Darum gehts
- Schwerer Kutschenunfall im Rosegtal: Frau (†73) stirbt, zwölf weitere Menschen verletzt
- Blick weiss: Todesopfer wurde zwischen Kutsche und Baum eingeklemmt
- Ein Unfallopfer soll am Montag das Spital in Chur verlassen
Der Ausflug einer Reisegruppe aus dem Kanton Aargau endete am Wochenende mit einem schweren Unfall. Im Rosegtal krachte ein Kutschengespann gegen einen Baum. Mehrere Touristen wurden aus der Kutsche geschleudert. Rita F.* (†73) kam bei dem Unglück ums Leben. Zwölf weitere Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer.
Der Lebenspartner der verstorbenen Aargauerin sagt zu Blick, dass er bis ins Mark erschüttert und tief traurig sei. «Ich möchte den Rettungskräften danken, die Erstversorgung am Unfallort war sehr gut, so auch die Betreuung im Spital Samedan», sagt er. «Viele der anderen Passagiere haben auch geholfen. Dafür bin ich sehr dankbar.»
Barbara Borer, die Rechtsvertreterin der Angehörigen sowie deren Lebenspartner und Schwester, die mit auf der Kutsche waren, teilt ergänzend mit: «Die Opferangehörigen sind verständlicherweise sehr stark betroffen und tief traurig.» Es sei eine Tragödie. «Der Dank geht an die Rettungskräfte, die sehr gute Arbeit geleistet haben. Für die Opferangehörigen ist es nun zentral, dass die Angelegenheit umfassend und transparent untersucht und die Unfallursache geklärt wird.»
Lebenspartner äussert sich
Urs Frey (59), Inhaber des Unternehmens Frey Reisen in Schlossrued AG, buchte für seine Kunden die Unfallfahrt. Seit über 50 Jahren organisiert die Familie Reisen. So einen schlimmen Unfall hat die Firma seit ihrer Gründung im Jahr 1974 nicht erlebt.
«Wir hatten bis jetzt noch nie einen Todesfall», sagt Frey am Montag zu Blick. Für den Reiseunternehmer sei es ein schwerer Schock gewesen, als er die Meldung über den Unfall erhielt. Der Chauffeur, der die Reisegruppe ins Bündnerland gefahren hatte, habe ihn angerufen und mitgeteilt, dass mehrere Personen verletzt worden seien und es einen Todesfall gegeben habe.
Die eigentlich für vier Tage geplante Reise hatte am Donnerstag mit 33 Gästen begonnen. Die späteren Kutschenfahrt-Passagiere konnten sich zuvor für den Ausflug anmelden.
Todesopfer zwischen Kutsche und Baum eingeklemmt
Von einem Hotel in Le Prese GR sollte es für die Reisenden ins Bergell zur Besichtigung eines Weinguts gehen. Die Kutschenfahrt ist seit Jahren fester Bestandteil des Reiseprogramms. «Zwei Personen haben gesagt, sie laufen nach Pontresina. 32 Personen, 31 Gäste und der Chauffeur, sind bei der Durchführung der Kutschenfahrt dabei gewesen», so Frey. Die Fahrzeuge und Kutschen würden regelmässig untersucht.
Der Chauffeur habe ihn im Nachhinein über den Unfall aufgeklärt. Die Pferde seien langsam schneller geworden. In einer leichten Kurve sei einer der Wagen dann gegen einen Baum gekippt.
Das Todesopfer wurde nach Blick-Informationen zwischen Kutsche und Baum eingeklemmt. Frey gibt an, er habe Ähnliches gehört. «Wie es sich genau abgespielt hat, weiss ich aber nicht.»
Es stört ihn, dass er bis heute nichts von den Behörden gehört habe. «Ich habe bis heute keine einzige Meldung bekommen. Was genau passiert ist, habe ich aus der Zeitung und von meinem Chauffeur erfahren.»
Ein Unfallopfer verlässt am Montag das Spital
Der Chauffeur hat fast alle Reisegäste trotz des Schocks noch am Sonntag heimgefahren, erzählt Frey. «Ich habe ihn gefragt, ob jemand ihn ablösen solle. Er hat gesagt, er möchte selbst mit den Leuten heimfahren. Sie haben das sehr geschätzt. Ein sehr guter Mann, sehr einfühlsam. Er hat seinen Job super gemacht.»
Frey machte sich am Sonntag auch auf ins Engadin. «Ich habe den Partner und die Schwester der Verstorbenen persönlich abgeholt.» Der Verlust schmerzt. «Es ist sehr schwer für sie, das ist klar. Ich wünsche ihnen alles Gute und viel Kraft.»
Eine Person liegt in Chur noch im Spital, wurde operiert. Das an der Hand und am Fuss verletzte Unfallopfer kann das Spital aber wohl am Montag noch verlassen. «Sie ist nicht in Lebensgefahr und war immer ansprechbar», sagt Frey dazu.
Für ihn ist nach dem schockierenden Vorfall klar: «Ich werde keine Kutschenfahrten mehr anbieten.»
* Name bekannt