Darum gehts
- Stettfurt im Thurgau hat mikrobiologisch verunreinigtes Trinkwasser, seit Dienstag bekannt
- 50 Kinder der Primarschule krank, Symptome ähneln Colibakterien-Infektionen
- Wiederherstellung der Wasserversorgung dauert Tage, ganzes Gemeindegebiet betroffen
In der Gemeinde Stettfurt im Kanton Thurgau ist das Wasser aktuell nicht mehr trinkbar. Es ist mikrobiologisch verunreinigt, wie die Gemeinde am Dienstag auf ihrer Website erklärte. Mehrere Blick-Leser meldeten daraufhin, dass Dutzende Einwohner von Stettfurt über Magen-Darm-Beschwerden klagen. Auch auf Facebook finden sich entsprechende Meldungen.
«Meine Mutter hat davon getrunken», berichtet ein Leser, der ein Haus in Stettfurt besitzt. Er habe zudem gehört, dass über 50 Kinder der örtlichen Primarschule krank seien. «Sie haben Durchfall und müssen erbrechen. Es sind auch viele Erwachsene betroffen.» Ein weiterer Leser ergänzt: «Ganz Stettfurt liegt flach.»
Schulpräsident Charly Dohr bestätigt auf Blick-Anfrage, dass es am Montag 52 Krankmeldungen gab, am Dienstag waren noch 35 von 150 Kindern krank und am Mittwoch waren es noch 32. Dohr betont jedoch: Es sei nicht sicher nachgewiesen, dass die Kinder aufgrund des Trinkwassers erkrankt seien.
«Alle plündern die Läden mit Wasser»
Die Betroffenen kritisieren vor allem die aus ihrer Sicht fehlenden Informationen. «Niemand weiss, warum und seit wann das Wasser verschmutzt ist. Alle plündern die Läden mit Wasser.»
Bis auf Widerruf darf die Bevölkerung kein Trinkwasser aus den Leitungen beziehen. Die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung könnte mehrere Tage dauern. Aktuell ist das gesamte Gemeindegebiet betroffen.
Gemeindepräsident: «Wir wissen von erkrankten Erwachsenen und Kindern»
Auf Anfrage erklärt die Gemeinde, dass ihr keine Zahlen zu aktuellen Krankheitsfällen vorliegen. «Uns ist nicht bekannt, dass überwiegend Kinder erkrankt sind. Wir wissen von erkrankten Erwachsenen und Kindern», betont Gemeindepräsident Markus Bürgi gegenüber Blick.
Die Krankheitsfälle sind der Gemeinde laut Bürgi seit Anfang der Woche bekannt. «Zu jenem Zeitpunkt hatten wir aber noch keine Hinweise auf einen allfälligen Zusammenhang mit der Wasserversorgung.»
«Die Symptome können Colibakterien zugeordnet werden»
Bisher sei nicht näher untersucht worden, ob die Erkrankungen in direktem Zusammenhang mit der Verunreinigung des Trinkwassers stehen. «Die Symptome, von denen wir erfahren haben, können aber auch Colibakterien zugeordnet werden.» Bisher haben Proben des Trinkwassers diese Bakterien im Wasser nachgewiesen.
Die Gemeinde habe die Schulen laut Bürgi direkt informiert. Die Ursache der Verunreinigung ist weiterhin unklar. Bürgi betont: «Im Moment kümmern wir uns um die Versorgung der Bevölkerung und die Ermittlung der Ursache.»