Neue Zahlen zeigen
Schweizer haben genug von sexy Halloween!

Viel Haut, knappe Röcke und tiefe Ausschnitte: Lange gehörten sexy Verkleidungen zu Halloween wie Kürbisse und Gruselmasken. Doch jetzt zeigt eine Auswertung einen überraschenden Trend. Ausgerechnet Männer sorgen für eine Überraschung.
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Heidi Klum hat im Netz wieder das Rennen um das beste Halloween-Kostüm 2026 eröffnet.
Foto: zVg
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Anja Schelbert

Am Samstag ist es wieder so weit: Kinder ziehen von Haus zu Haus und fordern «Süsses oder Saures». Halloween hat die Schweiz längst erobert – und die Jagd nach dem perfekten Kostüm läuft auf Hochtouren. Selbst Halloween-Queen Heidi Klum (53) macht ein Geheimnis aus ihrer Verkleidung. Mit rätselhaften Hinweisen lässt sie ihre Fans wieder wild im Netz spekulieren. Doch wonach suchen eigentlich Herr und Frau Schweizer, wenn es ums Verkleiden geht?

Sexy zumindest war gestern. Das zeigt eine neue Analyse der Google Trends: Freizügige Kostüme verlieren in der Schweiz deutlich an Suchinteresse, wie das Forschungsteam um die Erotikplattform Erobella Research in einer interaktiven Auswertung zeigt. So wurden Google-Suchanfragen aus der Schweiz von 2004 bis 2025 auf Deutsch, Französisch und Italienisch, jeweils in den Monaten September und Oktober, ausgewertet.

Die Zahlen haben es in sich: Während die Suchen nach Halloween-Kostümen von 2008 bis 2010 und 2023 bis 2025 um satte 230 Prozent zulegten, stiegen jene nach aufreizenden Kostümen nur um 39 Prozent. Heisst: Halloween boomt, aber sexy kann nicht mithalten. Und ausgerechnet bei den Männern gibt es eine Überraschung. Fünf Fakten, die aufhorchen lassen:

1.

Sexy verliert satte 58 Prozent

Früher kam auf zehn Google-Suchen nach Halloween-Kostümen ungefähr eine nach einem sexy Outfit. Heute ist es nur noch eine auf 24! Das relative Suchinteresse ist damit um 58 Prozent gesunken. Ganz verschwunden ist der Reiz aber nicht: Auch sexy Kostüme werden heute häufiger gesucht als früher.

2.

Knochen statt Kurven!

Skelette sind auf dem Vormarsch! Die Google-Suchen nach entsprechenden Kostümen legten im Vergleich der Zeiträume 2016 bis 2019 und 2023 bis 2025 um 69 Prozent zu. Auch Vampire (+61 Prozent) und Fledermäuse (+54 Prozent) gewinnen an Beliebtheit. Weniger gefragt sind dagegen Harley Quinn (-19 Prozent), Clowns (-8 Prozent) und Zombies (-6 Prozent). Zu den meistgesuchten Kostümen gehören diese Figuren dennoch.

3.

Sexy Männer? Fehlanzeige!

Von 615 untersuchten Herrenkostümen in vier Onlineshops trägt gerade einmal eines das Wort «sexy» im Namen – ein Teufelskostüm! Bei den Damen sind es rund neun Prozent von insgesamt 843 Angeboten. Die Untersuchung erfasst allerdings nur die Produktnamen, nicht wie freizügig die Kostüme tatsächlich sind.

4.

Männer holen dennoch auf

Wer glaubt, die Kostümsuche sei vor allem Frauensache, dürfte zudem staunen. Männer holen kräftig auf. Früher wurde bei Google mehr als dreimal so häufig nach Damen-Halloween-Kostümen gesucht wie nach Herrenkostümen. Inzwischen sind es nur noch eineinhalbmal so viele.

Doch wer als Mann sexy auftreten will, hat zumindest bei den Produktbezeichnungen kaum Auswahl: Von 615 untersuchten Herrenkostümen in vier Onlineshops trägt gerade einmal eines das Wort «sexy» im Namen. Bei den Damen sind es rund neun Prozent von 843 Angeboten. Ob die Kostüme tatsächlich freizügig sind, wurde nicht untersucht.

5.

Halloween rückt der Fasnacht auf die Pelle

Das dürfte Fasnachtsfans überraschen: 2006 kamen auf 100 Google-Suchen nach Fasnachtskostümen gerade einmal 16 nach Halloween-Kostümen. 2025 waren es bereits 83! Das Gruselfest hat beim Suchinteresse gegenüber der Schweizer Fasnacht massiv aufgeholt.

Foto: research.belladata.org

Sind Instagram und Tiktok schuld am Wandel?

Warum verlieren sexy Kostüme relativ an Suchinteresse? Eine mögliche Erklärung: Halloween-Fans holen sich ihre Inspiration zunehmend auf Tiktok, Instagram oder Pinterest. Statt freizügiger Outfits gewinnen dort klassische Gruselfiguren und Filmcharaktere an Aufmerksamkeit. Die Schweizer Suchanfragen nach Skelettkostümen stiegen beispielsweise um 69 Prozent.

Ob soziale Medien tatsächlich dahinterstecken, ist jedoch nicht belegt. Auch zeigen Google-Suchanfragen nicht, welche Kostüme am Ende gekauft oder getragen werden. Sicher ist laut der Auswertung nur: Halloween boomt, doch die sexy Krankenpflegerin oder Polizistin ist – zumindest in der Schweiz – aus der Zeit gefallen.

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