In Bus und Tram
Kontrolleure tragen jetzt Bodycams

Übergriffe auf das Bahnpersonal in der Schweiz nehmen zu. Die Baselland Transport AG (BLT) setzt nun auf tragbare Kameras, um ihr Personal besser zu schützen.
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Die Baselland Transport AG (BLT) setzt seit Ende Januar 2026 auf Bodycams.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • BLT setzt seit Ende Januar 2026 Bodycams für Billettkontrolleure ein
  • Die Kameras sollen die Sicherheit im öffentlichen Verkehr erhöhen und deeskalierend wirken
  • Aufnahmen werden nach zwei Minuten automatisch überschrieben
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Jeremy GoyRedaktor

Als er tödlich verletzt wurde, war Serkan C.* an seinem Arbeitsplatz: Der 36-jährige Schaffner der Deutschen Bahn starb Anfang Februar in Rheinland-Pfalz nach einer brutalen Prügelattacke in einem Regionalexpress. Er hatte bloss die Tickets der Passagiere kontrollieren wollen.

Auch in der Schweiz kommt es häufig zu gewaltsamen Übergriffen auf das Personal der Verkehrsbetriebe. Seit der Corona-Pandemie hat sich die Situation verschärft: Viele Bahnkunden reagieren deutlich gereizter auf Kontrolleure; der Respekt hat spürbar abgenommen.

Nun reagiert die Baselland Transport AG: Seit Ende Januar 2026 tragen ihre Billettkontrolleure Bodycams, wie die BLT auf Anfrage bestätigt. Die kleinen Videorekorder seien in Trams und Bussen auf dem gesamten BLT-Liniennetz in Baselland und Basel-Stadt im Einsatz. «Die Bodycams dienen dem Schutz der Mitarbeitenden vor Übergriffen, zur Deeskalation in kritischen Situationen sowie zur Erhöhung der Sicherheit im öffentlichen Verkehr.»

Aufnahmen erfolgten erst nach manueller Aktivierung der Kamera – entweder auf Wunsch des Fahrgasts oder nach Ankündigung durch das Kontrollpersonal. «Die aufgezeichneten Ton- und Filmsequenzen unterliegen den geltenden Datenschutzbestimmungen und werden ausschliesslich zweck- bzw. fallgebunden gemäss den gesetzlichen Vorgaben verwendet», betont die BLT. Im Stand-by-Modus würden allfällige Aufnahmen nach jeweils zwei Minuten automatisch überschrieben.

Seit rund zwei Wochen sind die Bodycams im Einsatz – noch nicht lange genug für eine erste Bilanz, wie es heisst.

* Name bekannt

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