Chronologie des Inferno-Horrors
3:36
Chronologie der Inferno-Nacht:In diesem Moment fängt die Decke Feuer

Vier Monate nach Inferno
Italienisches Brandopfer erhält 70'000-Franken-Spitalrechnung

Im Walliser Skiort Crans-Montana kam es in der Silvesternacht zu einem verheerenden Brand, der 41 Todesopfer forderte. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Am Montag, 13. April, wurde der Gemeindepräsident von Crans Montana, Nicolas Féraud, befragt.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die verheerende Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation forderte 41 Todesopfer
  • Gegen das Barbetreiberpaar Jacques und Jessica Moretti wird ermittelt
  • Das Feuer wurde durch Sprühkerzen an Champagnerflaschen ausgelöst
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Blick Newsdesk
19:46 Uhr

Italienisches Brandopfer erhält 70'000-Franken-Spitalrechnung

Fast vier Monate sind seit der Brandkatastrophe von Crans-Montana vergangen. Jetzt landen bei den italienischen Verletzten der Silvesternacht die ersten Spitalrechungen in den Briefkästen – obwohl eigentlich der Kanton Wallis dafür aufkommen sollte.

Trotzdem erhielt die Familie eines 16-jährigen Brandopfers eine Rechnung von knapp 70'000 Franken für einen 15-stündigen Spitalaufenthalt in Sitten VS. Das berichtet der «Corriere della Sera». «Wir waren sehr überrascht», sagt der irritierte Vater der betroffenen Familie dem «Corriere». Nach der Brandkatastrophe sei ihnen nämlich mitgeteilt worden, dass der Kanton Wallis die medizinischen Kosten der Brandopfer übernehmen werde.

Die betroffene Familie nahm daraufhin Kontakt mit dem italienischen Botschafter in Bern auf. Dieser setzte sich wiederum mit den Walliser Behörden in Verbindung. Die Zusendung der Rechnung beruhe wohl auf einem Irrtum, hiess es von Seiten der Behörden. «Die Angehörigen der verletzten Jugendlichen haben absolut nichts zu zahlen», versichert der Botschafter. Ob noch weitere italienische Familien eine solche Rechnung erhalten haben, ist nicht klar.

08:40 Uhr

Mutter von Cyane Panine startet Social-Media-Kampagne

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Cyane Panine (†24) arbeitete als Kellnerin in der Bar Le Constellation in Crans-Montana VS. Sie starb in der Silvesternacht im Inferno. Am Samstag wäre die junge Frau 25 Jahre alt geworden. Ihr Vater hat sich jetzt im Gespräch mit dem französischen TV-Sender M6 erneut emotional geäussert.

«Ich kann es immer noch nicht fassen, dass meine kleine Tochter nicht mehr da ist und wir ohne sie leben müssen», sagte er bei einem Besuch auf dem Friedhof in Sète im Süden Frankreichs, wo seine Tochter begraben liegt. «Sie war fröhlich, immer für einen Spass zu haben und hat alle um sich herum zum Lachen gebracht», erinnert er sich an seine Tochter.

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Dem Betreiberehepaar Moretti hat er noch nicht verziehen. Mitte Januar hatte Jessica Moretti die Beziehung zwischen dem Paar und der Saisonkraft als eng beschrieben. Die Familie widersprach vehement.

«Sie vertraute ihren Arbeitgebern und den Schweizer Behörden und hat dafür einen hohen Preis bezahlt. Aber ich hoffe, dass die Gerechtigkeit sie nicht im Stich lässt», betont ihr Vater vor der Kamera. Es sei «kein einfacher Unfall» gewesen.

Mit einer Social-Media-Kampagne erhofft sich die Mutter von Cyane Panine eine «Welle der Unterstützung».

Zum 25. Geburtstag von Cyane hat ihre Mutter in den sozialen Medien eine Kampagne ins Leben gerufen, um allen Opfern zu gedenken. Wie der Radiosender ICI Hérault berichtet, sollen die Teilnehmer mit dem Hashtag #operationpapillonC eine unterstützende Nachricht oder eine freundliche Geste in Form eines Textes, Fotos oder Videos teilen.

