«Er schoss über 40-mal wahllos in Menschenmenge»
1:39
So lief die Schiesserei ab:«Er schoss über 40-mal wahllos»

Einzeltäter mit wohl psychischen Problemen in Haft
Amokschütze beim Aarauer Rave stellte sich 24 Stunden nach der Tat

In der Nacht auf Sonntag fallen Schüsse beim Aarauer Rave. Eine junge Frau wird getötet, fünf Menschen verletzt. Am Montag kurz vor 1 Uhr stellt sich der Täter der Polizei – ein Schweizer aus dem Kanton Jura. Im Ticker halten wir dich auf dem Laufenden.
1/18
Maria S. (†22) wurde durch Schüsse in der Nacht auf Sonntag getötet.
Foto: Screenshot
RMS_Portrait_AUTOR_332.JPG
Janine EnderliRedaktorin News
31.08.2026, 18:26 Uhr

Was wir über die Tat wissen

Was passiert ist

In der Nacht auf Sonntag, kurz nach 2.30 Uhr, wurden beim Aarauer Rave bei der Pferderennbahn Schüsse abgegeben. Zwei Waffen wurden verwendet: eine Pistole oder Maschinenpistole und ein Sturmgewehr.

Was über die Opfer bekannt ist

Die 22-jährige Italienerin Maria S. wurde getötet. Sie lebte in Oftringen AG. Sechs weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Alle haben ihren Wohnsitz in der Schweiz. Gemäss Polizei handelt es sich um Zufallsopfer.

Was über die Täterschaft bekannt ist

Gemäss Kantonspolizei Aargau wurde in der Nacht auf Montag, kurz nach 1 Uhr, ein Mann unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Es handelt sich um einen 43-jährigen Schweizer aus dem Kanton Jura. Er stellte sich in Delsberg der Polizei. Die Behörden gehen von einem Einzeltäter aus. 

Was ist über den Hintergrund der Tat bekannt

Die Polizei spricht mittlerweile von einer Amoktat. Die im Raum stehenden Tatbestände sind vorsätzliche Tötung (teilweise versucht), Mord (teilweise versucht), mehrfache Gefährdung des Lebens und Widerhandlungen gegen das Waffengesetz.

02.09.2026, 22:00 Uhr

Ticker-Ende

Damit endet unsere Ticker-Berichterstattung zum Amoklauf beim Aarauer Rave und dem gefassten Täter.

Auf blick.ch halten wir dich zum Fall auf dem Laufenden.

02.09.2026, 15:36 Uhr

Marias Familie hat nach Pressekonferenz weiter Fragen

Nach der Pressekonferenz der Aarauer Behörden​ hat sich der Vater von Maria S.* (†22) über seinen Anwalt Bruno Gallo zu Wort gemeldet. In einer Stellungnahme heisst es: «Für die Familie steht weiterhin ein Aspekt im Mittelpunkt: Maria wurde im Alter von nur 22 Jahren ermordet und die Umstände des Verbrechens sind noch nicht vollständig geklärt.»

Die bisher bekannt gewordenen Informationen würden es nicht zulassen, die Rekonstruktion des Sachverhalts als abgeschlossen zu betrachten. «Die Hypothese einer Tat, die auf einen vermeintlichen Amoklauf zurückzuführen ist, kann weder alle Fragen klären noch eine gründliche Aufklärung ersetzen. Die Familie fordert daher, dass die Ermittlungen mit grösster Sorgfalt fortgesetzt werden und dabei jeder Anhaltspunkt geprüft wird, der zum Verständnis des Ursprungs und der Umstände des Angriffs beiträgt.» Solange nicht alle Aspekte des Vorfalls geklärt sind, sei Vorsicht geboten und es sollten keine voreiligen Schlussfolgerungen gezogen werden.

«Maria, als Tochter Italiens, darf auf ihrer letzten Reise nicht allein gelassen werden. Italien muss ihr zur Seite stehen und sie endgültig zu Hause mit den Ehren und der Würde empfangen, die ihr zustehen.»

02.09.2026, 13:57 Uhr

Polizei informiert über Schiesserei

Um 14 Uhr informiert die Kantonspolizei Aargau an einer Medienkonferenz über die neuesten Erkenntnisse zur Schiesserei im Aarauer Schachen in der Nacht auf Sonntag. Hier kannst du die Pressekonferenz live mitverfolgen.

