Darum gehts
- In Aarberg BE versuchten vier Männer, in ein Waffengeschäft einzubrechen
- Das Fluchtfahrzeug war gestohlen, zwei Täter minderjährig, alle festgenommen
- 2026 bereits über 20 Einbrüche in Waffengeschäfte, meist organisierte Banden
Mitten in der Nacht schlagen mehrere Männer die Scheibe eines Waffengeschäfts in Aarberg BE ein. Ein Video zeigt, wie sie versuchen, sich Zugang zum Geschäft zu verschaffen. Nachdem die Täter einige Zeit am Schaufenster herumhantieren, entfernen sie sich mit einem Auto. Dieser Vorfall ereignet sich in der Nacht auf Montag am Stadtplatz der Berner Gemeinde.
Auf Anfrage bestätigt die Kantonspolizei Bern den Einbruchsversuch. Gegen 4.30 Uhr sei der Alarm eingegangen. Die umgehend ausgerückten Einsatzkräfte konnten vor Ort niemanden mehr antreffen. Sie stellten jedoch Beschädigungen am Eingangsbereich und am Schaufenster des Geschäfts fest.
Mit hoher Geschwindigkeit davongerast
Im Zuge der umgehend eingeleiteten Fahndung konnte eine Patrouille der Kantonspolizei Neuenburg das Fluchtfahrzeug auf Höhe der Ausfahrt Neuchâtel-Vauseyon mit massiv überhöhter Geschwindigkeit sichten. Während der Fluchtfahrt kollidierte der Lenker im Tunnel Vue-des-Alpes mit einem Auto, ohne dass dabei Personen verletzt wurden.
Nachdem die Insassen eine Polizeisperre und ein Matrixsignal «Stopp Polizei» missachtet hatten, setzten sie ihre Flucht bis zur Rue de Gibraltar in La Chaux-de-Fonds NE fort.
Zwei der Täter sind minderjährig
Dort liessen sie das beschädigte Fluchtfahrzeug zurück und flüchteten zu Fuss. Zwei der Männer konnten unweit des Fahrzeugs angehalten werden. Die beiden weiteren Tatverdächtigen wurden im Rahmen der anschliessenden Nachsuche in La Chaux-de-Fonds angehalten.
Die vier Männer werden des versuchten Einbruchdiebstahls verdächtigt und wurden vorläufig festgenommen. Zwei von ihnen sind minderjährig. Beim Fluchtfahrzeug handelt es sich um ein als gestohlen gemeldetes Auto, das sichergestellt wurde. Im Zuge der Nachsuche konnte ein zweites gestohlenes Fahrzeug sichergestellt werden. Die Kantonspolizei Bern führt unter der Leitung der regionalen Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland und der kantonalen Jugendanwaltschaft die weiteren Ermittlungen.
Immer wieder Einbrüche in Waffengeschäfte
Dieses Jahr kam es in der Schweiz bereits zu Dutzenden Einbrüchen in Waffengeschäfte. Es scheint System zu haben. Hinter den Taten stehen meist internationale, organisierte Banden, die vor allem junge Täter als Ausführende einsetzen und diese mit Fahrzeugen, Werkzeugen und weiterer Logistik ausstatten.
2026 kam es zu über 20 ähnlichen Fällen. Dabei gingen die Täter teils auch mit Sprengstoff vor.