«Ich wünsche mir etwas Konkretes, etwas, das die Erinnerungen lebendig hält», sagte Cyanes Mutter Astrid dem Sender. Sie hoffe auf «eine Welle der Unterstützung, einen kleinen Lichtblick für alle um uns herum, für alle Verletzten, für alle Verstorbenen.» Weiter erklärt sie: «Ich wollte etwas tun, damit ich nicht in Trauer und Wut verharre.»

19.04.2026, 06:16 Uhr

Was wusste Féraud wirklich?

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Der Gemeindepräsident von Crans-Montana VS, Nicolas Féraud (55), soll vor der Staatsanwaltschaft in Sitten behauptet haben, die Gemeinde habe alle nötigen Massnahmen ergriffen, um gesetzliche Kontrollen sicherzustellen. Dokumente, die der «Tages-Anzeiger» einsehen konnte, widersprechen dieser Darstellung. Jahrelang war demnach klar: Es fehlten die Ressourcen, um die vorgeschriebenen Kontrollen vollständig durchzuführen. 

Bereits im August 2018 soll der damalige Sicherheitschef in einem Bericht gewarnt haben: «Leider ist es mir nicht möglich, alles zu machen.» Er forderte entweder mehr Personal oder die Akzeptanz, dass Brandschutzgesetze nicht eingehalten werden könnten. Zwar soll eine 40-Prozent-Teilzeitstelle geschaffen worden sein, doch der Angestellte soll sich als ungeeignet erwiesen haben; schon bald wurde er entlassen. Auch in späteren Jahren sollen Hunderte Kontrollen nicht durchgeführt worden sein.

Nicolas Féraud ist Gemeindepräsident in Crans-Montana VS.
Foto: AFP

Ein Bericht von 2021 zeigt laut der Zeitung, dass Crans-Montana lediglich 1,4 Stellenprozente für diesen Bereich bereitstellte – im Vergleich dazu beschäftigte die kleinere Gemeinde Nendaz drei und Monthey sogar fünf Personen. Ein konkreter Plan, um die fehlenden Kontrollen nachzuholen, soll nie erarbeitet worden sein.

Zudem soll es am Montag zu einem Eklat gekommen sein: Offenbar wurden von der Gemeinde nicht alle relevanten Unterlagen an die Staatsanwaltschaft geliefert. Ein Opferanwalt wird vom «Tages-Anzeiger» dazu zitiert. Es sei «schockierend», dass die Beschuldigten selbst entscheiden würden, welche Dokumente sie einreichen.

Féraud steht weiterhin im Visier der Justiz, es wird weiter gegen ihn ermittelt. Mein Kollege Daniel Macher hat in einem Protokoll das Versagen des Gemeindepräsidenten aufgearbeitet. Du findest es hier.

18.04.2026, 10:14 Uhr

Suva-Kliniken melden erste Rehabilitationserfolge

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Auch drei Monate nach dem Brandunglück in der Bar Le Constellation laufen für einige der Opfer Rehabilitationsmassnahmen. Die Suva-Kliniken in Sitten VS und Bellikon AG haben am Freitag in einer Medienmitteilung eine Zwischenbilanz gezogen und erste Erfolge vermeldet.

«16 Patientinnen und Patienten konnten in den Suva-Kliniken in Sitten und Bellikon vom stationären Rehabilitationsangebot profitieren und wurden bereits entlassen», heisst es in der Mitteilung. Die meisten von ihnen sind wieder in ihren Alltag zurückgekehrt: Sie haben Beruf oder Schule wiederaufgenommen oder kehren Stück für Stück in ihr vertrautes Umfeld zurück.

Die Suva-Klinik in Sitten im Kanton Wallis.

Acht Patientinnen und Patienten, deren Körperoberfläche zu 50 bis 70 Prozent verbrannt sind, absolvieren aktuell noch eine Rehabilitation in den beiden Spezialkliniken. Sie werden nicht die letzten sein. Nach heutigem Wissensstand rechnen die Suva-Kliniken in den kommenden Wochen und Monaten mit der Aufnahme von rund 16 weiteren Patientinnen und Patienten mit Verbrennungen an mehr als 70 Prozent der Körperoberfläche. Teilweise werden diese auch aus dem Ausland in die Schweiz verlegt werden. 