02.09.2026, 08:46 Uhr

Verdächtiger soll psychische Probleme gehabt haben

Am Mittwoch um 14 Uhr will die Kantonspolizei Aargau über die Hintergründe der tödlichen Rave-Schiesserei in Aarau informieren. Bereits jetzt sickern immer mehr Details zum mutmasslichen Täter durch. 

Wie «La Repubblica» und der «Corriere della Sera» unabhängig voneinander berichten, dass es sich beim festgenommenen 43-jährigen Schweizer um einen ehemaligen Armeeangehörigen handeln soll, der wegen psychischer Probleme bereits mehrfach stationär behandelt worden sei. 

Zudem soll sich der Mann selbst gestellt und die Tat gestanden haben. Offiziell bestätigt sind diese Angaben bislang nicht, die Zeitungen berufen sich auf Quellen aus Ermittlerkreisen. 

01.09.2026, 21:30 Uhr

DJs melden sich nach Tragödie in Aarau zu Wort

Musik ist ihre Leidenschaft. Menschen zum Tanzen zu bringen und glücklich zu machen, ist ihr Beruf. Was aber vergangenes Wochenende in Aarau passiert ist, hat Spuren hinterlassen und wird noch lange schmerzen.

In einem gemeinsamen Statement melden sich die beiden DJs Tekibo und Pencil zu Wort. «Die letzten Tage lassen sich nur schwer in Worte fassen. Wir haben das Bedürfnis, zu erzählen, was wir erlebt haben – vor allem, weil bereits so viele falsche Informationen verbreitet werden», schreiben sie auf Instagram. 

Die Nacht sei wunderschön gewesen. Man habe gelacht, getanzt und gelebt. «Wir haben nichts als Liebe gespürt», schreiben sie. Dann hörten sie die Schüsse von draussen. Sie beschreiben, wie die Menschen in verschiedene Richtungen rannten und Schutz suchten. 

Foto: keystone-sda.ch

Niemand habe gewusst, wer in Sicherheit war. Dann erhielten sie einen Anruf: «Eine unserer Freundinnen, die M. sehr nahestand, rief uns an und sagte uns, dass M. angeschossen worden sei und dass sie bei ihr sei. Dieser Anruf hat uns den Boden unter den Füssen weggezogen», schreiben die Musiker.

Was es noch schwerer mache, sei zu sehen, wie viele falsche Geschichten verbreitet werden. «Wir waren dort. Die Medien nicht», schreiben sie und appellieren: «Bitte macht aus Gerüchten keine Fakten. Es gibt noch keine endgültigen offiziellen Antworten der Behörden».

«Wir trauern. Wir haben seit drei Tagen kaum geschlafen. Wir werden mit Interviewanfragen bombardiert, ohne dass überhaupt jemand fragt, ob es uns gut geht», kritisieren sie die Medienbranche. 

«Uns geht es nicht gut. Wir brauchen keine Schlagzeilen. Wir brauchen keine Spekulationen. Wir brauchen Privatsphäre», schreiben sie in aller Deutlichkeit. 

Nicht nur die Medien kritisieren die zwei Künstler. «Menschen geben falsche Interviews. Es geht nicht mehr um die Tragödie. Es ist zu einem Wettbewerb darum geworden, wer als Held dargestellt wird».

Sie kritisieren auch, dass Personen ohne Erlaubnis der Familie Spendenaktionen gestartet hätten. «Wir haben versucht Kontakt aufzunehmen, wurden aber respektlos behandelt und unsere Nachrichten ignoriert».

Es gibt nun ein offizielles GoFundMe für die Familie von Maria. Dieses sei mit der Zustimmung der Eltern eingerichtet worden. 

Was passiert ist, hat die gesamte Community erschüttert. Sich von der Angst die Musik nehmen zu lassen, werden sie aber nicht zulassen, schreiben sie. 

