Darum gehts
- Go Smart Solution AG mit Sitz in Birrhard AG ist konkurs
- 40 Angestellte verlieren ihren Job und wurden erst kurzfristig informiert
- Ehemalige Mitarbeitende kritisieren Kommunikation und fühlen sich im Stich gelassen
Nach über zehn Jahren ist Schluss: Die Go Smart Solution AG aus Birrhard AG ist pleite. Anfang Oktober wurde der Konkurs eröffnet. Die Firmenwebsite und sämtliche Social-Media-Kanäle sind bereits offline. Das KMU hatte sich auf den Bau und die Installation von Solaranlagen spezialisiert. Zu den Kunden zählten etwa der Aargauer Energieversorger AEW, die Basler Traditionsfirma Grisard Bitumen und der Zürcher Industriekonzern ABB.
Doch die Geschäfte liefen zuletzt immer schlechter. «In kurzer Zeit hat sich das Marktumfeld für uns wirtschaftlich stark verändert: steigender Margendruck, höhere Beschaffungskosten und eine stark rückläufige Nachfrage haben den Druck auf die Finanzen erhöht», teilt Denis Fischer, CEO und Verwaltungsratspräsident des Unternehmens, gegenüber Blick mit. Der Verwaltungsrat habe versucht, mit Kostensenkungen und Restrukturierungsschritten gegenzusteuern. Dazu habe man intensive Gespräche mit Investoren und Finanzierungspartnern geführt – ohne Erfolg. Ende September stand definitiv fest: Die Rettung kommt nicht zustande. Deshalb leitete der Verwaltungsrat Anfang Monat das Konkursverfahren ein.
Rund 40 Angestellte verlieren durch die Pleite ihren Job. Besonders bitter: Die Belegschaft erfuhr erst am Tag der Konkurseröffnung vom Firmen-Aus, wie mehrere ehemalige Mitarbeitende gegenüber Blick bestätigen. Elektrotechniker, Solarmonteure, Büroangestellte – sie alle stehen nun Knall auf Fall ohne Job da. Der Frust sitzt tief. Auf der Netzwerkplattform Linkedin suchen inzwischen zahlreiche Betroffene mit dem grünen «Open to Work»-Hinweis nach einer neuen Stelle.
«Fühlen uns im Stich gelassen»
Auch Mitarbeiter Roberto B.* ist händeringend auf der Suche nach einem neuen Job. Aus Angst vor Nachteilen bei der Stellensuche möchte der ehemalige Projektleiter anonym bleiben. Der Aargauer ärgert sich über die kurzfristige Kommunikation der Teppichetage: «Den Monteuren wurde am Tag des Konkurses gesagt, sie sollen sämtliches Material und ihre Ausrüstung zurückbringen. Ab sofort seien sie freigestellt», erzählt er Blick.
Dabei kriselte es laut B. schon länger: «Bereits vor einem Jahr wurden Stellen im tiefen zweistelligen Bereich abgebaut.» Im Juni 2026 zog das Unternehmen zudem von Lupfig AG in kleinere Büroräumlichkeiten nach Birrhard AG. Weitere Mitarbeitende verloren laut Angaben des Ex-Angestellten ihren Job.
Die Verunsicherung in der Belegschaft wuchs. Doch Antworten seien ausgeblieben. «Bis zum Schluss wussten wir nicht, woran wir sind. Die Nerven lagen entsprechend blank», sagt B. Sein Vorwurf an die Geschäftsleitung: «Man liess uns einfach ins Messer laufen.» Auch nach dem Konkurs habe es keine Unterstützung für die Betroffenen gegeben, kritisiert der ehemalige Projektleiter. «Wir fühlen uns im Stich gelassen.»
«Enttäuschung ist verständlich»
Chef Fischer verteidigt die kurzfristige Information an die Mitarbeitenden. Der Verwaltungsrat habe bis zuletzt nach einer Lösung gesucht, betont er. «Solange diese Möglichkeit bestand, hätte eine vorzeitige Ankündigung eines möglichen Konkurses eine solche Lösung gefährdet.» Die Generalversammlung hat am 6. Oktober entschieden, die Geschäftstätigkeit einzustellen. «Die Mitarbeitenden wurden als erste noch am selben Tag umgehend informiert», so der Chef der Solarfirma. Erst danach habe man den Konkurs offiziell angemeldet.
Auch Fischer schmerzt das Aus der Go Smart Solution AG. «Der Verlust der Stelle ist für jede und jeden Betroffenen einschneidend, und die Enttäuschung ist verständlich.» Die Eigentümer und der Verwaltungsrat würden diese Entwicklung ausserordentlich bedauern. «Unsere Mitarbeitenden haben sich mit grossem Engagement und Fachwissen für das Unternehmen eingesetzt. Dafür danken wir ihnen aufrichtig.
* Name bekannt