Ohne 98’100 Franken keine Operation
Familie kämpft um das Leben von Xhevat Murati (67)

98'100 Franken, sonst keine OP: Für den krebskranken Xhevat Murati (67) aus dem Kosovo musste die Familie innert zwei Tagen Geld fürs Unispital Zürich auftreiben. Nun bittet seine Nichte um Spenden.
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Besa und ihr Onkel Xhevat gehen durch eine schwierige Zeit.
Foto: zVg

Darum gehts

  • Xhevat Murati, pensionierter Lehrer aus dem Kosovo, ist an Krebs erkrankt
  • Das Unispital Zürich verlangt vor der Operation ein Depot von 98'100 Franken von der Familie
  • Murati hat keine Schweizer Krankenversicherung; seine Nichte sammelt per GoFundMe Spenden für ihn
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Fabrice ObristRedaktor News

Xhevat Murati (67) hat sein ganzes Leben der Erziehung von Kindern gewidmet. Vor seiner Pensionierung war er im Kosovo als Lehrer tätig. Und in der Vorkriegszeit, als sein Bruder zum Geldverdienen in die Schweiz ging, nahm er kurzerhand dessen sieben Kinder auf und sorgte sich um sie.

Jetzt braucht der 67-Jährige selber Hilfe. Er ist nämlich an Krebs erkrankt, der sich trotz zweier Operationen schnell ausbreitet. «Das war für uns ein Schock», erzählt Besa Berisha-Murati (38) aus Rorbas ZH gegenüber Blick. Ihr Onkel hat sie grossgezogen. «Er ist wie eine zweite Vaterfigur für mich.»

«Schon für erste Abklärung 8000 Franken»

Darum hilft Berisha-Murati jetzt, wo es nur geht. Als die Ärzte im Kosovo ihrem Onkel sagten, dass sie nichts mehr machen können, kontaktierte sie kurzerhand das Unispital in Zürich, das die nötige Operation durchführen kann. Und so kam ihr Onkel Ende September in die Schweiz.

Der pensionierte Lehrer hat jedoch keine Schweizer Krankenversicherung, und so müssen sämtliche Kosten von der Familie getragen werden. «Schon für die erste Abklärung mussten wir ein Depot von 8000 Franken überweisen», erzählt die Nichte.

«Mussten grosse Summe leihen»

Letzten Mittwoch erhielt sie die Kostenschätzung für die Operation, die in Form eines Depots überwiesen werden muss. «Bis am Freitag mussten wir vorweisen, dass wir 98'100 Franken überwiesen haben. Und das Unispital hat uns ausdrücklich gesagt, dass es sich nicht um einen Fixpreis handelt und noch teurer werden kann», erzählt die Coiffeuse.

In zwei Tagen musste sie also das Geld auftreiben, ansonsten würde die OP verschoben, bis das Depot überwiesen ist. «Wir haben innerhalb der Familie, bei Freunden und im Bekanntenkreis gesammelt. Trotzdem reichte das Geld nicht aus und so mussten wir eine grosse Summe privat leihen.» Für sie und ihre Familie sei es unvorstellbar, dass sie ihrem Onkel die Behandlung aus finanziellen Gründen nicht ermöglichen können.

«Sind für jede einzelne Spende so dankbar»

Am Montag kann Xhevat Murati somit ins Unispital und am Dienstag soll die Operation stattfinden. Dass er nach der Genesung aber auf einem Schuldenberg sitzenbleibt, will Besa um jeden Preis verhindern. Darum hat sie eine Spendenaktion auf der Plattform GoFundMe gestartet.

Das erste Ziel sind 50'000 Franken. Bisher sind mit rund 160 Spenden etwas mehr als 11'000 Franken zusammengekommen. «Wir sind für jede einzelne Spende so dankbar», sagt Besa Berisha-Murati. Und so hofft sie, dass ihr Onkel schon bald wieder gesund und ohne Schulden sein Leben geniessen kann.

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