweiz zu holen. Allerdings muss er noch auf die Freigabe durch die Berliner Behörden warten. «Ich rechne damit, dass das Ganze noch ein bis zwei Wochen dauern wird.» Neben Goldstein vergisst Nosetti auch die vielen Menschen nicht, die sich nach dem öffentlichen Aufruf meldeten und Hinweise lieferten. «Es ist mir sehr wichtig, Danke zu sagen», betont der 30-Jährige.

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