Diesen Streit konnte nicht einmal der Friedensrichter schlichten: Nachdem sich der Chef des Schuhherstellers Künzli, Roberto Martullo, und der Künstler Beat Toniolo via Blick öffentlich um Sponsorengelder gefetzt hatten, trafen sie sich nun zum Vermittlungsgespräch. Doch statt Versöhnung gab es erneut Streit.
Der Zoff begann, als der Unternehmer und Ehemann von SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher dem Schaffhauser Künstler 2025 die Unterstützung für eines seiner Kunstprojekte zusagte – eine XXL-Flagge zur Frauen-Fussball-EM in der Schweiz.
«Martullo soll sich schämen!»
7500 Franken wollte Martullo beisteuern. Im Gegenzug sollte Toniolo das Logo der Kultmarke Künzli auf die EM-Flagge drucken, die im letzten Sommer sieben Wochen im Rheinfallbecken schwamm.
Als der Blocher-Schwiegersohn erfuhr, dass auf der gleichen Flagge auch die EU Werbung macht, zog er seine Zusage kurzfristig zurück. Toniolo tobte. «Herr Martullo soll sich schämen!», rief er im Blick aus und leitete eine Betreibung gegen den Künzli-Chef ein.
Martullo dachte nicht daran, zu zahlen. «Toniolo hat mich absichtlich getäuscht», sagte er.
Linker Künstler gegen rechten Gatten einer Milliardärin: Der Konflikt landete vor dem Friedensrichter in Aarau. Beat Toniolo schildert den Termin als «40-minütige Zumutung». Martullo habe ihn weder begrüsst noch Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die beiden seien im Streit auseinandergegangen.
Martullo reagierte nicht auf eine Anfrage. Toniolo zieht seine Betreibung jetzt zurück. Er könne sich die teuren Einsprachen, mit denen sein Widersacher gedroht habe, nicht leisten. «Ich will mich gesundheitlich, zeitlich und finanziell schützen», sagt er.
Martullo soll das Geld spenden
Ganz aufgeben will er dann aber doch nicht: «Ich bin lieber eine Persona non grata als eine Persona non Rückgrata», so Toniolo. Er fordert von Martullo, er solle das Geld einem Kinderheim oder einer sozialen Einrichtung spenden – «ansonsten soll er sich schämen».
Künzli-Sneakers, das hat Toniolo bereits klargemacht, werde er nie wieder anziehen.