Darum gehts
- Richi Bolt zeigt sich nun doch offen für eine Übernahme der Sportbahnen Braunwald AG
- Beim Kaufpreis liegen die Parteien noch weit auseinander – ein Gutachten soll Klarheit schaffen
- Für die Wintersaison 2026/27 kommt eine Rettung aber ohnehin zu spät
Eigentlich war das Schicksal der Sportbahnen in Braunwald GL besiegelt – mit einem bitteren Ende: Hauptaktionär und Verwaltungsratspräsident Richi Bolt (57) liess die Frist für ein Übernahmeangebot durch das Kollektiv «Bruunwald zäme» verstreichen. Das Kaufangebot von 300'000 Franken für Bolts Aktienanteile blieb unbeantwortet.
Nun keimt verhalten Hoffnung auf: Wie die Interessengemeinschaft aus Einheimischen und Ferienhausbesitzern in ihrer Whatsapp-Gruppe vermeldet, haben nun doch Gespräche mit Bolt stattgefunden. «Nach Ablauf der Frist haben wir erneut Kontakt mit Richi Bolt aufgenommen», erklärt Bettina Ledergerber (41) von «Bruuwald zäme» gegenüber Blick. «Anfang Woche haben wir uns an einen Tisch gesetzt und mit ihm unseren Übernahmevorschlag besprochen.»
Dieser sieht neben dem Kauf der 46-prozentigen Aktienanteile der Sportbahnen AG auch einen Erlass der aufgelaufenen Schulden vor. Sie belaufen sich auf knapp 4 Millionen Franken.
Preisvorstellungen für Aktienkauf klaffen auseinander
Das Gespräch hat gezeigt: «Die Preisvorstellungen für die Aktienanteile gehen weit auseinander», so Ledergerber. Wie weit, will sie nicht verraten. Man sei aber erfreut, dass nun ein Dialog stattfinde. Bereits am Sonntag erklärte die Vereinigung, diesen «weiterhin mit allen Seiten» suchen zu wollen. Das habe man nun getan, sagt Ledergerber. Doch auch wenn jetzt doch Gespräche laufen: Für die Wintersaison 2026/27 kommt jede Rettung zu spät.
Ein unabhängiges Gutachten soll jetzt den Wert der Infrastruktur der Sportbahnen beurteilen. «Damit erhalten alle Seiten eine nachvollziehbare Grundlage für die weiteren Verhandlungen.» Ob Ledergerber zuversichtlich ist, dass man sich beim Kaufpreis noch einig wird? «Wir arbeiten weiter an einer tragfähigen Lösung für Braunwald», sagt die Initiantin. «Falls wir uns finden, müssen wir flexibel schauen, was wir aus der Situation machen können.» Es sei für beide Seiten wichtig, dass man sich Zeit für weitere Abklärungen nehme.
Die Sportbahnen Braunwald AG schreiben seit Jahren tiefrote Zahlen. Im Juni beschloss der Verwaltungsrat die sofortige Einstellung des Skibetriebs – ein Entscheid, den «Bruuwald zäme» scharf kritisiert. Auch die Gumenbahn soll Ende Oktober stillgelegt werden. Deshalb stehen nun auch die Skischule und der Klettersteig vor dem Aus.