17.04.2026, 07:26 Uhr

Nur 20 Prozent der Gebäude wurden kontrolliert

Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk

Die Gemeinde Crans-Montana steht zunehmend im Fokus der Justiz. Nach der Anklage gegen Jacques und Jessica Moretti, die Betreiber der Bar Le Constellation, die in Flammen aufging und 41 Todesopfer sowie 115 Verletzte forderte, hat die Walliser Staatsanwaltschaft nun auch das Verhalten der Gemeindebehörden ins Visier genommen.

Wie «24 Heures» berichtet, werden immer mehr Fälle möglicher «schwerer Versäumnisse» im Bereich des Brandschutzes bekannt. Jahresberichte des Sicherheitsdienstleiters aus den Jahren 2018 bis 2020 belegen zum Beispiel erhebliche Defizite. Nur 20 Prozent der Gebäude wurden überprüft, während 300 Objekte sowie zahlreiche Restaurants, Bars und Geschäfte unkontrolliert blieben.

Die mangelhafte Organisation der Gemeinde wurde auch in einem Audit von 2023 kritisiert, das auf Führungsprobleme, unzureichende Ressourcen und eine Abkopplung von den operativen Erfordernissen hinweist. 

Eine Kernfrage der Ermittlungen lautet: Hätte die Tragödie im Le Constellation verhindert werden können? So wurde beispielsweise 2015 kurz vor der Eröffnung der Bar eine hochentzündliche Schaumstoffisolierung an der Decke angebracht – und über zehn Jahre nicht beanstandet. Auch war die als Notausgang deklarierte Tür zum Zeitpunkt der Katastrophe verschlossen. Warum solche Sicherheitsrisiken toleriert wurden, bleibt ungeklärt.

16.04.2026, 17:05 Uhr

Staatsanwaltschaft lehnt Sonderermittler ab

Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk

Im Fall der Katastrophe von Crans-Montana bleibt die Untersuchung in den Händen der Walliser Behörden. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis hat einen Antrag auf Einsetzung eines unabhängigen Sonderstaatsanwalts abgelehnt.

Der Antrag war am 9. Februar 2026 von Rechtsanwalt Garen Ucari eingereicht worden. Er vertritt die Familie eines Opfers und forderte, dass externe Ermittler ausserhalb des Kantons die Untersuchung übernehmen. Ziel war es, mögliche Interessenkonflikte zu vermeiden und die Unabhängigkeit der Ermittlungen zu stärken.

Nun hat die Staatsanwaltschaft entschieden: Mit Beschluss vom 15. April 2026 wird kein Sonderstaatsanwalt eingesetzt.

Die Behörden begründen ihren Entscheid damit, dass es sich zwar um ein aussergewöhnliches Ereignis mit internationaler Tragweite und grossem medialem Interesse handle. Dennoch sei die zuständige Zentralstelle innerhalb des Kantons speziell für solche komplexen Fälle vorgesehen und inzwischen personell verstärkt worden.

Zudem könnten im Rahmen der Ermittlungen auch Verantwortlichkeiten von gewählten Vertretern oder Verwaltungsangestellten auf kantonaler oder kommunaler Ebene geprüft werden. Trotzdem sieht die Staatsanwaltschaft keinen Anlass, die Untersuchung aus der Hand zu geben.

Man verfüge über die nötigen Mittel, um das Verfahren effizient, unabhängig und objektiv zu führen, heisst es weiter. Auch eine zügige Bearbeitung sei gewährleistet.

16.04.2026, 12:08 Uhr

Ermittlungen gegen vier weitere Personen eingeleitet

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Mehr als 100 Tage sind nach dem Silvester-Inferno von Crans-Montana vergangen. Seit Mitte März ermittelt die Walliser Staatsanwaltschaft gegen ​insgesamt neun Personen​. Nun hat die Staatsanwaltschaft offenbar eine Strafuntersuchung gegen vier weitere Personen eingeleitet, wie ​«Le Nouvelliste»​ unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Keystone-SDA schreibt. 