«Musik ist unsere Freiheit. Musik ist unsere Stimme. Musik ist unsere Verbindung. Wir werden weiterhin zusammenstehen. Für M. Für unsere Community. Für unsere Freiheit. Ruhe in Frieden 🕊️ Du wirst für immer in unseren Herzen bleiben. ❤️». Mit diesen starken Worten beenden die beiden Djs ihren Post und hoffen, in Ruhe trauern zu können.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
01.09.2026, 17:41 Uhr

Eltern von Maria in der Schweiz eingetroffen

Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, sind die Eltern der getöteten Maria S. in der Schweiz eingetroffen. Mutter und Vater müssen die Leiche ihrer Tochter identifizieren. Die Formalitäten sollen am Nachmittag abgeschlossen sein.

Während die Mutter und ihre zwei anderen Kindern bereits am Morgen in der Schweiz eintrafen, kam der Vater erst später, erklärt die Anwältin der Mutter. Wann die Familie den Leichnam ihrer Tochter mit nach Italien nehmen können, um sie dort zu bestatten, ist noch unklar. Der Anwalt vonseiten des Vaters sagte, das man die italienische Regierung bereits um einen staatlichen Flug zur Überführung der Toten gebeten habe.

01.09.2026, 09:07 Uhr

Christopher D. hatte Maria S. in die Schweiz eingeladen

Maria S. wollte sich in der Schweiz ein neues Leben aufbauen. Ins Land eingeladen wurde sie von ihrem Freund Christopher D., der in Aarau zu ihrem Vermieter und Mitbewohner wurde.

(Credit: Facebook)

Maria hätte es in Italien nicht leicht gehabt. «Ihr Nachname hatte kein gutes Ansehen, das hatte ihr einige Probleme bereitet», so der Mitbewohner zu «La Repubblica». Weitere Aussagen von Christopher D. findest du in diesem Artikel.

01.09.2026, 01:30 Uhr

«Treffe viele tolle Menschen»: Maria S. schickte letzte Nachricht an Mutter

Der italienische Nachrichtensender Tg1 strahlte die letzte Audio-Nachricht aus, die Maria S. ihrer Mutter geschickt hatte. «Heute Abend gehe ich zur Rave-Party und danach in einen anderen Club in Zürich», sagte die 22-Jährige voller Vorfreude. «Mir passieren gerade so viele schöne Dinge, und ich lerne tolle, wunderschöne Menschen kennen.» Wenige Stunden später wurde die Italienerin getötet. 

01.09.2026, 00:00 Uhr

«Aus Respekt»: Veranstalter sagen Rave in Wettingen ab

Nach den Schüssen am Aarauer Rave sagt die Urban Agency Events AG ihre letzte Outdoor-Grossveranstaltung des Sommers ab. Der Rave in Wettingen finde «aus Respekt» nicht statt, sagt Olivier Grein, Co-Gründer und Chef der Firma, zur «NZZ». 

«Nächstes Jahr werden wir aber weitermachen», so Grein weiter. Zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen in den Clubs erteilt der Veranstalter eine Absage. Bewaffnete Sicherheitsleute wären eine «Überreaktion», ist Grein überzeugt.

31.08.2026, 18:27 Uhr

Wann findet die Obduktion von Maria S. statt?

Fünf Menschen wurden teils schwer verletzt, die Italienerin Maria S.* verlor ihr Leben. Nach den Schüssen am Randes des Aarauer Raves sind viele Fragen offen. Auch die Obduktion von Maria S.' Leiche steht noch aus. Wie die Opferanwältin der Familie mütterlicherseits, Antonella Crudeli, nun gegenüber den Nachrichtenagenturen Ansa, Agi und gegenüber Rai News angeben hat, hat der Richter die Autopsie jedoch bereits im Zeitraum zwischen Montag und Dienstag angeordnet. 

Nach Abschluss der Obduktion könne die Mutter von Maria S. demnach zur formellen Identifizierung nach Basel reisen. Anschliessend soll die Rückführung des Leichnams nach Italien eingeleitet werden.

«La Repubblica» berichtet hingegen mit abweichenden Angaben. Die Zeitung beruft sich auf den Opferanwalt Bruno Gallo, der Anwalt der Familie väterlicherseits, der erklärte, dass die Schweizer Behörden bislang keine Obduktion angeordnet hätten. 

*Name bekannt

Heiss diskutiert
    Meistgelesen