VA Gerlafingen SO Mann belästigt zwei Frauen
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Nara Tailor-Ramos (12) hat Angst:«Ich gehe nicht mehr im Wald spazieren»

Nach zwei mysteriösen Vorfällen – Spaziergänger in Gerlafingen SO in Angst
Wer ist der Unbekannte von diesem Waldstück?

Spaziergänger in Angst: Ein bislang unbekannter Mann hat in einem Quartierwald in Gerlafingen SO Anfang Woche an zwei Abenden jeweils junge Frauen verängstigt. Blick hat sich umgehört.
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Ein Mann sorgt in diesem Waldstück bei Gerlafingen SO für Angst und Schrecken.
Foto: Ralph Donghi

Eine Jugendliche packte er am Arm, einer jungen Frau stellte er sich in den Weg und rannte ihr nach: Ein Mann hat in einem Quartierwald in Gerlafingen sowohl am Montagabend wie am Dienstagabend jeweils Frauen belästigt. Die Polizei ermittelt.

So sprach der bisher Unbekannte am Montag gegen 18.40 Uhr eine Jugendliche im Waldstück zwischen der Friedhof-, Grütt- und Kriegstettenstrasse an. Er packte sie auch am Arm. Die Teenagerin konnte sich losreissen und rannte in die nahegelegene Wohnsiedlung. Daraufhin wurde die Polizei verständigt.

Am Dienstag dann ein ähnlicher Fall: Wieder wird eine Frau gegen 18.40 Uhr von einem Mann belästigt. Der Unbekannte stellte sich ihr in den Weg. Anschliessend rannte er ihr sogar einige Meter nach. Laut der Polizei handelt es sich mutmasslich um den gleichen Mann.

Welche Absicht der Mann dabei verfolgte, ist derzeit nicht bekannt, schreibt die Polizei Kanton Solothurn. Verletzt wurde bei beiden Vorfällen niemand.

«Ich habe mega Angst»

Blick trifft am Donnerstag auf Nara Tailor-Ramos (12) aus Gerlafingen SO und ihre Mutter. Diese erlaubt ihrer Tochter, mit Blick zu sprechen. Die Familie wohnt nahe an dem Waldstück. Dort gehen sie mit den Hunden spazieren. Im Gespräch mit Blick sagt die 12-Jährige, sie habe gehört, dass ein Mädchen fast gekidnappt worden wäre. «Sie wollte nach Hause gehen. Dann ist ein Mann gekommen und hat probiert, sie mitzuziehen.» Ein Junge soll die Schreie des Mädchens gehört haben. «Er kam dann dazu und sah, wie der Mann an dem Mädchen zog. Der Junge rannte dann mit dem Mädchen weg.»

Nach den beiden Vorfällen hat Schülerin Nara Tailor-Ramos (12) aus Gerlafingen SO Angst, alleine in den Wald zu gehen.
Foto: Ralph Donghi

Die betroffene Teenagerin, die der 12-Jährigen bekannt ist, habe nun Angst. Der Fall verfolge auch Tailor-Ramos, gibt sie zu: «Ich habe mega Angst, mit dem Hund im Wald spazieren zu gehen. Ich gehe einen anderen Weg jetzt.» Auch sonst habe sie Angst, rauszugehen.

Nicht alleine in den Wald gehen

Auch Özlem Goncalves (27), Fachfrau Gesundheit aus Gerlafingen SO, ist am Donnerstag nahe des Quartierwaldes unterwegs. Sie macht mit Ehemann Dani (27) und der gemeinsamen Tochter (2) einen Spaziergang. Angesprochen auf den Fall sagt Goncalves: «Es ist schade, dass es solche Leute gibt. Aber es gibt immer wieder solche Leute – leider!»

Die Fachfrau Gesundheit Özlem Goncalves (27) rät anderen Frauen, nicht alleine in den Wald zu gehen.
Foto: Ralph Donghi

Anderen Frauen rät Goncalves, nicht alleine – sondern am besten mit einer Freundin oder als Gruppe – in den Quartierwald zu gehen. «Oder sonst einen anderen Weg als durch den Wald zu gehen wählen», so die Mutter.

«Der Mann sollte sich Hilfe holen»

Markus Zwygart (68), Rentner aus Derendingen SO, ist am Donnerstag mit dem Velo im Waldstück unterwegs. Um sich selbst macht er sich keine Sorgen, dafür aber um Frauen: «Wir sind in der freien Schweiz und sollten uns frei bewegen können – egal, ob Mann oder Frau! Aber als Frau ist es gäng ein bisschen schwieriger.»

Markus Zwygart (68), Rentner aus Derendingen SO, findet es schade, dass sich Frauen wegen des Unbekannten nicht frei bewegen können.
Foto: Ralph Donghi

Gerne wüsste Zwygart, was den Mann antreibt. «Vielleicht hat er psychische Probleme und ist in Behandlung.» Sein Rat: «Der Mann sollte sich Hilfe holen.»

«Polizei macht das Bestmögliche»

Auch Hans Mörker (81), Rentner aus Gerlafingen SO, spaziert im Quartierwald. Er selbst hat keine Bedenken. «Wir gehen nur tagsüber in den Wald.» Zu den Vorfällen sagt er: «Es ist tragisch!»

Hans Mörker (81), Rentner aus Gerlafingen SO, glaubt, dass die Polizei «ihr bestmögliches» in diesem Fall tut.
Foto: Ralph Donghi

Dass die Polizei nicht vor Ort ist, versteht Mörker. «Einer Polizei kann man nicht noch mehr anlasten. Ich denke, die Polizei macht das Bestmögliche.»

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