Darum gehts
- In Klosters soll die Gotschnabahn erneuert werden
- Ohne Mittelstation entfielen Schlittel- und Bikezugang
- Davos Klosters Berbahnen informieren noch nicht
Mit dem Schlitten vom Gotschnaboden nach Klosters GR hinuntersausen? Dieser Spass könnte bald der Vergangenheit angehören. Der Grund: Die Gotschnabahn in der Bündner Berggemeinde soll in den nächsten Jahren umgebaut werden. Dadurch fällt wohl der Zugang zu der beliebten rund vier Kilometer langen Schlittelpiste weg, wie zuerst die «Südostschweiz» berichtet hat. Auch eine Freeride-Mountainbike-Strecke ist davon betroffen. Die Pläne gehen aus dem Protokoll einer Klosterser Gemeinderatssitzung hervor.
Die bestehende Gotschnabahn ist zweistufig. Wer vom Bahnhof Klosters Platz auf den Gotschnagrat fahren möchte, muss heute bei der Zwischenstation Gotschnaboden umsteigen. Mit der Erneuerung der Bahn könnte dieser Zwischenhalt laut den aktuellen Plänen nun wegfallen. «Aus raumplanerischen (Gefahrenzone) und wirtschaftlichen Gründen wird aller Voraussicht nach auf eine Mittelstation verzichtet werden müssen», heisst es im Sitzungsprotokoll des Gemeinderats. Und weiter: «Der Wegfall der Mittelstation wird zu grossen Diskussionen führen und für viele schwer zu verdauen sein.»
Bahnen kommunizieren noch nicht
Dies macht die Fahrt auf den Gotschnagrat einfacher, da die Passagiere nicht mehr in der Hälfte der Strecke umsteigen müssen. Doch des einen Freud ist des anderen Leid: Ohne die Zwischenstation wären fortan Schlittelpiste und Mountainbike-Strecke nicht mehr erreichbar.
Verantwortlich für die Pläne sind die Davos Klosters Bergbahnen (DKB). Doch hier hält man sich noch bedeckt. Eine Anfrage von Blick haben die Bergbahnen bisher nicht beantwortet.
Auch in Bellwald gibt es Knatsch
Der Bau von Bergbahnen sorgt in der Schweiz immer wieder für Diskussionen. In Bellwald VS gibt eine geplante Gondelbahn aktuell zu reden. Das 25-Millionen-Projekt soll das Oberwalliser Bergdorf mit Fiesch verbinden, um den Tourismus anzukurbeln. Doch eine Familie bekämpfte die Pläne bis vors Bundesgericht.
Durch den Bau der Bahn, die über ihr Firmengrundstück und den von ihr betriebenen Camping Eggishorn führen soll, habe ihr Familienunternehmen «unzumutbare Nachteile». Etwa könnten die Lärmgrenzwerte nicht eingehalten werden. Und: Weil die geplante Bahn über ihr Werk führe, seien Gebäude und Mitarbeitende durch herabfallende Gegenstände gefährdet.