«Er ist einfach nicht aufgetaucht!»
Mieter macht sich mit Porsche von En Sportcars aus dem Staub

Eine Zuger Firma vermietete einen teuren Porsche, den der Mieter nie mehr zurückbrachte. Jetzt soll der Sportwagen in Deutschland auf dem Schwarzmarkt zum Verkauf stehen.
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Dieser Porsche wurde Enea Nosetti gestohlen.
Foto: En Sportcars / En Wraps Cham GmbH

Darum gehts

  • Nosetti aus Cham vermietete via Firma einen Porsche 911 GT3.
  • Der Mieter aus Winterthur gab ihn nicht zurück; GPS: Hamburg.
  • Der Tracker wurde getrennt; Nosetti erstattete Anzeige.
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Fabrice ObristRedaktor News

Enea Nosetti (27) führt die kleine Firma En Sportcars in Cham im Kanton Zug. Hauptsächlich bietet er Folierungen für Autos an, sogenannte Carwrappings. Er vermietet aber auch Autos: einen Lamborghini, einen McLaren und drei Porsche.

Derzeit sind es aber nur zwei Porsche. Denn seinen dritten Porsche, einen 911 GT3, hat er vor kurzem vermietet – und vom Mieter nie wieder zurückbekommen.

«Das ist in Ordnung»

Vermietet hat er ihn an eine Firma, die den Porsche dann an den «richtigen» Mieter weitervermietet hat. Sechs Tage lang wollte der Mann, mutmasslich Jahrgang 2004 und mit Wohnsitz in Winterthur ZH, den Sportwagen mit 510 PS fahren.

Am Abend vor der Rückgabe des Porsche schaute Nosetti auf sein Handy, wo er mittels GPS-Tracking den Standort all seiner Fahrzeuge sehen kann. Das Auto war jedoch immer noch in Hamburg. Darauf angesprochen, fragte der Mieter, ob er das Auto noch einen weiteren Tag mieten könne. «Wir haben gesagt, das ist in Ordnung», erzählt Nosetti. So weit, so gut.

«Ich habe einen Alarm bekommen»

Doch auch am nächsten Tag, dem Dienstag, fuhr der GT3 nicht in Richtung Schweiz. «Als wir ihn kontaktierten, fragte er, warum wir so stressen würden und dass er in vier Stunden zurück sei. Doch er ist einfach nicht aufgetaucht.»

Den Standort des Wagens konnte er immer noch sehen – bis der mutmassliche Dieb am Abend dem Tracker auf die Schliche kam. «Ich habe einen Alarm bekommen, dass der Tracker von der Stromquelle getrennt wurde. Er lief dann noch eine Weile mit dem Akku weiter, bis er ein paar Stunden später leer war.» Am Donnerstag ging Nosetti dann zur Zuger Polizei und erstattete eine Anzeige.

Verkauf auf Snapchat?

Es haben sich bereits Autofahnder bei ihm gemeldet, die sich auf das Aufspüren von gestohlenen Autos spezialisiert haben. Aber die müssen bezahlt werden, und eine Erfolgsgarantie gibt es auch hier nicht.

Auf Instagram ging sein Suchaufruf zum gestohlenen Porsche viral. Der Zuger hat sogar schon Anrufe von Leuten aus Deutschland erhalten, die behaupten, dass das Auto dort in einer Lagerhalle steht und über Snapchat verkauft wird. Interesse soll schon aus Dubai und Lettland bekundet worden sein. «Aber das ist natürlich nicht unabhängig bestätigt.»

«Auf jeden Fall nie mehr»

Für einen entscheidenden Hinweis, der zur Rückführung des Porsche führt, hat Nosetti einen Finderlohn ausgesetzt. Die Höhe könne noch besprochen werden. So oder so hat er aus dem Vorfall gelernt. «Mit dieser Firma, die den Porsche weitervermietet hat, arbeiten wir auf jeden Fall nie mehr zusammen.»

Die Kantonspolizei Zug erklärt gegenüber Blick, dass man «aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Auskunft» zum Fall geben könne. Die Sachlage könne man somit «weder bestätigen noch dementieren».

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