Am Freitagabend begann um 21.30 Uhr ein grosser Polizeieinsatz bei einem Schulfest in Goldach SG. Polizeisprecherin Natascha Scherrer bestätigte gegenüber Blick die Evakuierung der Schule und eine eingeleitete Fahndung. Wonach gefahndet wurde, blieb auch Stunden später für die Uniformierten weiterhin unklar. Es sollen Schüsse gefallen sein, doch das sei «noch nicht verifiziert», sagt Scherrer. Verletzt wurde niemand.
Laut einer Polizeimeldung seien bei der Notruf- und Einsatzzentrale «verschiedene Meldungen von angeblichen Schüssen eingegangen». Als «Vorsichtsmassnahme» wurden Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen ins Schulhaus geführt, wo sie zunächst ausharren mussten. Berichten zufolge gab es dabei eine Grosskontrolle.
Um 2 Uhr dann die Entwarnung: «Nach aktuellem Kenntnisstand kam es zu keiner Schussabgabe», informierte die Polizei. «Die wahrgenommenen Knallgeräusche stammen mutmasslich von pyrotechnischen Gegenständen.»
300 Personen betroffen
Auf Bildern waren mit automatischen Waffen und Nachtsichtgeräten ausgerüstete Spezialeinheiten zu sehen. Die Schulleitung erliess zunächst folgende Meldung an die Eltern und forderte diese auf, nicht zur Schule des Oberstufenzentrums Goldach zu kommen:
Stand 23.45 Uhr harrten die Personen weiterhin bei der Schulanlage aus. «Wir sind bemüht, sie begleitet zu evakuieren und nach Hause zu bringen», so die Kantonspolizei St. Gallen auf erneute Anfrage. Laut Polizei waren rund 300 Personen betroffen.
Kurz vor 1.30 Uhr folgte die Bestätigung, dass die Evakuierung abgeschlossen sei. Die Jugendlichen «konnten mit den wartenden Eltern vereint werden», so die Polizei in einer Mitteilung.
Bilder zeigen, wie Jugendliche während der Evakuierung teils die Hände erhoben hatten. Der Grund dafür ist unklar.
Verunsicherte Anwohner
Gleichzeitig mit der Schulparty hatte in Goldach auch das lokale Fest Dorfbummel für Gross und Klein stattgefunden. Anwohner Philipp W. sagte gegenüber Blick, die Lage sei komplett verworren gewesen. «Kurz herrschte regelrechte Hysterie. Leute rennen herum, man soll in die Häuser, aber niemand hat etwas gesehen oder gehört.»
Man habe zwar Blaulicht, aber keine Schüsse gehört. Die Lage sei wieder ruhig, man sitze draussen in einer Gartenbeiz. «Alles ist ungewiss», sagt W. «Man hört aus jeder Ecke etwas anderes. Niemand nimmt es wirklich ernst. Niemand hat eine Ahnung, was wirklich los ist.»
Verdächtige Person
In der Nähe des Einsatzortes war vorübergehend ein Mann festgenommen worden. Er hatte die Sperrzone unerlaubterweise betreten, soll mit den Vorkommnissen des Abends aber nichts zu tun haben, wie die Polizei später meldete.
Laut einem Leserreporter soll er im Besitz einer Sturmhaube gewesen sein. Kurzzeitig sei er mit Handschellen gesichert worden.
Die Kantonspolizei St. Gallen hat zu den Vorfällen am Abend Ermittlungen aufgenommen. Im Einsatz standen mehrere Patrouillen und diverse Spezialeinheiten der Kantonspolizei St. Gallen sowie von benachbarten Polizeikorps.