Der derzeitige Gemeinderat, der für die Sicherheit der Gemeinde Crans-Montana zuständig ist, wurde demnach vorgeladen – genauso wie der Stellvertreter der Abteilung für öffentliche Sicherheit. Bis anhin wurde nur der ehemalige Gemeinderat für Sicherheit befragt. 

Foto: keystone-sda.ch

Der ehemalige Gemeindepräsident von Chermignon (2009–2016), Jean-Claude Savoy, muss sich Mitte Mai ebenfalls der Fragen der Staatsanwälte und Anwälte stellen. Bei der vierten Person handelt es sich um den ehemaligen Gemeinderat für öffentliche Sicherheit von der Gemeinde Chermignon. Am 1. Januar 2017 fusionierte Chermignon mit den Gemeinden Mollens, Montana und Randogne zur Gemeinde Crans-Montana. 

Insgesamt wächst die Liste der Personen, gegen die ermittelt wird, also auf 13 an. 

In den vergangenen Tagen wurden täglich Gemeindeangestellte der Gemeinde Crans-Montana befragt – darunter auch Gemeindepräsident Nicolas Féraud. Er gab an, nichts von fehlenden Kontrollen gewusst zu haben. 

Zudem stand der Verdacht im Raum, der Gemeindepräsident könnte sich mit einem anderen Angeklagten im Geheimen abgesprochen haben. Am Mittwoch wurde Kevin Barras (36), ehemaliger Gemeinderat und Sicherheitsvorsteher von Crans-Montana, vernommen. Während seiner Anhörung erzählte dieser, er habe Féraud den letzten Tagen zweimal getroffen, darunter einmal am Dienstag in dessen Wohnung. Das berichtete ​RTS​ mit Berufung auf mehrere anonyme Quellen.

15.04.2026, 14:08 Uhr

Hat sich Féraud mit Ex-Sicherheitsvorsteher abgesprochen?

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Am Montag hatte der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud (55), bei seiner Anhörung viele der anwesenden Opferanwälte irritiert. Féraud behauptete, nichts von den Problemen mit den Sicherheitskontrollen im Le Constellation gewusst zu haben. «Niemand hat mich vor der Brandkatastrophe darüber informiert», hatte er bei seiner Vernehmung gesagt, wie Rai News berichtete.

Foto: KEYSTONE/CYRIL ZINGARO

Die Inspektionen in der Inferno-Bar hatten seit 2019 nicht mehr stattgefunden. Die Aussage des Gemeindepräsidenten stand im völligen Widerspruch zu den Darstellungen anderer Behördenmitglieder. Einige Vertreter der Zivilparteien bei der Anhörung in Sitten waren nicht von Férauds Aufrichtigkeit überzeugt. «Er hat bisweilen den Eindruck erweckt, auszuweichen», so etwa Opferanwalt Gilles-Antoine Hofstetter gegenüber «Le Temps».

Jetzt steht der Verdacht im Raum, der Gemeindepräsident könnte sich mit einem anderen Angeklagten im Geheimen abgesprochen haben. Am Mittwoch wird Kevin Barras (36), ehemaliger Gemeinderat und Sicherheitsvorsteher von Crans-Montana, vernommen. Während seiner Anhörung erzählte dieser, er habe Féraud den letzten Tagen zweimal getroffen, darunter einmal am Dienstag in dessen Wohnung. Das berichtet RTS mit Berufung auf mehrere anonyme Quellen.

Laut Barras hätte es sich dabei um Höflichkeits- und Unterstützungsbesuche gehandelt. Diese Ankündigung sorgte aber trotzdem bei vielen der im Verhandlungssaal Anwesenden für Erstaunen. Laut RTS habe dieses Treffen bei einigen den Eindruck erweckt, dass es zwischen den zwei Angeklagten eine Absprache gegeben habe und dass beide wohl bereit seien, gegenüber der Staatsanwaltschaft übereinstimmende Versionen ihrer Geschichte vorzulegen.

Die Anhörung von Barras wird voraussichtlich den ganzen Mittwoch über fortgesetzt. 

