Darum gehts
- Schreiner-Lehrling Nico F. (18) verliert 550 CHF mit Kryptowährung Solana
- Er investierte 750 CHF bei einem Lehrlingslohn von 1300 CHF monatlich
- Der Solana-Wert fiel bis Februar 2026 auf 60–75 CHF pro Coin
Geschichten von Menschen, die mit Kryptowährungen zu Millionären geworden sind, hört man immer wieder. Auch Schreiner-Lehrling Nico F. (18) aus Othmarsingen AG wollte sein Glück im Kryptomarkt versuchen. «Mein Vater und ein Freund machen das schon länger», sagt er. Gross verloren hätten sie nie – im Gegenteil: Kollegen seines Vaters hätten mit Bitcoin gut verdient. «Ich dachte: Wenn es bei denen läuft, kann ich das auch mal probieren.»
«Der Kryptomarkt lässt sich mit der Börse vergleichen», sagt der 18-Jährige. «Aber vor allem kleinere Coins sind oft deutlich riskanter als Aktien. Im Extremfall kannst du dein Geld in 15 Minuten verhundertfachen – oder alles verlieren.»
Erste Investitionen
Ein solches Risiko will F. aber nicht eingehen. Er entscheidet sich für die Kryptowährung Solana. «Solana ist einer der grössten Coins. Bei denen bleibt der Kurs eher stabil», erklärt F. «Das schien mir wie ein sicherer Einstieg in den Markt.»
Im Oktober 2025 kauft er sich mit geringen Beträgen erste Solana-Coins. Ein Solana-Coin ist zu diesem Zeitpunkt rund 170 Franken wert. In der Hoffnung auf steigende Kurse investiert er weiter. «Natürlich habe ich gehofft, damit Geld zu verdienen.» Anfangs läuft es gut: Der Kurs bleibt stabil, steigt sogar leicht. «Ich war im Plus», sagt er – und sieht keinen Grund auszusteigen.
Als der Kurs unter 150 Franken fällt, bleibt Nico ruhig. «Ich dachte: Tiefer kann er nicht mehr gehen, der kommt schon wieder hoch.» Doch der Wert sinkt weiter.
«Als der Coin auf 140 Franken fiel, war ich kurz davor zu verkaufen», sagt er. «Dann stabilisierte sich der Kurs – und ich habe noch einmal nachgekauft.»
«Ich dachte immer, der geht schon wieder rauf.»
Immer wieder kauft F. nach. Innerhalb eines halben Jahres investiert er schrittweise rund 750 Franken – bei einem Lehrlingslohn von 1300 Franken im Monat. Stets in der Hoffnung auf eine Erholung.
Ende Januar folgt der Einbruch: «In den letzten Januarwochen begann der Kurs, damals bei etwa 120 Franken, schnell zu fallen», sagt er. Trotzdem bleibt er optimistisch. «Ich dachte, irgendwann muss er wieder steigen.» Er kauft weiter. «Natürlich habe ich auch ein bisschen gezockt. Das Risiko war mir bewusst.»
Der Absturz
Am 6. Februar erreicht Solana den Tiefpunkt: Der Wert liegt nur noch bei rund 60 Franken. Bis heute schwankt der Kurs zwischen etwa 60 und 75 Franken. Von seinen investierten 750 Franken sind noch rund 200 Franken übrig.
F. sieht ein: «Ja, das ist scheisse gelaufen. Es ist, wie es ist.» Der Verlust ärgert ihn – existenzielle Folgen hat er aber nicht. «Zum Glück war es nicht so viel Geld. Dann geht man halt einmal weniger in den Ausgang.»
«Lieber mit kleinen Beträgen starten»
Aus der Erfahrung hat der 18-Jährige gelernt. «Ich war mir bei Solana zu sicher. Ich hätte zuerst beobachten sollen, wie sich der Kurs entwickelt, bevor ich mehr investiere.» In Zukunft bleibe er zwar am Kryptomarkt interessiert, gehe die Sache aber mit mehr Geduld an.
Sein Rat an andere Lehrlinge, die in Krypto investieren wollen: «Unbedingt mit kleinen Beträgen starten. So bekommt man ein Gefühl für den Markt.»
Trotz Verlusten will F. seine übrigen Coins behalten. «Das Geld ist jetzt drin. Der Kurs ist stabiler geworden – ich lasse es einfach liegen. Vielleicht steigt er ja wieder.»