«Zu früh, um jetzt über Zukunftspläne zu sprechen»
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Gemeindepräsident Albertin:«Zu früh, um jetzt über Zukunftspläne zu sprechen»

Gemeindepräsident von Brienz GR warnt nach Rückkehr ins Dorf
«Wir müssen weiterhin vorsichtig bleiben»

Über ein Jahr nach dem Felssturz wurde die Evakuierung von Brienz GR aufgehoben. Die Bewohner können endlich wieder nach Hause – es bleiben aber Unsicherheiten. Im Interview mit Blick spricht Gemeindepräsident Daniel Albertin über den Freudentag.
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Vor 62 Wochen musste das Dorf wegen eines drohenden Felssturzes evakuiert werden.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Bewohner von Brienz dürfen nach 62 Wochen Evakuierung zurückkehren
  • Langfristige Sicherheit bleibt ungewiss, Bergbewegungen weiterhin überwacht
  • 80 Menschen mussten 2024 Häuser aus Felssturzgefahr verlassen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Hoffen, bangen und schliesslich die Erlösung: Nach über einem Jahr können die Bewohnerinnen und Bewohner von Brienz/Brinzauls GR endlich wieder in ihr Dorf zurückkehren. 

Obwohl der Ort am Montag noch ausgestorben wirkt, ist es für Daniel Albertin, Präsident der Gemeinde Albula, zu der auch Brienz gehört, ein Freudentag. «Es ist eine Erleichterung für die Behörden, aber vor allem eine ganz grosse Erleichterung für die Bevölkerung», sagt er im Gespräch mit Blick.

«Sie können nicht von heute auf morgen alles umkehren»

Nicht alle werden sofort zurückkehren, erklärt der Bündner. «Viele Bewohner wohnen mittlerweile in anderen Ortschaften und haben Kinder, die dort zur Schule gehen. Man kann nicht von heute auf morgen alles umkehren.»

Trotzdem sei die Gewissheit, dass man jetzt wieder Planungssicherheit hat, eine gute Nachricht.

Evakuierung vor 62 Wochen

Vor 62 Wochen mussten die rund 80 Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes ihre Häuser wegen Felssturzgefahr verlassen. Die Behörden teilten vergangene Woche mit, die Bewegungen am Berg oberhalb des Dorfes hätten sich beruhigt. Ein dauerhafter Aufenthalt in Brienz ist somit wieder sicher.

Die Aufhebung berge auch Unsicherheit für die Zukunft, so Albertin weiter. Schliesslich ist nicht klar, ob es wieder zu einer Evakuierung kommt. «Diese Ungewissheit geht man mit einer gewissen Vorsicht an.» Zwar bedeute Phase Grün, dass es jetzt sicher für ein paar Monate keine Evakuierung geben wird, «aber wir haben gelernt, dass sich der Berg auch mal anders verhält als gedacht. Wir müssen vorsichtig bleiben und die Beobachtungen weiter vorantreiben.»

Nicht alle werden zurückkehren

Aus diesem Grund sei es auch zu früh, Zukunftspläne auszusprechen. «Die Zeit wird uns zeigen, wie wir damit umgehen.»

Viele Bewohnerinnen und Bewohner haben sich für eine präventive Umsiedlung angemeldet. Nun müsse man schauen, ob die Rückkehrmöglichkeit daran etwas ändere. «Wir als Behörde haben die Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen für alle, die hierbleiben möchten – oder auch jene zu unterstützen, die wegziehen wollen.»

«Es war intensiv»

Diese Entscheidung müsse jeder für sich selbst fällen, betont der Gemeindepräsident. Albertin beschreibt, dass die letzten drei Jahre auch für ihn persönlich intensiv gewesen seien. «Vor allem die letzten 62 Wochen waren enorm anspruchsvoll.»

Die Arbeit sei jedoch noch nicht zu Ende. «Wir müssen weitermachen. Aber die Aufhebung der Evakuierung erleichtert schon vieles.»

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