«Viele unmoralische Angebote»
Traditions-Hotel steht zum Verkauf – für 2,5 Millionen

Nach turbulenten Jahren steht das Hotel Toggenburg in Wildhaus SG leer. Seit dem 31. Oktober ist das 3-Sterne-Haus geschlossen. Besitzer Paul Beutler (80) will verkaufen, doch die Suche nach Käufern gestaltet sich schwierig.
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Paul Beutler (80) verkauft sein Hotel Toggenburg in Wildhaus SG.
Foto: PD

Darum gehts

  • Das Hotel Toggenburg in Wildhaus SG ist seit dem 31. Oktober geschlossen
  • Besitzer Paul Beutler lehnt dubiose Angebote ab und sucht Schweizer Käufer
  • Hotel bietet 3 Sterne, grosses Restaurant, Verkaufspreis: 2,5 Mio. Franken
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Im Hotel Toggenburg in Wildhaus SG gehen die Lichter aus! Seit dem 31. Oktober ist das traditionsreiche Haus geschlossen, der Strom abgestellt. Besitzer Paul Beutler (80) sucht einen Käufer für sein Lebenswerk, wie das «St. Galler Tagblatt» zuerst berichtet hat. Für 2,5 Millionen Franken steht das Hotel zum Verkauf. Doch die Suche nach einem neuen Eigentümer gestaltet sich schwierig.

«Das Geld ist der grösste Streitpunkt», sagt Beutler im Gespräch mit Blick. «Ich habe auch unmoralische Angebote erhalten.» Es habe Interessenten aus Frankreich oder England gegeben. «Die wollen mich persönlich sehen, zahlen mir den Flug», berichtet er. «Und versprechen, dass sie mir das Geld dann in bar übergeben.» Sowas komme für ihn nicht in Frage. «Ich lasse mich sicher nicht mit einem Koffer voller Geld am Zoll verhaften. Und gehe in meinem Alter noch ins Gefängnis», sagt er und lacht.

«Sie macht das Büro, er steht in der Küche»

Beutler bevorzugt eine einheimische Lösung. «Am liebsten würde ich mein Hotel einem Schweizer Paar verkaufen. Sie macht das Büro, er steht in der Küche», sagt er. Im Haus habe es eine schöne Wohnung für die neuen Besitzer. Es dürften auch Quereinsteiger sein. «Aber sie müssen die Region kennen», so Beutler weiter. Für ihn ist klar: «Ich verkaufe nicht an trümmlige Investoren, bei denen ich nicht weiss, was sie mit der Liegenschaft machen!»

Denn der Hotelier glaubt ans Potenzial des 3-Sterne-Hotels mit 30 Zimmern und einem grossen Restaurant. «Es steht am richtigen Ort, direkt bei den Bahnen», sagt er. «Das Restaurant ist immer gelaufen, viele Ferienhausbesitzer haben regelmässig bei uns gegessen.» Beutler ist auch heute noch täglich zwei, drei Stunden im geschlossenen Hotel. «Ein so grosses Haus darf man nicht einfach leer stehenlassen.»

«Muss jetzt zu mir schauen»

Zwei konkrete Interessenten gibt es derzeit. Ob sie das Geld auftreiben können, ist aber noch offen. Für Beutler ist deshalb klar, dass das Hotel Toggenburg im Winter wohl geschlossen bleibt. Selber noch einmal an der Rezeption stehen, das will er nicht. «Ich kann nicht mehr, muss jetzt zu mir schauen», sagt er.

Hinter Beutler liegen nämlich turbulente Jahre. Ende 2023 ging das damalige Pächterpaar Konkurs. Beutler sprang nochmals selbst als Hoteldirektor ein. Ende 2025 übernahmen neue Pächter – doch das endete im Fiasko. Laut Beutler bezahlten sie weder Miete noch Lieferanten. Sogar Gäste mit Reservation standen vor verschlossenen Türen. Der Schaden: 150'000 Franken.

Erst Ende Juni wurde der Hotelier die Pächter mithilfe der Polizei los, wie damals das «St. Galler Tagblatt» berichtet hat. Im Juli eröffnete Beutler sein Hotel nochmals an den Wochenenden. Jetzt ist endgültig Schluss.

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