Darum gehts
- Der Amokschütze von Aarau stellte sich rund 24 Stunden nach der Tat in Delsberg
- Ein Augenzeuge meldete den weissen Lieferwagen, was zur Identifizierung des Täters führte
- Innert zwölf Stunden wurden 130 Personen befragt, der Täter hatte drei Schusswaffen im Auto
Als sich der Amokschütze von Aarau stellte, verfolgten die Ermittler bereits eine heisse Spur. Der mutmassliche Täter wäre wohl bald gefasst worden – neue Details zeigen, wie eng ihm die Fahnder schon auf den Fersen waren.
Sie hatten bereits das Fahrzeug des 43-jährigen Schweizers mit Wohnsitz im kleinen jurassischen Dorf Montsevelier identifiziert, als dieser sich rund 24 Stunden nach seiner Tat bei der Polizei in Delsberg ergab.
Lieferwagen als Schlüsselspur
Wie die Polizei am Mittwoch vor den Medien darlegte, hatte ein Augenzeuge nach der Tat einen weissen Lieferwagen mit jurassischem Kontrollschild beobachtet.
Dieser Hinweis brachte die Ermittler auf eine konkrete Fahrzeugspur, die schliesslich zur Identifizierung des Verdächtigen führte. Laut Polizei war eine Festnahme aufgrund dieser Fahrzeugspur «ohnehin absehbar».
130 Befragungen in zwölf Stunden
Die Fahndung lief auf Hochtouren: Rund 80 Notrufe gingen nach den Schüssen ein, allein in den ersten zwölf Stunden wurden mehr als 130 Personen befragt. Es gab über 100 Hinweise aus der Bevölkerung. Zudem bat die Polizei öffentlich um private Videoaufnahmen vom Tatort und aus der Umgebung.
Bund schaltete sich ein
Das Fedpol veranlasste eine nationale und internationale Fahndung, schickte zwei Verbindungsoffiziere nach Aarau und richtete in Bern eine Krisenstruktur ein. Auch deutsche Behörden im grenznahen Raum Freiburg waren im Rahmen der Routine-Amtshilfe involviert.
Dann kam der entscheidende Moment: In der Nacht auf Montag erschien der 43-Jährige selbst auf dem Polizeiposten in Delsberg.
Mit den Waffen im Auto
Er kam nicht mit leeren Händen. Im Wagen befanden sich die drei Schusswaffen, die er nach bisherigen Erkenntnissen bei der Tat verwendet haben soll: eine Kalaschnikow AKS-74 sowie zwei Pistolen.
Der Mann erklärte den Polizisten: «Ich bin der Täter von Aarau.»
Motiv unklar
Der Amokschütze stellte sich – aber offenbar nur knapp, bevor die Polizei ihn ohnehin gefasst hätte.
Bei seiner Festnahme gab er an, keine Mittäter oder Mitwisser zu haben. Und dass es ihm seit längerer Zeit nicht gut gehe.
Seither schweigt der Mann bei den Verhören. Das Motiv für die Tat bleibt so unklar wie die Frage, weshalb er sich selbst stellte.