15.04.2026, 08:53 Uhr

Ex-Sicherheitsvorsteher von Crans-Montana wird verhört

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Jetzt geraten die politischen Vertreter ins Rampenlicht der Ermittlungen rund um die Brandkatastrophe von Crans-Montana. Nachdem am Montag Gemeindepräsident Nicolas Féraud (55) in Sitten VS verhört wurde, muss am Mittwoch nun der junge FDP-Politiker Kevin Barras (36) zu seiner ersten Anhörung antraben. Er war von 2021 bis 2024 als Gemeinderat in Crans-Montana für die öffentliche Sicherheit in der Gemeinde zuständig.

Im Fokus dieser Befragungen stehen die versäumten Brandschutzkontrollen im Le Constellation. 2019 wurde die Inferno-Bar zum letzten Mal inspiziert. Während seiner Zeit als Gemeinderat wäre Barras der politische Verantwortliche für diese Brandschutzkontrollen gewesen. Deshalb wird auch gegen den 36-Jährigen ermittelt, der mittlerweile als Kantonsrat tätig ist. Ihm werden fahrlässige Brandstiftung sowie Körperverletzung und Totschlag vorgeworfen.

Es bleibt abzuwarten, ob auch Barras die Verantwortung für die versäumten Inspektionen von sich weisen wird. Gemeindepräsident Féraud hatte bei seiner Anhörung am Montag behauptet, nichts von den Problemen mit den Sicherheitskontrollen gewusst zu haben. «Niemand hat mich vor der Brandkatastrophe darüber informiert», hatte er bei seiner Vernehmung gesagt, wie Rai News berichtete.

Férauds Darstellung stand damit im völligen Widerspruch zu den Aussagen anderer Behördenmitglieder. Der ehemalige Sicherheitschef der Gemeinde sagte beispielsweise bei seiner Anhörung aus, dass die Brandschutzkontrollen wegen Personalmangel nicht durchgeführt werden konnten. Blick-Reporter Pascal Scheiber und Helena Graf haben in diesem Artikel die bekannten Probleme mit den Inspektionen zusammengefasst.

Wie sich Barras zu diesem Thema äussert, wird sich zeigen. Laut «Le Temps» setzte er sich im Oktober 2021 für eine zusätzliche Stelle beim Personal der Sicherheitsabteilung ein. Vor seiner Anhörung wollte er sich allerdings nicht mehr zu diesem Thema äussern, wie die Westschweizer Zeitung schrieb. 

14.04.2026, 14:38 Uhr

Tourismus-Chef entschuldigt sich bei Jessica Moretti

Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk

Ein zentraler Zeuge im Fall Crans-Montana hat sich erneut zu seinen Aussagen über die Brandnacht geäussert. Der Hotelier und Präsident von Crans-Montana Tourisme, Jean-Daniel Clivaz, entschuldigt sich in einer Medienmitteilung für falsche Angaben über Barbetreiberin Jessica Moretti. 

Foto: Linkedin

Demnach habe die italienische Talkshow Quarta Repubblica Mitte Januar einen Beitrag gesendet, wonach Jessica Moretti in der Nacht des Brandes mit der Kasse unter dem Arm aus dem Constellation geflohen sei. Diese Aussagen seien ihm zugeschrieben worden, heisst es in dem Schreiben, das Blick vorliegt. 

«Ich bedauere zutiefst, diese mir zugeschriebene Aussage nie widerlegt zu haben. Diese Falschmeldung, die ich in dem beschriebenen Zusammenhang weitergegeben habe, fand weltweite Beachtung, was ich bedauere.», schreibt Clivaz weiter. «Ich entschuldige mich bei Jessica Moretti dafür, dass ich ihr Ansehen und ihre Integrität zu Unrecht geschädigt habe.»

Bereits vor zwei Wochen hatte Clivaz seine Aussagen über Jacques Moretti widerrufen. Am 30. März erklärte der Hotelier, er habe weder mit Moretti gesprochen noch ihn auf die Gefahren des schallabsorbierenden Schaums hingewiesen, mit dem der Barbetreiber die Decke verkleidet hatte. Zuvor hatte Clivaz noch behauptet, er habe Moretti vor dem verwendeten Material gewarnt.

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