Aargauer Lehrling Tim G. (18) verzockt Lohn mit Krypto
«Ich dachte, irgendwann muss er wieder steigen»

Dass nicht alle Kryptoerfahrungen von jungen Leuten Erfolgsgeschichten sind, zeigt das Beispiel von Tim G. (18). Der Lehrling aus dem Aargau träumte vom grossen Kryptogeld. Am Ende verzockte er seinen Lehrlingslohn.
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Devin SchürchReporter News

Geschichten von Menschen, die mit Kryptowährungen zu Millionären geworden sind, hört man immer wieder. Auch Schreinerlehrling Tim G..* (18) aus dem Aargau wollte sein Glück im Kryptomarkt versuchen. «Mein Vater und ein Freund machen das schon länger», sagt er. Gross verloren hätten sie nie – im Gegenteil: Kollegen seines Vaters hätten mit Bitcoin gut verdient. «Ich dachte: Wenn es bei denen läuft, kann ich das auch mal probieren.»

«Der Kryptomarkt lässt sich mit der Börse vergleichen», sagt der 18-Jährige weiter. «Aber vor allem kleinere Coins sind oft deutlich riskanter als Aktien. Im Extremfall kannst du dein Geld in 15 Minuten verhundertfachen – oder alles verlieren.»

Erste Investitionen

Ein solches Risiko wollte G. aber nicht eingehen. Er entschied sich für die Kryptowährung Solana. «Solana ist einer der grössten Coins. Bei denen bleibt der Kurs eher stabil», erklärt G. «Das schien mir wie ein sicherer Einstieg in den Markt.»

Im Oktober 2025 kaufte er sich mit geringen Beträgen erste Solana-Coins. Ein Solana-Coin war zu diesem Zeitpunkt rund 170 Franken wert. In der Hoffnung auf steigende Kurse investierte er weiter. «Natürlich hoffte ich, damit Geld zu verdienen.» Anfangs lief es gut: Der Kurs blieb stabil, stieg sogar leicht an. «Ich war im Plus», sagt er – und so sah er keinen Grund, auszusteigen.

Als der Kurs unter 150 Franken fiel, blieb Tim G. ruhig. «Ich dachte: Tiefer kann er nicht mehr gehen, der kommt schon wieder hoch.» Doch der Wert sank weiter.

«Als der Coin auf 140 Franken fiel, war ich kurz davor, zu verkaufen», sagt er. «Dann stabilisierte sich der Kurs – und ich kaufte noch einmal nach.»

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Es gibt Tausende Kryptowährungen, die mit grossen Erträgen locken. Der Bitcoin ist die grösste und bekannteste.
Foto: Sven Thomann

«Ich dachte immer, der geht schon wieder rauf.»

Immer wieder kaufte G. nach. Innerhalb eines halben Jahres investierte er schrittweise rund 750 Franken – bei einem Lehrlingslohn von 1300 Franken im Monat. Stets in der Hoffnung auf eine Erholung.

Ende Januar folgte der Einbruch: «In den letzten Januarwochen begann der Kurs, damals bei etwa 120 Franken, schnell zu fallen», sagt er. Trotzdem blieb er optimistisch. «Ich dachte, irgendwann muss er wieder steigen.» Er kauft weiter. «Natürlich habe ich auch ein bisschen gezockt. Das Risiko war mir bewusst.»

Der Absturz

Am 6. Februar erreichte Solana den Tiefpunkt: Der Wert lag nur noch bei rund 60 Franken. Bis heute schwankt der Kurs zwischen etwa 60 und 75 Franken. Von G.s investierten 750 Franken sind noch rund 200 Franken übrig.

G. sieht ein: «Ja, das ist scheisse gelaufen. Es ist, wie es ist.» Der Verlust ärgert ihn – existenzielle Folgen hat er aber nicht. «Zum Glück war es nicht so viel Geld. Dann geht man halt einmal weniger in den Ausgang.»

«Lieber mit kleinen Beträgen starten»

Aus dieser Erfahrung hat der 18-Jährige gelernt. «Ich war mir bei Solana zu sicher. Ich hätte zuerst beobachten sollen, wie sich der Kurs entwickelt, bevor ich mehr investiere.» In Zukunft bleibe er zwar am Kryptomarkt interessiert, gehe die Sache aber mit mehr Geduld an.

Sein Rat an andere Lehrlinge, die in Krypto investieren wollen: «Unbedingt mit kleinen Beträgen starten. So bekommt man ein Gefühl für den Markt.»

Trotz Verlusten will G. seine übrigen Coins behalten. «Das Geld ist jetzt drin. Der Kurs ist stabiler geworden – ich lasse es einfach liegen. Vielleicht steigt er ja wieder.»

*Name geändert

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