Tausende Gläubige reisen für verbotene Bischofsweihe ins Wallis
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Papst droht mit Ausschluss:Verbotene Bischofsweihe im Wallis

Grösste Abspaltung seit der Reformation
Papst schmeisst Piusbrüder und ihre Anhänger aus der Kirche

Es ist offiziell: Papst schmeisst Piusbrüder und ihre Anhänger aus der Kirche.
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Ein Affront für Papst Leo XIV. Hier werden vier Männer zu Bischöfen geweiht.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Papst schliesst Piusbrüder mit 600’000 Anhängern aus der katholischen Kirche
  • Verbotene Priesterweihe in Ecône führte zum grössten Rausschmiss seit Reformation
  • Betroffen: 1000 Priester, 300 Nonnen, 600’000 Gläubige weltweit laut Gemeinschaft
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Annalena MüllerPolitredaktorin SonntagsBlick

Der Knall kam genau 24 Stunden nach dem Schisma. Per Dekret teilte der Vatikan am Donnerstagmorgen mit: Die Piusbrüder und ihre 600’000 Anhänger sind aus der katholischen Kirche ausgeschlossen. Es ist der grösste Rausschmiss seit der Reformation. Und wie vor 500 Jahren spielt die Schweiz eine Hauptrolle.

Verbotene Weihe im Wallis

Das ist geschehen: Am Mittwoch weihte die fundamental-katholische Gemeinschaft an ihrem spirituellen Hauptsitz in Ecône VS vier Priester zu Bischöfen. Der Papst hatte dies vorab verboten und den Piusbrüdern mit der Exkommunikation – dem Kirchenausschluss – gedroht. Die Anhänger der Fundi-Christen liessen sich davon jedoch nicht beeindrucken.

16’000 Anhänger pilgerten aus der ganzen Welt ins Wallis, um bei der verbotenen Weihe dabei zu sein. In den Weinbergen um das Priesterseminar herrschte Jahrmarkt-Stimmung. Picknick, Gebetskreise und Freiluft-Beichten. Dass ihnen der Rausschmiss aus der Kirche drohte, wussten die Fundis. Und freuten sich darüber: «Das ist die beste Werbung für uns», sagte ein kanadischer Familienvater. «Magnifico», rief ein brasilianischer Priester.

Die gewünschte Werbung ist nun eingetreten. Am Donnerstagmorgen veröffentlichte der Vatikan ein Dekret und eine sogenannte «Nota», in der der Chef der Weltkirche klarstellte: Nicht nur die neuen Bischöfe fliegen raus, sondern auch alle anderen Priester und Nonnen, die zur Gemeinschaft zählen. Und alle Anhänger, die ihnen weiterhin die Treue halten. Betroffen sind davon knapp 1000 Priester, 300 Nonnen und 600’000 Gläubige weltweit – so zumindest die Zahlen, die die Gemeinschaft selbst herausgibt.

Grösster Rausschmiss seit Reformation

Es ist für die katholische Kirchengeschichte ein historischer Moment. Die letzte grosse Abspaltung gab es 1870, als sich die liberalen Christkatholiken wegen des päpstlichen Unfehlbarkeitsdogmas von Rom lossagten. Weltweit gibt es heute rund 130’000 Christkatholiken – deutlich weniger als die Anhängerschaft der Piusbrüder. Damit ist der heutige Rausschmiss der grösste seit der Reformation vor 500 Jahren, während der die Schweiz mit Calvin und Zwingli ebenfalls eine massgebliche Rolle spielte.

Das päpstliche Machtwort in Richtung Piusbrüder kam mit Ansage. Und die Gemeinschaft hat sich darauf vorbereitet. Finanziell ist sie gut aufgestellt, bei jungen Menschen kommt sie trotz – oder gerade wegen – ihres klaren, hierarchischen Weltbilds gut an. Ohnehin sieht sie sich selbst als die einzig rechtgläubige Gemeinschaft.

Schmerzen dürfte sie dennoch, dass der Vatikan explizit klarstellt: Beichten und Hochzeiten, die von Priestern der Gemeinschaft durchgeführt werden, haben keine Gültigkeit mehr. Das könnte ihr weiteres Wachstum ernsthaft gefährden. Denn auch wenn es in der römischen Kirche viele traditionelle Gläubige gibt, die mit den Ansichten der Piusbrüder grundsätzlich sympathisieren, dürften nur die wenigsten den Schritt ins aktive Schisma wagen. Unter Katholiken gilt der eiserne Grundsatz: extra ecclesiam nulla salus. Ausserhalb der Kirche gibt es kein Heil. Und die Piusbrüder stehen nun offiziell draussen.

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