Mit Tauchpumpen und Fässern
Dreiste Wasser-Diebe legen Dorfbrunnen in Veltheim AG trocken

Veltheim AG greift durch: Ab Montag stehen fast alle Dorfbrunnen still – nur einer bleibt in Betrieb. Grund dafür ist dreister Wasserdiebstahl, bei dem Unbekannte mit Fässern und Tauchpumpen das Wasser abtransportieren.
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Veltheim AG greift gegen Wasserdiebe durch.
Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Veltheim AG stellt ab Montag fast alle Dorfbrunnen ab
  • Wasserdiebe nutzten Tauchpumpen, um Wasser in Fässern abzutransportieren
  • Bis zu 2500 Liter pro Minute illegale Wasserentnahme in Rain LU festgestellt
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Marian NadlerRedaktor News

Wasser-Irrsinn in Veltheim AG: In der Gemeinde sind ab Montag alle Dorfbrunnen abgestellt, berichtet SRF. Die einzige Ausnahme bildet der Brunnen beim Laden im Dorfzentrum.

Die Massnahme hat einen bedenklichen Hintergrund. Dreiste Personen sollen Brunnenwasser «mit grossen Fässern» abtransportiert haben. So steht es im aktuellen Mitteilungsblatt der Gemeinde.

Wasserdiebstahl ist ein altbekanntes Problem

Damit nicht genug: Die Wasserdiebe sollen auch Tauchpumpen eingesetzt haben, um das kühle Nass in die Behälter zu füllen. «Das geht nicht», findet die Gemeinde. Sie erklärt weiter: «Wasser aus den Dorfbrunnen soll nicht für gewerbliche Zwecke und nicht für grössere Wasserbezüge für private Zwecke verwendet werden.» Für welche Zwecke die Diebe das Wasser abzapften, ist nicht bekannt. 

Anfang August wies auch die Wasserversorgung Rain LU auf eine Form der verbotenen Wasserentnahme hin. «Illegale Wasserentnahmen aus Hydranten sind kein Kavaliersdelikt, sondern Diebstahl», hiess es im Gemeindemitteilungsblatt «Raininfo», wie die «Sempacher Woche» berichtete.

«In diesem Jahr sind auffällig viele Wasserbezüge von 1500 bis 2500 Litern pro Minute festgestellt worden», sagte Markus Portmann, Leiter Ressort Infrastruktur, dem Lokalblatt. Im kommenden Jahr sollen bei mehreren Hydranten Sensoren eingebaut werden, die einen direkten Alarm beim Öffnen der Hydranten-Verschlusskappe auslösen. 

Wasserzähler und Hydranten plombiert

Wasserdiebstahl ist ein altbekanntes Problem. Bereits 2019 wurden in der Gemeinde Magden AG alle Hydranten nach Wasserdiebstählen mit einer Plastikplombe versehen. Jeder, der zum Hydranten komme, sehe sofort: «Stopp. Das ist nicht zum Öffnen gedacht», sagte Vizeammann Ruedi Hertrich damals im SRF. Hertrich sprach seinerzeit von einer zusätzlichen psychologischen Hemmschwelle.

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Das «Baublatt» schrieb 2016 über ähnliche Hydranten-Vorfälle in Rickenbach ZH. Solche Aktionen können laut der Fachplattform dazu führen, dass alte oder schwache Leitungen bersten. Eine Reparatur koste bis zu 10'000 Franken. 

Schon Anfang der 2010er-Jahre berichtete SRF über einen Aquaklau im unteren Thurgau. Damals saugten Wasserdiebe ein Reservoir der Wasserversorgung Seerücken West beinahe leer.

Auch die Stadt St. Gallen klagte damals über das unverschämte Vorgehen von Wasserdieben, die illegal Wasser von Hydranten abzapften. Die Stadt ärgerte sich zu dieser Zeit auch über Menschen, die Wasserzähler manipulierten. Anfang 2013 installierte man deshalb Plomben, um den Dieben das Handwerk zu legen.

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