FDP sieht darin einen «Fehler»
Zürich debattiert über vegane Schulmahlzeiten

SVP und FDP sind von den Plänen nicht begeistert. Dennoch muss der Stadtrat jetzt prüfen, welche Verpflegung angemessen ist.
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FDP-Politikerin Yasmine Bourgeois (links) spricht von einem «Fehler».
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Das Stadtzürcher Parlament prüft vegane Essensoptionen für Schulkinder
  • Kritik: Vegane Ernährung sei unausgewogen und nicht für Kinder geeignet
  • Vorstoss mit 72 zu 41 Stimmen im Parlament angenommen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Das Stadtzürcher Parlament macht sich Sorgen um vegane Kinder: Am Mittwoch hat es dem Stadtrat den Auftrag gegeben, zu prüfen, wie sich diese in der Schule angemessen verpflegen können.

Die Postulantinnen der Grünen und der GLP stören sich daran, dass sich pflanzlich ernährende Kinder in den Ernährungsrichtlinien der Schulen nicht erwähnt werden. Dies im Gegensatz zu Kindern mit Allergien oder Diabetes.

«Wir wollen keine Vegan-Pflicht»

Veganerinnen und Veganer unter den Kindern sollten ein vollwertiges warmes Menü erhalten, forderten Selina Walgis (Grüne) und Serap Kahriman (GLP). Ein entsprechendes Angebot stärke die soziale Teilhabe und fördere das Verständnis für unterschiedliche Lebensweisen. Gerade auch im Hinblick auf die flächendeckende Einführung der Tagesschule sei die Ernährung zentral.

«Immer mehr Familien entscheiden sich für eine pflanzliche Ernährung», sagte Walgis. Dem müssten die Schulen gerecht werden. Heute müssten die Kinder teils eigene Mahlzeiten mitbringen. «Wir wollen keine Vegan-Pflicht», betonte sie. Jonas Keller (SP) nannte das Anliegen «urliberal», die Kinder sollen wählen können.

Vegane Ernährung bei Kindern problematisch?

Stefan Urech (SVP) hoffte auf eine «niederschmetternde Ablehnung». Die angebotenen veganen Sandwiches blieben zumindest bei den Ratssitzungen nach seinen Betrachtungen jeweils als letzte übrig. Die Schule müsse zudem grössere Probleme lösen als «solchen Firlefanz».

Einen «Fehler» im Vorstoss machte Yasmine Bourgeois (FDP) aus. Vegane Ernährung sei eben nicht ausgewogen. «Die Schule ist kein Labor für Ernährungstrends», sagte sie. Karin Weyermann (Mitte) verwies auf Studien, die vegane Ernährung bei Kindern als problematisch sehen würden. Kinder, die von Haus aus vegan ernährt würden, könnten nicht entscheiden.

Pflanzliche Menüs im Bündnerland, Tessin und in der Westschweiz

Die «niederschmetternde Ablehnung» blieb aus. Das Parlament überwies den Vorstoss mit 72 zu 41 Stimmen.

Der Stadtrat muss auch ein zweites Postulat prüfen. Die Grünen fordern, dass klimafreundliche Ernährung in den Gruppenhäusern eingeführt wird. Der Rat überwies dieses ebenfalls mit 72 zu 41 Stimmen. In den Klassenlagern in Graubünden, der Westschweiz und dem Tessin sollen Schülerinnen und Schüler pflanzliche Menüs ausprobieren können. Die ernährungsbedingten Emissionen sollen so bis 2040 um 40 Prozent sinken.

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